USA: Erstes Medikament gegen Wochenbettdepression zugelassen

Etwa eine von neun frischbgebackenen Müttern leidet nach der Geburt ihres Kindes an einer Wochenbettdepression. Am Dienstag haben die US-Behörden das erste Medikament zugelassen, das speziell für die Behandlung dieser Art von Depression entwickelt wurde. Im Gegensatz zu den üblichen Antidepressiva setzt die Wirkung bei dem Wirkstoff Brexanolon schon nach wenigen Tagen ein.

Die amerikanische Behörde für die Zulassung von Arzneimitteln (Food and Drug Administration, FDA) hat sich positiv zu dem neuen Wirkstoff Brexanolon geäußert, der vermutlich ab Ende Juni in den USA verfügbar sein wird. Tiffany Farchione, stellvertretende Direktorin der Abteilung für Psychiatrieprodukte der FDA, sagte: "Dies ist die erste Zulassung für ein Medikament, das speziell der Behandlung von Depressionen nach der Geburt dient. Dies stellt eine wichtige neue Behandlungsoption dar." In der EU wurde bislang noch kein Zulassungsantrag gestellt.

Der Vorteil von Brexanolon besteht darin, dass es innerhalb von zwei Tagen wirkt, wohingegen die Wirkung bei traditionellen Antidepressiva Wochen oder Monate auf sich warten lässt. Es muss jedoch intravenös über 60 Stunden hinweg in einem Krankenhaus verabreicht werden, da bei einigen Frauen während klinischer Studien Ohnmachtsanfälle auftraten. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Schläfrigkeit und Mundtrockenheit.

Eine postpartale Depression ist eine ernsthafte Erkrankung, die die Mutter-Kind-Bindung stark beeinträchtigt. In schweren Fällen kann es zu Suizidgedanken oder Verletzungen des Kindes kommen. 2012 litten in den USA 11,5 Prozent der Mütter an einer Wochenbettdepression. Im Gegensatz zum "Baby Blues", der kurz nach der Geburt auftritt und von selbst wieder verschwindet, tritt eine postnatale Depression meist später auf und kann langanhaltend sein.

ZOU

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