Neue Notdienstordnung in Hamburg sorgt für Diskussionen

Das herausragende Thema bei der Kammerversammlung der Apothekerkammer Hamburg am Montagabend war die neue Notdienstordnung für den Stadtstaat. Sie gilt ab 2020 und wurde an diesem Abend vorgestellt und in Kraft gesetzt. Durch unterschiedliche Regelungen für die Innenstadt und die Außenbezirke soll die Versorgung für die Patienten verbessert werden, ohne die Apotheker zu sehr zu belasten. Doch das neue Notdienstschema sorgte bei der Kammerversammlung für viele Diskussionen.

Die Teilnehmerzahl bei den Hamburger Kammerversammlungen schwankt stark, weil dies eine Versammlung aller Kammermitglieder ist und das Interesse von den Themen abhängt. Diesmal war der Raum gut gefüllt und mit über 127 Teilnehmern waren mehr als 5 Prozent der Kammermitglieder dabei. Das Interesse galt offenbar dem Notdienst.

Bisher versehen alle Hamburger Apotheken innerhalb von 48 Tagen jeweils einen vollständigen Nachtdienst und einen Spätdienst, der nur bis 22 Uhr dauert. Bei der vorherigen Kammerversammlung im Juni hatte eine deutliche Mehrheit für die Abschaffung der Spätdienste gestimmt, die nicht aus dem Notdienstfonds honoriert werden. Daraufhin musste die Kammer eine neue Notdienstordnung erstellen. Diese wurde den Mitgliedern am Montagabend vorgestellt und am selben Tag mit Wirkung ab Anfang 2020 in Kraft gesetzt.

Apothekenschließungen erfordern Neuverteilung

Kammergeschäftsführerin Ena Meyer-Bürck berichtete von der umfangreichen Arbeit der Geschäftsstelle und des Notdienstausschusses bei der Neugestaltung. Es seien viele Notdienstturni durchgespielt worden. Dabei seien die Fahrtwege des Nahverkehrs und die vorgegebene Maximalentfernung zur Apotheke von sieben Kilometern so gut wie möglich berücksichtigt worden. 

Sie betonte, dass die Notdienste auch unabhängig von der Abschaffung des Spätdienstes spätestens ab 2021 neu hätten verteilt werden müssen. Denn in den äußeren Bezirken, insbesondere südlich der Elbe, würden die Entfernungen zur Notdienstapotheke oft als zu groß empfunden. Nach einigen Apothekenschließungen sei es immer schwerer geworden, dort die Notdienste zu organisieren.

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