Beunruhigender RKI-Bericht: Corona-Ausbrüche an Schulen häufen sich früher als 2020

Die Stiko empfielt den mit dem Corona-Vakzin von Johnson & Johnson Geimpften eine Auffrischungsimpfung nach vier Wochen. Pfizer beantragt währenddessen in den USA die Zulassung seines Covid-19-Impfstoffs für Kinder ab fünf Jahren. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 8. Oktober

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RKI registriert 10.429 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 63,8

Freitag, 8. Oktober, 06.14 Uhr: Bei der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland gibt es derzeit wenig Dynamik. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 63,8 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 62,6 gelegen, vor einer Woche bei 64,3 (Vormonat: 82,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 10.429 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.01 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.118 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 73 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.293.807 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Matthias Balk/dpa/Symbolbild

Laut einer Studie der US-Gesundheitsbehörde ist die Maskenpflicht eine effektive Methode, das Infektionsgeschehen einzudämmen.

RKI-Chef Lothar Wieler hatte am Mittwoch in Berlin bekräftigt, dass nach RKI-Empfehlung die Maßnahmen zum Infektionsschutz an Kitas und Schulen – ebenso wie in Alten- und Pflegeheimen – bis zum Frühjahr 2022 aufrechterhalten werden sollten. Er sagte: "Wir wollen, dass Kitas und Schulen auf bleiben, aber bitte unter Beibehaltung von Schutzmaßnahmen." Mehrere Bundesländer hatten zuletzt die Maskenpflicht an Schulen aufgehoben.

Die Zahl der Ausbrüche in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland gibt das RKI im Bericht für vergangene Woche mit 52 an. Das Institut spricht von einem deutlichen Rückgang solcher Ausbrüche insbesondere wegen Impfungen und Hygienemaßnahmen.

Pfizer beantragt Impfstoff-Zulassung für Fünf- bis Elfjährige in den USA

15.42 Uhr: Der US-Pharmakonzern Pfizer hat in den USA eine Notfallzulassung seines zusammen mit dem Mainzer Unternehmen Biontech entwickelten Corona-Impfstoffs für fünf- bis elfjährige Kinder beantragt. Der Antrag sei der US-Arzneimittelbehörde FDA übermittelt worden, erklärte Pfizer am Donnerstag auf Twitter. Nach Angaben der Behörde könnte es nun "noch einige Wochen" dauern, bis die ersten Kinder regulär geimpft werden.

Im September hatten Pfizer und Biontech bei der FDA Studiendaten eingereicht, wonach der Impfstoff bei Kindern "sicher und wirksam" sei. Die Behörde teilte vergangene Woche mit, dass sie für den 26. Oktober eine Sitzung des zuständigen Beratungsgremiums zur Überprüfung der Daten anberaumt habe. Das Gremium muss eine Stellungnahme abgeben, bevor die Genehmigung formell erteilt werden kann.

Nach eigenen Angaben haben die Unternehmen ihren Impfstoff bei der Zulassungsstudie an mehr als 2000 Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren getestet. Die Dosierung wurde dabei auf zehn Mikrogramm pro Spritze reduziert. Bei älteren Menschen werden 30 Mikrogramm verabreicht. Die Probanden hätten das Mittel gut vertragen und eine vergleichbare Immunreaktion wie 16- bis 25-Jährige gezeigt.

Pfizer und Biontech kündigten an, die Daten so bald wie möglich auch bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und weiteren Zulassungsbehörden weltweit einzureichen. Der Corona-Impfstoff von Pfizer und Biontech ist in den USA für über 16-Jährige uneingeschränkt zugelassen. Für zwölf- bis 15-Jährige liegt bisher eine Notfallzulassung vor.

Stiko bestätigt: Impfschutz bei Johnson & Johnson ungenügend

15.29 Uhr: Weil der Impfschutz nach einer Dosis des Impfstoffs von Johnson & Johnson laut eines Expertengremiums der Ständigen Impfkommission (Stiko) ungenügend ist, empfiehlt diese eine weitere Impfung für Personen, die das Vakzin erhalten haben. Diese zweite Impfung könne frühestens vier Wochen nach der ersten stattfinden.

Daniel Karmann/dpa/Symbolbild Ampullen mit dem Corona-Impfstoff stehen auf einem Tisch.  

Die Information, die schon früher am Tag bekannt wurde, gab die Stiko heraus, da es unter Geimpften die meisten Durchbrüche gegeben hat, wenn diese den Impfstoff von Johnson & Johnson erhalten haben. Speziell gegen die mittlerweile in Deutschland vorherrschende Delta-Variante sei der Schutz im Vergleich zu dem, den Vakzine anderer Hersteller bieten, geringer.

Bisher ist das aber noch keine finale Stiko-Empfehlung. Ein entsprechender Beschlussentwurf sei aber in die Abstimmung mit Fachkreisen und den Bundesländern gegangen. Daher seien Änderungen noch möglich, wie es heißt.

Stiko empfiehlt Corona-Auffrischungsimpfungen für über 70-Jährige

14.19 Uhr: Die Stiko hat für Über-70-Jährige und andere Gruppen eine Booster-Impfung empfohlen. Die Auffrischimpfung soll frühestens sechs Monate nach der Grundimmunisierung verabreicht werden. Folgenden Gruppen empfiehlt die Stiko eine Booster-Impfung:

  • Personen im Alter von ≥ 70 Jahren
  • BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen. Aufgrund des erhöhten Ausbruchspotentials sind hier auch BewohnerInnen im Alter von < 70 Jahren eingeschlossen.
  • Pflegepersonal und andere Tätige mit direktem Kontakt mit den zu Pflegenden in ambulanten, teil- oder vollstationären Einrichtungen der Pflege für (i) alte Menschen oder (ii) für andere Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Krankheitsverläufe
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit direktem Patientenkontakt

Außerdem sollen Personen, die mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson geimpft wurden, eine zusätzliche Impfung mit einem mRNA-Impfstoff.

Schäuble ermahnt SPD-Fraktion nach Gruppen-Foto ohne Masken – aber keine Geldstrafe

12.53 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat ein weitgehend ohne Schutzmasken angefertigtes SPD-Gruppenfoto zum Anlass genommen, die Fraktionen zum Einhalten der Hygieneregeln im Bundestag hinzuweisen. Schäuble habe die Fraktionen ermahnt, die geltenden Regeln auch im Sinne einer Vorbildfunktion einzuhalten, sagte ein Sprecher der "Bild"-Zeitung.

dpa Foto der neuen SPD-Fraktion – nur Lauterbach trägt eine Maske  

Die neue SPD-Fraktion hatte sich drei Tage nach der Bundestagswahl in einem Gebäude des Parlaments, dem Paul-Löbe-Haus, für ein Gruppenfoto versammelt. Für das Foto hatten fast alle Abgeordneten ihre Masken abgenommen, obwohl in den Parlamentsgebäude Maske getragen werden muss. Die Bundestagsverwaltung teilte laut "Bild" mit, dass der Verstoß als geringfügig anzusehen sei und auf die Einleitung von Verfahren verzichtet werde.

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