Viele Schüler leiden unter Kopfschmerzen

Wer denkt, chronische Kopfschmerzen seien ein reines Erwachsenenproblem, liegt falsch. Denn wiederkehrendes Kopfweh ist laut einer Befragung bereits unter Schülern weit verbreitet – und trifft Mädchen deutlich häufiger als Jungen.

Experten des Deutschen Kinderschmerzzentrums an der Vestischen Kinder- und Jugendklinik in Datteln haben knapp 2300 Kinder und Jugendliche in städtischen Regionen in Nordrhein-Westfalen befragt. Diese gingen in die fünfte bis zehnte Klasse.

Die wichtigsten Ergebnisse:

  • Rund 40 Prozent litten nach eigener Angabe an chronischen Schmerzen, insbesondere an chronischem Kopfschmerz. Chronisch heißt nach gängiger Definition, dass die Pein seit mindestens drei Monaten mindestens einmal im Monat auftritt.
  • Über chronische Kopfschmerzen klagte mehr als jeder vierte Schüler (27 Prozent). Mädchen waren mit 35 Prozent viel häufiger betroffen als Jungen mit 18 Prozent.
  • Unter den Schülern mit chronischen Kopfschmerzen erlebten 80 Prozent diese mindestens einmal pro Woche.
  • Gut jeder Dritte mit wiederkehrendem Kopfschmerz verpasste deshalb auch Schulunterricht.
  • Neben Kopfschmerzen hatten die Kinder und Jugendlichen auch häufig von Muskel- und Gelenkschmerzen (20 Prozent) sowie Bauchschmerzen (18 Prozent) berichtet.

Das Mädchen häufiger von Kopfschmerz betroffen sind, hat wohl ebenso biologische Gründe – etwa das Einsetzen der Menstruation – als auch psychologische und emotionale.

Hoher Medikamentenkonsum überraschend und alarmierend

Gut drei Viertel der Kinder und Jugendlichen mit chronischem Kopfschmerz sagten, dass sie in den vergangenen drei Monaten Medikamente genommen hatten – und zwar im Durchschnitt an vier Tagen im Monat. In rund 13 Prozent der Fälle sogar sieben Tage. Mädchen greifen dabei laut der Studie häufiger zu Schmerzmitteln als Jungen. „Der hohe Medikamentenkonsum hat uns überrascht und ist alarmierend“, sagt Studienleiterin Julia Wager.

Medikamente seien bei Spannungskopfschmerz bei weitem nicht das einzige Mittel. Vieles andere könne helfen – frische Luft, Bewegung, Ablenkung. Jungen Leuten müsse klar sein, dass Schmerzmittel Nebenwirkungen haben können. „Und dass man selber aktiv etwas tun kann gegen den Schmerz“, sagt Wager.

Chronische Kopfschmerzen werden laut der Studie durch Medienkonsum begünstigt. Es gebe einen Zusammenhang, aber „keine massive Gefährdung“, sagt Wagner. Denn meist gibt es mehr als eine Ursache für wiederkehrenden Kopfschmerz. So kann auch die Schlafqualität eine Rolle spielen. Wer sich in der Schule nicht wohlfühlt oder seine schulische Leistung vergleichsweise gering einschätzt, hat tendenziell ebenfalls ein erhöhtes Risiko. Bewegung kann dagegen helfen, das Risiko für chronischen Kopfschmerz zu senken.

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