7,80 Euro pro Schachtel: Abgabe gefordert – Zahlen Raucher bald eine „Tabak-Maut“?

Raucher müssen möglicherweise bald tiefer in die Tasche greifen. Das Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung fordert die Einführung einer „Tabak-Maut“. Der Preis für eine Schachtel Zigaretten würde auf 7,80 Euro ansteigen.

Rund 80 Millionen Euro kosten Raucher den deutschen Staat jährlich, schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Diese Kosten betreffen das Gesundheitssystem, das für Krankenbehandlungen, Reha-Aufenthalte und Pflege aufkommen muss, genau wie die deutsche Wirtschaft. Denn auch Arbeitsausfälle durch Krankheit oder Produktionsausfälle durch Raucherpausen am Arbeitsplatz kosten Geld.

„Wir wollen eine an Ressourcen gebundene Sonderabgabe.“

Mit der Einführung der sogenannten „Tabak-Maut“, einer Sonderabgabe auf jede Zigarettenpackung, will Albrecht Kloepfer vom Institut für Gesundheitssystem-Entwicklung dagegen angehen, wie der "Berliner Kurier" berichtet. Es gehe ihm dabei nicht um die Sanktionierung von Rauchern. Dennoch sei Rauchen ein bewusstes Fehlverhalten, dessen Kosten leicht zu ermitteln seien.

Deshalb spricht er sich für die „Tabak-Maut“ aus: „Raucher sollten in Zukunft auf jede Packung Zigaretten einen Zuschlag zahlen, der direkt in den Gesundheitsfonds fließt und die vom Rauchen verursachten Kosten zumindest zum Teil refinanziert", wird er vom "Berliner Kurier" zitiert.

19 Prozent der Zigaretten in Deutschland sind Schmuggelware

Anders als die Steuerabgaben, die bereits auf Zigaretten erhoben werden, soll es sich bei der „Tabak-Maut“ um eine Sonderabgabe handeln, die gezielt dem Gesundheitsfonds zukommen und nicht Haushaltslöcher stopfen soll. Kloepfer setzt sich damit vom Krebsforschungszentrum ab, das zwar auch höhere Zigarettenpreise fordert, allerdings in Form von Steuererhöhungen. 11,30 Euro pro Packung hält das Zentrum für realistisch.

Der Deutsche Zigarettenverband spricht sich gegen beide Varianten aus. 75 Prozent der Zigarettenpreise würden bereits durch Steuern verursacht, erklärte ein Sprecher des Verbands dem "Berliner Kurier". Höhere Preise für Zigaretten kämen nur dem Schwarzmarkt zugute. „Schon jetzt sind 19 Prozent der Zigaretten in Deutschland Schmuggelware. Auch das belastet den Staat finanziell.“

"Tabak-Maut"?

Zigarettenpreise in Deutschland sind seit 1964 kontinuierlich gestiegen. Ein markanter Preisanstieg ereignete sich in den Jahren 2000 bis 2005, als die Tabaksteuer um 1 Cent pro Zigarette angehoben wurde.

Sollte sich die Idee der „Tabak-Maut“ durchsetzen, würde der Preis einer Zigarette im Vergleich zu 2015 um ca. 15 Cent ansteigen und künftig 41 Cent kosten.

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