COVID-19 durch Atemtest erkennen – Heilpraxis

Corona-Erkrankung: Atemtest auf COVID-19

Es ist schon länger bekannt, dass es bei manchen Erkrankungen zu charakteristischen Gerüchen kommen kann. Daher kann auch die Atemluft zur Diagnose bestimmter Krankheiten beitragen – möglicherweise auch zum Erkennen von COVID-19, wie Forschende nun herausgefunden haben.

Es ist dringend erforderlich, COVID-19 schnell von anderen Atemwegserkrankungen, einschließlich Influenza, zu unterscheiden, schreiben Forschende aus Schottland und Deutschland im Fachjournal „EClinicalMedicine“, das von der Fachzeitschrift „The Lancet“ publiziert wird. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sich mit einem möglichen Atemtest für die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelöste Krankheit beschäftigt und berichten nun über vielversprechende Ergebnisse.

COVID-19 mit „elektronischen Nasen“ erkennen

Wie das Deutsche Ärzteblatt auf seiner Webseite erklärt, kommt es bei einer Infektion der Lungen mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zur Bildung von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC), deren Analyse in einer Atemprobe zur Diagnose der Erkrankung genutzt werden könnte.

Die Atemluft wird derzeit kaum zur Diagnostik genutzt, obwohl sich manche Krankheiten leicht am Geruch erkennen lassen. Vor allem Hunde haben diese spezielle Gabe: „Hunde haben eine sehr gute Nase und können z.B. eine Unterzuckerung bei einem Patienten riechen, ehe es der Betroffene selbst spürt. Auch bei Lungenkrebserkrankungen gibt es hierzu bereits positive Forschungsergebnisse“, erklärte Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund, in einer älteren Mitteilung.

Da es allerdings lange dauert, bis Hunde auf eine bestimmte Erkrankung trainiert werden, nutzen Forschende „elektronische Hundenasen“. Forschungsteams der Universität Edinburgh (Großbritannien) sowie des Klinikums Dortmund haben solche Geräte an Patientinnen und Patienten mit COVID-19 erprobt. Das Messinstrument (eines Dortmunder Herstellers) koppelt die Gaschromatografie mit einer Ionen-Mobilitäts-Spektrometrie (GC-IMS). Die zwei Teams verglichen Atemluftanalysen von COVID-19-Erkrankten mit denen von Patientinnen und Patienten mit anderen Atemwegserkrankungen wie Asthma oder COPD oder bakteriellen oder viralen Atemwegsinfektionen.

Hohe Treffsicherheit

Für die Untersuchung müssen die Erkrankten in ein Plastikröhrchen pusten, aus dem die eingeblasene Luft mithilfe einer Spritze entnommen und in das Gerät eingebracht wird. Die Ergebnisse liegen nach kurzer Zeit vor, spezielle Reagenzien sind für diese Methode nicht nötig. Daher könnte die Untersuchung als Schnelltest an Ort und Stelle durchgeführt werden. Da bei der Probenentnahme keine Aerosole freigesetzt werden, wären keine erhöhten Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Die Ergebnisse der beiden Teams sind vielversprechend.

Mit einer Treffsicherheit von 80 Prozent beziehungsweise 81,5 Prozent gelang es den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die COVID-19-Erkrankten zu ermitteln – die Diagnose wurde jeweils durch einen Abstrich bestätigt. Eine Unterscheidung zwischen COVID-19 und den anderen Erkrankungen zeigte sich in den VOC vor allem durch verschiedene Konzentrationen von Ethanol, Octanal, Aceton, Aceton/ Butanon-Mischcluster und Methanol.

„Diese beiden Studien zeigen unabhängig voneinander, dass Patienten mit COVID-19 beim ersten Kontakt mit dem Gesundheitswesen schnell von Patienten mit anderen Erkrankungen unterschieden werden können“, schreiben die Forschenden. „Die Entwicklung und Validierung dieses Ansatzes kann eine schnelle Diagnose von COVID-19 in den kommenden endemischen Grippesaisons ermöglichen.“ (ad)

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