COVID-19-Studie: Russischer Impfstoff Sputnik-V hat Wirksamkeit von 91,6 Prozent – Heilpraxis

Informationen zum russischen COVID-19-Impfstoff

Der vom russischen Gesundheitsministerium entwickelte COVID-19-Impfstoff hat eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent, berichtet das „British Medical Journal“ (BMJ) von den Ergebnissen einer aktuellen Studie. Das zwei-Dosis-Regime des viralen Vektorimpfstoffs werde in Allgemeinen gut vertagen und führe zu keinerlei schwerwiegenden unerwünschten Auswirkungen.

Der in Russland entwickelte COVID-19-Impfstoff hat eine hohe Wirksamkeit und keine schweren Nebenwirkungen, außerdem ist seine Wirksamkeit ähnlich stark bei Personen über und unter 60 Jahren, so das Zwischenergebnisse einer Phase-III-Studie des Gamaleya Research Institute, einem Teil des russischen Gesundheitsministeriums. Die Studie wurde in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Lancet“ veröffentlicht.

Gam-COVID-Vac, auch bekannt als Sputnik V, wurde zwischen dem 7. September und 24. November 2020 in 25 Krankenhäusern und Polikliniken in Moskau getestet. Knapp 15.000 Probandinnen und Probanden erhielten den Impfstoff (davon waren 1.611 über 60 Jahre alt) und 4.902 erhielten ein Placebo (Impfstoffpufferzusammensetzung).

Häufigkeit von Infektionen drei Wochen nach Impfung?

Per PCR-Test wurde überprüft, ob noch Infektionen drei Wochen nach der ersten Impfung auftraten. Ab 21 Tagen nach der ersten Impfstoffdosis (dem Tag der zweiten Dosis) wurden in der Studie 16 Fälle von COVID-19 in der Impfstoffgruppe (0,1 Prozent) und 62 Fälle (1,3 Prozent) in der Placebogruppe gemeldet, berichten die Forschenden.

Allerdings wurden die Teilnehmenden nur auf COVID-19 getestet, wenn sie selbst Symptome angaben. Die Daten zur Wirksamkeit umfassen daher nur symptomatische Fälle.

Wie wirksam war der Impfstoff?

Dies entsprach einer Gesamtwirksamkeit von 91,6 Prozent. Aufgeschlüsselt nach Alter ergab die Studie eine Wirksamkeit von 91,8 Prozent bei Menschen über 60 Jahren, 92,7 Prozent bei den 51- bis 60-Jährigen, 91,3 Prozent bei den 41- bis 50-Jährigen, 90,0 Prozent bei den 31- bis 40-Jährigen und 91,9 Prozent bei den 18- bis 30-Jährigen, erläutert das Team.

Wirksamkeit nach 14 Tagen liegt bei 87.6 Prozent

Die Ergebnisse der Studie zeigen außerdem, dass 14 Tage nach der ersten Dosis die Wirksamkeit des Impfstoffs bei 87,6 Prozent lag. Zu jedem beliebigen Zeitpunkt nach der ersten Dosis lag die Wirksamkeit bei 73,1 Prozent. Die Forschenden untersuchen jetzt eine einmalige Verabreichung des Impfstoffs.

Welche Nebenwirkungen traten auf?

Außerdem untersuchten die Fachleute den Schweregrad der Erkrankung und das Auftreten bzw. den Schweregrad von unerwünschten Ereignissen. In der Impfstoffgruppe traten keine mittelschweren oder schweren Fälle von COVID-19 auf, in der Placebogruppe dagegen 20. Die meisten gemeldeten unerwünschten Ereignisse waren leicht, einschließlich grippeähnlicher Symptome, Schmerzen an der Injektionsstelle und Schwäche oder geringer Energie, berichtet das Team weiter.

Der Impfstoff verwendet eine ähnliche Technologie wie der Oxford-Impfstoff von AstraZeneca, folgt jedoch einem Grund- und einem Auffrischungsschema. Die beiden Impfungen verwenden unterschiedliche Vektoren – der erste rAd26 und der zweite rAd5 – aber beide tragen das Gen für das vollständige SARS-CoV-2-Spike-Protein in sich, erklären die Forschenden.

Worauf ist der Impfstoff ausgelegt?

Das Impfstoffdesign zielt darauf ab, höhere Immunantworten auf den Zielspike zu erzeugen, indem zwei leicht unterschiedliche Impfungen verwendet werden – das einzige gemeinsame Element der Impfung ist der COVID-19-Spike.

„Dies wird als vorteilhaft für Adenovirus-basierte Impfstoffe angesehen, da das Immunsystem bei zwei identischen Impfstoffdosen so effizient sein kann, dass es die zweite Dosis so schnell eliminiert, dass die Immunität gegen den Spike nicht so stark verstärkt wird“, erklärt Professor Alexander Edwardsvon der University of Reading im Fachjournal „BMJ“.

„Während der heterologe Prime Boost in den letzten 20 Jahren diskutiert und experimentell erforscht wurde, könnte dies die erste groß angelegte Studie am Menschen sein, die endlich beweist, wie gut der Ansatz funktionieren kann, um eine weit verbreitete menschliche Krankheit zu verhindern. Weitere klinische Studien sind dringend notwendig, um zu verstehen, wie man verschiedene Impfstoffdosen am besten kombiniert, um einen maximalen Schutz zu erreichen, insbesondere wenn regelmäßige Impfprogramme ähnlich dem jährlichen Grippeprogramm wichtig werden“, fügt der Experte hinzu. (as)

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