Teil-Lockdown: Bundesregierung will Corona-Maßnahmen verschärfen

Damit die Verbreitung des Coronavirus reduziert und Weihnachten hoffentlich im Kreise der Liebsten gefeiert werden kann, haben Bund und Länder Anfang November gemeinsam neue Corona-Maßnahmen beschlossen.

Da die Infektionszahlen weiterhin hoch sind, sollen diese einheitlichen Regelungen nun verschärft werden, am Montag wird es eine Videokonferenz zwischen Bundeskanzlerin Angela Merken und den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder geben. 
 

Schärfere Coronamaßnahmen sollen beschlossen werden

Von den geplanten Verschärfungen sind vor allem die sozialen Kontakte betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll der Aufenthalt in der Öffentlichkeit künftig nur mit den Angehörigen des eigenen Hausstandes und maximal zwei Personen eines weiteren Hausstandes gestattet sein. 

Auf private Feiern solle zunächst bis zum Weihnachtsfest ganz verzichtet werden.

Kinder und Jugendliche sollen demnach dazu angehalten werden, sich in der Freizeit immer nur mit der gleichen Freundin bzw. dem gleichen Freund zu treffen. Private Zusammenkünfte mit Freunden und Bekannten sollten sich generell nur noch auf einen festen weiteren Hausstand beschränken. 

Künftig solle man sich zudem bei jedem Erkältungssymptom und insbesondere Husten und Schnupfen unmittelbar nach Hause in Quarantäne begeben.
 

Doch keine strengeren Corona-Regeln an Schulen

Aus einem Entwurf der Beschlussvorlage für die Video-Konferenz, der der dpa vorliegt, ging zunächst hervor, dass Schulen zwar weiterhin geöffnet bleiben, aber auch hier strengere Maßnahmen greifen sollen.

Unter anderem war das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge sowie für Lehrerinnen und Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts geplant. 

In einer aktualisierten Version des Entwurfs sind diese Punkte nach dpa-Informationen allerdings nicht mehr enthalten, die Bundesregierung scheint demnach zunächst keine Veränderungen an den bestehenden Regeln vornehmen zu wollen.

Die Länder sollen allerdings bis nächste Woche Vorschläge vorlegen, wie das Infektionsrisiko an Schulen weiter reduziert werden könne.
 

Schutz vor Corona: So viel wie möglich daheim bleiben

Bis die neuen Regeln beschlossen werden, gelten aber weiterhin die folgenden Maßnahmen, die unabhängig davon, wie hoch der Inzidenzwert einer Stadt oder eines Landkreises ist, bundesweit greifen. 

Generell dürfen sich aktuell nur noch die Angehörigen zweier Haushalte treffen – insgesamt jedoch maximal zehn Personen.

Zu anderen Personen ist in der Öffentlichkeit der Mindestabstand von 1,5 Metern zu halten. Außerdem darf im öffentlichen Raum zwischen 23 und 6 Uhr kein Alkohol konsumiert werden.

Auch in Wohnungen und privaten Einrichtungen dürfen sich gleichzeitig nur noch Personen aus zwei Haushalten aufhalten. Auf nicht notwendige private Reisen und Besuche von Freunden und Familie sollte ebenfalls verzichtet werden.

Trauerfeiern sowie Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften zur gemeinschaftlichen Religionsausübung können jedoch unter bestimmten Auflagen stattfinden. 

Personen, die aufgrund ihres Jobs unterwegs sind, sollten sich eine entsprechende Bescheinigung vom Arbeitgeber ausstellen lassen. Hotels und Pensionen dürfen aktuell keine Touristen mehr aufnehmen. 

Sofern möglich, sollte wieder von zu Hause aus gearbeitet werden. 
 

Die geltende Maskenpflicht

In vielen Städten gibt es Bereiche und Straßen, an denen zu bestimmten Uhrzeiten eine Atemschutzmaske getragen werden muss. 

Außerdem gilt eine allgemeine Maskenpflicht in allen öffentlichen Bereichen, in denen kein ausreichender Abstand eingehalten werden kann – wie beispielsweise im Einzelhandel oder auf Wochenmärkten. 

