Ministerium sieht keine regionale Häufung

Bei Arm- und Handfehlbildungen Neugeborener sieht das Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalens in den vergangenen Jahren „keine offensichtlichen Trends und regionalen Häufungen“. Das teilte das Ministerium in Düsseldorf mit. Die Behörde hatte in allen Geburtskliniken des Bundeslandes nach Fehlbildungen in den Jahren 2017 bis 2019 gefragt.

Anlass war eine vor gut zwei Wochen bekannt gewordene Häufung von Hand-Fehlbildungen bei Neugeborenen an einer Gelsenkirchener Klinik. Im Sankt Marien-Hospital Buer waren zwischen Mitte Juni und Anfang September drei Kinder zur Welt gekommen, bei denen jeweils eine Hand fehlgebildet war. Zuvor hatte es dort nach Angaben der Klinik jahrelang keinen einzigen solchen Fall gegeben. Lesen Sie hier, welche Ursachen eine Kinderärztin für möglich hält.

Laut dem Ministerium wurden 2017, 2018 und 2019 insgesamt 72, 64 beziehungsweise 61 Fehlbildungen der oberen Extremitäten bei Neugeborenen in NRW gemeldet.

Ziel der Abfrage war, einen ersten Überblick zu erhalten, ob ähnliche Fehlbildungen wie in Gelsenkirchen aufgetreten waren. Neben den Daten der Krankenhäuser wurden darüber hinaus auch die Daten der Qualitätssicherung der Ärztekammern eingeholt.

Den Angaben zufolge sind die nun vorliegenden Rückmeldungen der Krankenhäuser sehr umfassend und detailliert. Gemeldet wurden demnach nicht nur Handfehlbildungen, sondern auch andere Fehlbildungen der oberen Extremität wie zum Beispiel Vielfingerigkeit.

Deutlich unter 0,1 Prozent der Geburten

„Die Zahlen der Rückmeldungen zu Fehlbildungen der Hände liegen in einer Größenordnung, die – bezogen auf die Anzahl der jährlichen Geburten – nach erster Auswertung deutlich unter 0,1 Prozent der Geburten liegen“, teilte das Ministerium mit. „Nach den aktuell vorliegenden Daten sind – ohne weitere Bewertung – keine offensichtlichen Trends und regionalen Häufungen erkennbar.“

Um die Rückmeldungen der Krankenhäuser tiefergehend zu analysieren und mit weiteren Daten abzugleichen, will das NRW-Gesundheitsministerium die vorliegenden Daten nun ausführlich durch das Landeszentrum Gesundheit betrachten lassen. „Es bedarf in den nächsten Schritten einer tiefergehenden Analyse zu den Häufigkeiten solcher Fehlbildungen“, hieß es in der Mitteilung weiter.

Besorgten Schwangeren riet das Ministerium, sich an ihre Gynäkologen zu wenden, um von dort Beratung zu erhalten. Zur Abstimmung des weiteren Vorgehens steht das Düsseldorfer Gesundheitsministerium nach eigenen Angaben im Austausch mit anderen Bundesländern und dem Bund.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen