ABDA lehnt Einmischung aus Brüssel im Gesundheitswesen ab

Am vergangenen Montag hat die ABDA ihre Stellungnahme zur Arzneimittelstrategie der EU-Kommission veröffentlicht. Viel Raum nimmt darin das Thema Lieferengpässe ein. Zudem pocht die ABDA auf das Subsidiaritätsprinzip bei der Organisation des Gesundheitswesens in den einzelnen Mitgliedstaaten. Eingriffe aus Brüssel lehnt sie entschieden ab.

Im November vergangenen Jahres hatte DAZ.online über die neu verabschiedete europäische Arzneimittelstrategie berichtet. Schon zuvor hatte die ABDA im Konsultationsprozess ein Positionspapier bei der EU-Kommission dazu eingereicht. Sie hatte sich den Kampf gegen Lieferengpässe, den Zugang zu bezahlbaren Medikamenten und mehr Kompetenzen für Apotheken auf die Fahne geschrieben. Allerdings kommen die Apotheker:innen in dem verabschiedeten Strategie-Dokument der EU-Kommission nun gar nicht vor.

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Am 1. Februar veröffentlichte die ABDA erneut eine Stellungnahme zur Arzneimittelstrategie der EU-Kommission, die im Wesentlichen ihrem Positionspapier in der Konsultationsphase entspricht. Apotheken benötigen demnach frühzeitig Informationen über Probleme in der Lieferkette, um handeln zu können. Die Kommission habe in ihrer Mitteilung die erforderliche Transparenz über Lagerbestände erwähnt – und dafür kämen vor allem Zusammenführungen und Übersichten von regionalen und nationalen Daten infrage, schreibt die ABDA. Allerdings: „Angesichts erheblicher negativer Auswirkungen auf sensible Geschäftsgeheimnisse und mit Blick auf die erheblichen Bürokratiekosten sind hingegen Überlegungen abzulehnen, eine generelle Verpflichtung einzelner Betriebe zur Offenlegung ihrer Lagerbestände vorzusehen.“

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Auch eine Nutzung der europäischen Datenbanken zur Arzneimittelauthentifizierung (EMVO / securPharm) sei für die Bekämpfung von Engpässen nicht geeignet, da die dort vorhandenen Daten für ganz andere Zwecke erstellt und verarbeitet werden und keine Aufschlüsse über die tatsächliche Verfügbarkeit von Arzneimitteln im jeweiligen Markt bieten würden.

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