Bakterien verbreiten sich: Warum es so ungesund ist, in der Nase zu bohren

Kinder machen es auffällig, Erwachsene eher versteckt. Doch egal, wie: Nicht nur die Kleinsten, auch Erwachsene gefährden beim Popeln die Gesundheit.

Denn Forscher haben jetzt nachgewiesen, dass durch Nasebohren und Reiben der Nase bestimmte Bakterien stark verbreitet werden, die unter anderem Lungen- oder Hirnhautentzündungen auslösen können.

Diese Gefahren lauern beim Nasebohren

Eigentlich vermehren sich die gefährlichen Pneumokokken durch eine Tröpfcheninfektion über die Luft, die wir einatmen.

Bei Kindern im Säuglingsalter und älteren Menschen mit schwachem Immunsystem sind sie Auslöser unangenehmer Erkrankungen wie akuten Mittelohr- und Lungenentzündungen sowie Blutvergiftungen.

"Grundsätzlich sind es Kinder, die eine Vielzahl dieser Bakterien in ihrer Nase haben und Hauptüberträger dieser Bakterien in ihrem Umfeld sind", erklärt Victoria Connor, Forscherin an der Liverpool School of Tropical Medicine und dem Royal Liverpool Hospital, gegenüber dem 'European Respiratory Journal', in dem die Studie veröffentlich wurde.

Doch die Studie hat nun gezeigt, dass auch die Hände Erwachsener durch das Nasebohren potenzielle Überträger dieser Bakterien sein können – und dadurch Kinder und Ältere gefährdet werden.

So lief die Studie ab

Die Forscher gaben 40 gesunden erwachsenen Teilnehmern Pneumokokken auf Fingerspitze oder Handrücken.

Ein Teil der Probanden wurde gebeten, an den Bakterien zu riechen, ein anderer sollte die Nasenschleimhaut mit den Bakterien in Kontakt bringen – ähnlich wie beim Nasebohren.

Der Kontakt mit den Bakterien fand entweder statt, als die Lösung noch feucht war, oder ein bis zwei Minuten, nachdem die Pneumokokken aufgetragen worden waren.

Nach neun Tagen stellten die Forscher fest, dass sich bei 20 Prozent der Teilnehmer eine Pneumokokken-Kolonie gebildet hatte.

Bei den Probanden, die Nase und Nasenschleimhaut mit der bakteriellen Lösung in Kontakt gebracht hatten, konnte die größte Menge an Pneumokokken nachgewiesen werden – insgesamt 40 Prozent. Die "Schnüffler" lagen dagegen bei 30 Prozent.

Feuchtes Klima begünstigt Übertragung

Bei der Wiederholung dieses Versuchs mit einer trockenen Bakteriensubstanz konnte eine deutlich geringere Besiedelung mit Keimen festgestellt werden.

Die Kolonialisierungsrate der Bakterien lag bei den Teilnehmern, die in der Nase gebohrt hatten, bei 10 Prozent, bei den "Schnüfflern" sogar bei null Prozent.

Im Ergebnis bedeutet das, dass die Bakterien besser übertragen wurden, wenn die Umgebung feucht war.

Als Konsequenz dieses Ergebnisses legen die Forscher Erwachsenen nahe, eine spezielle Handhygiene einzuhalten, wenn sie mit Kindern oder älteren und kranken Menschen in Kontakt kommen.

Erwachsene sollten zudem auf eine ausreichende Handhygiene bei Kindern achten und Spielzeuge und Oberflächen in deren Umfeld regelmäßig reinigen.

Katharina Klein

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