So werden Sie Ihren Schluckauf wieder los

Hicks, hicks, hicks – Schluckauf klingt zwar lustig, kann aber ziemlich nervig sein. Die meisten Menschen wollen den Schluckauf so schnell wie möglich wieder loswerden. Zum Glück dauert eine Attacke meist nur wenige Minuten lang. „Schluckauf kennt jeder“, sagt die Atemtherapeutin Veronika Langguth.

Viele wissen aber gar nicht, wie der Schluckauf, der mit dem Fachbegriff auch als Singultus bezeichnet wird, entsteht. „Er wird ausgelöst, wenn der Zwerchfellnerv gereizt wird“, sagt die Expertin. Dabei handelt es sich um den Nervus Phrenicus. Es verkrampft sich dann unwillkürlich, weshalb man den Schluckauf auch nicht willentlich steuern kann.

Die meisten Auslöser für Schluckauf sind harmlos

Das Zwerchfell spannt sich zwischen Brust- und Bauchraum aus und ist der größte Atemmuskel. Beim Einatmen dehnt es sich nach unten aus. Verkrampft es sich beim Schluckauf, kommt es ebenfalls zu einer reflexartigen tiefen Einatmung. „Das allerdings führt dazu, dass die Stimmritze sich blitzartig verschließt und der Luftstrom dagegen schlägt“, sagt Langguth. Dadurch entsteht der Schluckauf mit seinem typischen Hicksen. (Auch interessant: Das kann passieren, wenn Sie ein Niesen unterdrücken)

Gründe für die Reizung des Nervs am Zwerchfell gibt es viele. „Die meisten der Auslöser sind harmlos“, sagt die Expertin. Zu den Klassikern zählen dabei hastiges Essen und sehr kalte oder sehr heiße Speisen und Getränke. Auch scharfes Essen kann einen Schluckauf verursachen. „Letztlich kann alles, was den Magen reizt, auch zu Schluckauf führen.“ Dazu zählen auch Getränke mit Kohlensäure. Wer beim Sprechen Luft schluckt, kann ebenfalls Schluckauf bekommen. „Ganz typisch ist außerdem der Schluckauf nach dem Konsum von Alkohol, wie man es aus Karikaturen kennt“, sagt die Expertin. (Lesen Sie auch: Das hilft wirklich bei einem Magen-Darm-Infekt)

Das hilft meistens gut gegen das Hicksen

Schluckauf kann darüber hinaus auch psychisch bedingt sein. „Er kommt zum Beispiel bei Stress oder Aufregung vor“, sagt die Atemtherapeutin. Auch wenn man sich erschreckt, verkrampft sich dabei womöglich das Zwerchfell und löst so die Hickser aus.

Was also hilft nun gegen den Schluckauf? „Eine gute Strategie ist es, sich abzulenken“, rät Langguth. Das können die Klassiker sein: An zehn Männer mit Glatze denken oder sich fragen, was man eigentlich am Vortag zum Frühstück gegessen hat. Auch durch Erschrecken kann man manchmal einen Schluckauf loswerden. „Wenn man hingegen versucht, den Schluckauf zu unterdrücken, löst man die Verkrampfung nicht, sondern sorgt eher dafür, dass sie länger anhält.“ (Das hilft gegen Knoblauchgeruch)

Bestimmte Atemmethoden können außerdem dazu beitragen, das lästige Hicksen zu beenden. „Es hilft zum Beispiel, zu hecheln oder zu schnüffeln“, sagt die Expertin. Hecheln funktioniert am besten, wenn man gerade alleine ist. „Schnüffeln ist dagegen ziemlich unauffällig, das kann man auch einmal im Taxi oder im Büro machen.“ Außerdem kann es das Zwerchfell entspannen, wenn man die Zunge herausstreckt. „Die schönste Weise, einen Schluckauf zu beenden, ist es, jemanden zu küssen“, rät die Expertin.

Was, wenn der Schluckauf länger andauert?

So harmlos ein Schluckauf in den meisten Fällen auch ist, kann er durchaus auch einmal ernste Ursachen haben. Deshalb sollte man zum Arzt gehen, wenn er länger als höchstens einen Tag anhält. „Auch wenn man regelmäßig zweimal die Woche oder häufiger unter Schluckauf leidet, sollte man das abklären lassen“, sagt die Atemtherapeutin. (Mundgeruch: 5 überraschende Ursachen für schlechten Atem)

Zu den organischen Ursachen, die man dann ausschließen sollte, zählen zum Beispiel Abszesse und Entzündungen im Bauchraum. Auch wenn das zentrale Nervensystem gestört ist, kann es zu Schluckauf kommen. „Das kann dann auch ernste Ursachen haben, wie eine Hirnblutung“, sagt die Expertin. Doch keine Sorge: In den allermeisten Fällen ist ein Schluckauf allenfalls lästig, ansonsten aber überaus harmlos. (Daher kommt der Blähbauch – und so verschwindet er wieder)

Der wohl längste Schluckauf dauerte 69 Jahre

In einigen Fällen lässt sich selbst für einen hartnäckigen Schluckauf keine Ursache finden. So soll der Amerikaner Charles Osborne 69 Jahre seines Lebens an einem penetranten Schluckauf gelitten haben, für den sich kein Grund finden ließ. Geschadet hat das seiner Gesundheit nicht – er wurde trotzdem 93 Jahre alt.

Dieser Artikel wurde verfasst von (Maria Berentzen)

*Der Beitrag „So werden Sie Ihren Schluckauf wieder los“ wird veröffentlicht von GQ. Kontakt zum Verantwortlichen hier.

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