„Die FDP ist immer noch die beste Wahl für Apotheker“

Die Apotheker und die FDP – Ist die Beziehung noch zu retten oder ein Fall für den Paartherapeuten? Schaut man auf die vergangenen Jahre zurück, ist das eine berechtigte Frage. Denn insbesondere Parteichef Christian Lindner erklärte mehrfach, dass die Apotheker nicht unter „Naturschutz“ stehen. ABDA-Präsident Friedemann Schmidt bezeichnet die Beziehung zu seiner ehemaligen Partei als „weitgehend zerstört“. Doch im exklusiven Video-Interview mit DAZ und DAZ.online will Lindner nun einiges „geraderücken“.

Erst kürzlich nahm ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die politischen Vorgänge in Thüringen zum Anlass, seine FDP-Parteimitgliedschaft nach rund 20 Jahren zu kündigen. Im Hinblick auf die FDP-Positionen zum Apothekenmarkt bezeichnete er das Verhältnis schon vor einem Jahr im Rahmen eines Interviews als „weitgehend zerstört“. Schmidts Austritt aus der Partei ist aus Apothekersicht die jüngste Eskalation in einem Konflikt, der inzwischen seit mehreren Jahren ausgetragen wird.

Seinen Anfang nahm dieser Konflikt mit dem Bundestagswahlprogramm der FDP für die Wahl 2017, in dem die Liberalen Apothekenketten fordern. Viele FDP-Spitzenpolitiker beteuerten sofort, dass das alles ein Fehler gewesen sei, keiner wusste so richtig, wo diese Passage auf einmal herkam – bis auf Christian Lindner. Der FDP-Parteichef ließ gefühlt kein Interview aus, in dem er den Abstand seiner Partei zu den Pharmazeuten deutlich machte. Die FDP sei keine Apothekerpartei, die Apotheker gehörten nicht länger unter Naturschutz gestellt.

Linder will etwas geraderücken

Aber Lindner hatte auch mit Blick auf die Berichterstattung von DAZ und DAZ.online offenbar das Gefühl, sich zu diesem Konflikt jetzt äußern zu müssen. Er kontaktierte die Redaktion und bat um ein Video-Interview. Gesagt, getan. Wer glaubte, dass Lindner auf Konfrontationskurs gehen wollte und den Apothekern noch einmal so richtig zeigen wollte, dass sie sich weiterentwickeln müssten und die FDP mit ihrem Deregulierungskurs richtig liege, der hatte sich getäuscht. Denn der FDP-Chef stieg schon früh im Interview mit der Aussage ein: „Ich glaube, es gibt ein paar Dinge, die man geraderücken muss.“

So wie sein Fraktionskollege, der Infektiologe Prof. Andre Ullmann im DAZ.online Geschichtentaxi, beteuert auch Lindner, dass das Thema Fremdbesitzverbot für die Liberalen nicht mehr angetastet wird. Er wolle zwar die Wahlfreiheit zwischen Apotheken und Versendern, an der Freiberuflichkeit wolle er aber nicht drehen, versichert er. Auch seine „Naturschutz“-Äußerung relativierte Lindner. Trotz des Parteiaustritts von Friedemann Schmidt sei die FDP immer noch die beste Wahl für die Apotheker, meint Lindner.

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