Fit für Let’s Dance: Leitender Physiotherapeut verrät, wie hart die Kandidaten für die Show trainieren

Ab heute Abend schwingen wieder 14 prominente Kandidaten bei "Let's Dance" das Tanzbein.

Was auf der Tanzfläche am Ende immer spielend leicht aussieht, ist wochenlange harte Arbeit, die den Promis körperlich so einiges abverlangt.

Andreas Stommel, leitender Physiotherapeut des Bonner Zentrums für Ambulante Rehabilitation, hat bereits 2019 die Live-Tournee des Formates physiotherapeutisch begleitet und im Interview mit FIT FOR FUN verraten, worauf es bei diesen hohen Belastungen ankommt.

"Let's Dance" ist Höchstleistung – für Körper und Geist

Seine Arbeit besteht in erster Linie in der Gesunderhaltung der Kandidaten. Im Verlauf der Live-Shows und der anschließenden Tournee nehmen die kleinen und großen Wehwehchen, wie z.B. Muskelverspannung oder Blockaden, aufgrund der vielen Hebefiguren zu – Stommel ist dann ein vielgefragter Mann.

Denkt man zurück an vergangene Staffeln, waren schon Stars mit völlig unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen am Start.

Wie passt das zusammen mit dem anspruchsvollen Programm eines Profisportlers – und das von heute auf morgen?

Das Fitnesslevel der Stars wird so vorher nicht überprüft, aber "es wird vorausgesetzt, dass bei den Teilnehmern die körperlichen Voraussetzungen gegeben sind, diese harte Zeit auch durchzustehen", verrät der Physiotherapeut.

"Die Vorbereitung auf den Tanzmarathon setzt im Allgemeinen natürlich viele Komponenten voraus: Ausdauer, Kraft, Kraftausdauer und die psychische Komponente sind nicht zu unterschätzen.

Es wird dann Rücksicht auf die Wahl des Tanzes genommen. Jemand, der vielleicht noch Aufholpotenzial hat, bekommt zu Beginn sicher keinen Rock'n'Roll, aber ansonsten gibt es keine großen Unterschiede", so der Experte.

So trainieren die "Let's Dance"-Kandidaten

Ein Trainingstag beginnt in der Regel 10 Uhr mit einer Besprechung, einem ordentlichen Warm-up – jeden, den Andreas Stommel vor der Erwärmung im Top tanzen sieht, pfeifft er sofort zurück.

"Pascal Hens war da immer sehr vorbildlich – da kam bei dem ehemaligen Handball-Nationalspieler der Leistungssportler durch", erinnert er sich.

Acht bis neun Stunden Training stehen täglich für die Tänzer auf dem Plan. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie die komplette Zeit durchtanzen.

Choreographietraining, Behandlungen beim Physio und natürlich auch Regenerationsphasen gehören ebenfalls zu einem "Let's Dance"-Trainingstag dazu.

Das Training der Kandidaten verändert sich zudem im Verlauf der Zeit, da sich viele motorische Bewegungsabläufe automatisieren.

Zeit für zusätzliches Krafttraining bleibt neben dem Tanzen und dem Choreografietraining allerdings keine.

Lieblingsübungen nicht nur für "Let's Dance"

Der Physiotherapeut hat zwei Strategien, um den Körper zu fordern und zu regenerieren: Stabilisation und Rexalation. Er ist kein Fan von Gerätetraining oder viel zusätzlichem Gewicht.

"Das größte Problem unserer Zeit ist das viele Sitzen, wodurch der ganze Bewegungapperat vieler extrem eingeschränkt ist. Das eigene Körpergewicht zu beherrschen, ist das größte Problem der Vielsitzer", sagt Stommel.

Das zeigt sich auch in seinen drei favorisierten Übungen, die sich auf die Basics beschränken. Hat man diese jedoch einwandfrei verinnerlicht, resultiert das in einem starkem, leistungsfähigem Muskelkorsett.

Bei der Stabilisation steht die korrekte Ausführung der Übungen im Mittelpunkt, deswegen gibt es hier auch keine ausgefallenen Kreationen, wichtiger ist es, die Basics perfekt zu beherrschen.

Für die Relaxation, also die Entspannung der Muskulatur, greift Stommel gern auf Faszientraining zurück. Mehrere Rollen oder Faszienbälle gehören zu seiner absoluten Grundaustattung.

Der Physio empfiehlt das Faszientraining insbesondere in der Verletzungsprophylaxe und schwört auf die Rollen bei Muskelverspannungen.

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