HIV: Weniger Neuinfektionen in Deutschland

Anlässlich des bevorstehenden Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hat das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuelle Zahlen zu HIV in Deutschland veröffentlicht. Die gute Nachricht: Die Zahl der Neuansteckungen sinkt seit einigen Jahren. Nach wie vor wird eine Infektion aber bei vielen Patienten erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt.

Im Jahr 2018 haben sich in Deutschland geschätzt 2.400 Menschen neu mit HIV infiziert, berichtet das RKI im aktuellen Epidemiologischen Bulletin. Das ist verglichen mit 2017 ein Rückgang um 100 Personen. Insgesamt schätzt das RKI, dass Ende des vergangenen Jahres 87.900 Menschen in Deutschland mit einer HIV-Infektion lebten, wobei sich 10.600 davon der Infektion nicht bewusst waren. "Wer von seiner Infektion nichts weiß, kann das Virus unbeabsichtigt weitergeben, außerdem ist bei Spätdiagnosen die Sterblichkeit höher", sagte RKI-Präsident Professor Dr. Lothar Wieler. Bei jedem dritten Patienten (32 Prozent), wurde eine HIV-Infektion 2018 erst mit einem fortgeschrittenen Immundefekt diagnostiziert, 15 Prozent erhielten sogar sofort die Diagnose Aids. Diese Anteile sind laut RKI seit dem Jahr 2005 sehr konstant.

Risikogruppen lassen sich häufiger testen

Positiv ist aus Sicht des RKI der Trend in der wichtigsten Betroffenengruppe, nämlich bei Männern, die Sex mit Männern haben. Bei ihnen ging die geschätzte Zahl der Neuinfektionen von etwa 2.200 im Jahr 2013 auf 1.600 im Jahr 2018 zurück. Diese Entwicklung sei wahrscheinlich in erster Linie darauf zurückzuführen, dass es in dieser Gruppe gelungen sei, die Testbereitschaft zu steigern und Testangebote auszuweiten. Wie sich die medikamentöse Präexpositionsprophylaxe (PrEP) zum Schutz vor HIV, die Krankenkassen mittlerweile für Risikopatienten zahlen (aponet.de berichtete) auf die Neuinfektionsrate auswirkt, sei zurzeit noch nicht einzuschätzen, so das RKI.

Medikamentöse Prophylaxe PrEP muss bekannter werden

Aus Sicht der Deutschen Aidshilfe ist das Potenzial der PrEP bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Zur sinkenden Zahl der Neuinfektionen habe sie aller Wahrscheinlichkeit nach bereits beigetragen, heißt es in einer Mitteilung der Aidshilfe. Das Angebot müsse noch bekannter gemacht werden, in manchen Städten und Regionen abseits von Ballungsgebieten fehlen zudem ärztliche Einrichtungen, die die PrEP verschreiben dürfen, bemängelt die Aidshilfe.

am/PZ/NK

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