Auch in den öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie in Taxen oder anderen Fahrdienstanbietern ist das Tragen einer Maske verpflichtend. Ebenso in allen öffentlichen Gebäuden mit Publikumsverkehr.

In Krankenhäusern, Pflegeheimen und auch bei Gesundheitsbehandlungen, bei denen der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, sollten ebenfalls Masken getragen werden. Für die Behandlung selbst kann diese natürlich abgenommen werden. 

Bei beruflich bedingten Veranstaltungen an öffentlichen Orten im Inneren, wie Workshops, muss die Maske bis zum Sitzplatz und beim Verlassen dieses getragen werden.
 

Handel, Schulen und Kindergärten bleiben geöffnet

Die bereits aus dem ersten Lockdown bekannte Sorge vor geschlossenen Lebensmittelläden bleibt auch jetzt unbegründet. Der Einzel- und Großhandel bleibt geöffnet – allerdings unter strengen Hygiene-Auflagen. So darf sich auf 10 Quadratmetern Verkaufsfläche nur noch eine Person aufhalten.

Und auch eine Schließung von Schulen und Kindergärten ist bisher nicht vorgesehen. Gleiches gilt für Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe.

Jedoch ist in den Gebäuden und auf dem Gelände eine Maske zu tragen. Ab der fünften Klasse gilt auch während des Unterrichts eine Maskenpflicht. Diese Vorschriften gelten sogar bis zum Ende des Jahres.

Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen dürfen unter strengen Richtlinien besucht werden.
 

Freizeitangebot ausgesetzt

Vom neuerlichen Lockdown betroffen sind vor allem die Freizeit- und Gastrobranche. Denn alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind aktuell untersagt.

Auch der Freizeit- und Amateursportbetrieb wird vorerst ausgesetzt. Ausgenommen davon ist der Individualsport. Joggingrunden, Fahrradfahren oder ein HIIT-Workout an der frischen Luft sind also weiterhin erlaubt – sofern nicht in Gruppen trainiert wird. 

Der Profisport wie die Fußball-Bundesliga geht weiter – allerdings ohne Publikum. 

Auch Anhänger des Kraftsports müssen nun wohl oder übel wieder auf Home-Workouts ausweichen. Denn neben Schwimm- und Spaßbändern, Saunen und Thermen, mussten auch die Fitnessstudios erneut ihre Pforten schließen. 

Ebenfalls geschlossen sind:

  • Gastronomiebetriebe, Bars, Kneipen, Clubs und Discos (das Bestellen und Abholen von Essen ist weiterhin möglich)
  • Theater, Kinos, Messen, Opern und Konzerthäuse
  • Austellungen, Freizeitparks, zoologische Gärten, Tierparks
  • Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoostudios (Friseur- und Fußpflegesalons bleiben geöffnet, medizinisch notwendige Behandlungen sind weiterhin erlaubt)
  • Prostitutionsstätten und Bordelle

Von der Schließung ausgenommen sind bislang öffentliche Parks, Gedenkstätten und auch Spielplätze. An diesen Orten ist beim Besuch jedoch auf die Abstandsregelung zu achten. 
 

Sicherer mit AHA+AL

Die bisher bekannte AHA-Regel wurde in den letzten Wochen um zwei weitere Punkte ergänzt. Damit lautet der aktuelle Leitfaden nun:

  • Abstand von mindens 1,5 Meter einhalten
  • Hygieneregeln immer einhalten (Händewäschen, Husten und Niesen in die Armbeuge)
  • Alltagsmaske tragen
  • Corona-Warn App nutzen
  • Regelmäßig lüften in geschlossenen Räumen

Besonders der letzte Punkt ist entscheidend, um in Gebäuden die Verbreitung von Aerosolen zu minimieren.  

Quelle

  • Bundesregierung (2020): Regeln und Einschränkungen: Die Infektionsdynamik unterbrechen, abgerufen am 02.11.2020: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/coronavirus/corona-massnahmen-1734724

Cornelia Bertram, Deutsche Presse-Agentur (dpa)

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