Vergütete pharmazeutische Dienstleistungen: Was könnte das sein?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist fest entschlossen, esden Apotheken zu ermöglichen, pharmazeutische Dienstleistungen anzubieten unddiese auch mit den Kassen abrechnen zu können. Welche das genau sein könnten, istbislang unklar. Beim Symposium der Bundesapothekerkammer (BAK), das amvergangenen Dienstag in Berlin stattfand, ließ BAK-Präsident Dr. Andreas Kieferdurchblicken, welche Leistungen dafür in Frage kommen könnten.

Wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn denKoalitionspartner vom Konsens der Union zur geplanten Apotheken-Reform überzeugen kann, wird es indeutschen Apotheken baldflächendeckend vergütete pharmazeutische Dienstleistungengeben. Über einen von der Apothekerschaft verwalteten Fonds, vergleichbar mitdem Nacht- und Notdienstfonds, soll das Honorar verteilt werden. Die Kassen sollen sogar verpflichtet werden, solche Verträge mit den Apothekern abzuschließen. Ursprünglich waren dafür 240 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen, dass es nun aber weniger wird, ist wahrscheinlich.

Laut Beschlussder ABDA-Mitgliederversammlung erhebt die Apothekerschaft den Anspruch,diese Dienstleistungen selbst zu definieren. Bislang war vor allem klar, waserstmal nicht dazu gehören soll: das Impfen in der Apotheke. Diesen Vorschlag hatte der Ministerins Spiel gebracht, die ABDA hatte jedoch schnell erklärt, das nicht zuwollen. Es hieß aber, man arbeite an derDefinition solcher Dienstleistungen, um sie dann mit dem Bundesgesundheitsministerium zu besprechen. Um was es dabei genau gehen könnte, war bislang nicht klar. ImRaum stand lediglich eine Aussage von DAV-Chef Fritz Becker beim diesjährigenPharmacon-Kongress, wo er erklärt hatte, dass die Apotheker mit Spahn überFolgeverordnungen in der Apotheke sprechen.

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Am vergangenen Dienstag hat sich nun BAK-Präsident AndreasKiefer bei einem Symposium der BAK zu dem Thema geäußert.  Es geht laut Kiefer nicht darum, Geld an sich selbstzu verteilen, sondern Eckpunkte und Qualitätskriterien zu definieren. Und daskönne niemand besser als die BAK, so Kiefer. So habe die BAK bereitspharmazeutische Dienstleistungen bewertet und kategorisiert. Aktuell definiereman Prozesse, das Ganze sei ein lernender Prozess. Außerdem beschäftige mansich auch mit der Frage, wie man die Kostenträger einbinden könne. „Dasist ein Dienst an der Gesellschaft, der nicht verschenkt werden darf“, so derBAK-Präsident.

Kiefer wurde dann auch etwas konkreter, um welcheDienstleistungen es letztlich gehen könnte: Die BAK hat nämlich Kriterienfestgelegt, anhand derer sie beurteilen will, ob bestimmte Dienstleistungen infrage kommen,künftig vergütet zu werden. So ist es beispielsweise nach Ansicht derBAK nicht sinnvoll, etwas zu beschließen, das in der Fläche nicht umsetzbarist. Außerdem darf die Dienstleistung nicht bereits jetzt über das Fixum abgegoltensein und sie muss dem Patienten nutzen. Die Kriterien zur Nutzenbewertung, dieder Gemeinsame Bundesausschuss bei Arzneimitteln heranzieht, sind allerdings laut Kiefer hier nicht geeignet.Grundlage müssten die Ergebnisse der Modellprojekte sein. Weiter mussgewährleistet sein, dass das Ganze rechtssicher und mit der Apothekenbetriebsordnungvereinbar ist. Und zuletzt muss die Leistung anhand von objektivierbarenKriterien für die Kasse überprüfbar sein.

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