Entwickler der FORTA-Liste mit Ehrenpreis ausgezeichnet

Wie die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie e.V. mitteilt, wurden im Rahmen des Online-Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) vom 2. bis 4. September Preise im Wert von insgesamt über 12.000 Euro verliehen. Einer davon ist der Ehrenpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung – er ging an Privatdozent Dr. Heinrich Burkhardt, der eine der international bedeutendsten Medikamenten-Klassifikationen für ältere Menschen mitentwickelt hat: die FORTA-Liste.

„Der mit 6.000 Euro dotierte Ehrenpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung geht in diesem Jahr an Privatdozent Dr. Heinrich Burkhardt, Direktor der IV. Medizinischen Klinik / Geriatrie der Universitätsmedizin Mannheim. Gewürdigt wird der Geriater und Internist für seine hervorragende und vielfältige Forschungsarbeit insbesondere zur Pharmakotherapie beim älteren Patienten – ein Bereich, in dem er sich auch an der Universität Heidelberg habilitierte“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie e.V. (DGG). 

Auch Pharmazeut:innen dürfte Burkhardt ein Begriff sein. Denn er hat gemeinsam mit Professor Martin Wehling vom Zentrum für Gerontopharmakologie der Universität Heidelberg „FORTA“ entwickelt – kurz für „Fit fOR The Aged“.

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Die FORTA-Liste ist neben beispielsweise den Beers-Kriterien oder der Priscus-Liste eines der bekanntesten Hilfsmittel für die Pharmakotherapie von Älteren und liegt bereits in der dritten Version vor. „Mir war und ist es stets ein Anliegen, die Vulnerabilität älterer Menschen, etwa durch ihre Multimorbidität, bei individuellen Entscheidungen zur Pharmakotherapie zu berücksichtigen. FORTA ist ein sehr wichtiges Instrument dafür“, wird Burkhardt zitiert. Als einer der Initiatoren habe er FORTA auf der internationalen Bühne etabliert und in verschiedenen vernetzten Projekten in diesem Feld mitgearbeitet, heißt es. 

„Forta (Fit-fOR-The-Aged) teilt die Alterstauglichkeit von Arzneimitteln in vier Kategorien ein:

  • A: unverzichtbar,
  • B: vorteilhaft,
  • C: fragwürdig,
  • D: vermeiden.

In der Forta2018-Liste sind 296 Arz­neimittel(-gruppen) für 30, im hohen Alter wichtige, Diagnosen bewertet. Die Liste steht kostenfrei online zur Verfügung, außerdem gibt es eine App.“ (Quelle: DAZ.online 18.02.2019) 

Außerdem erhielt Dr. Jana Seele den „Schiffbauer-Förderpreis“. Dieser Förderpreis der Rolf-und-Hubertine-Schiffbauer-Stiftung ist mit 3.000 Euro dotiert. Seele ist Postdoktorandin am Institut für Neuropathologie der Universitätsmedizin Göttingen und im Geriatrischen Zentrum des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende (EKW). Sie hat gemeinsam mit einem interdisziplinären Team aus Biologen, Chemikern, Statistikern und Medizinern eine Studie durchgeführt, um Infektionen mit den Toxin bildenden Clostridioides difficile (TCD) bei geriatrischen Patienten zu reduzieren. Infektionen durch die Bakterienart Clostridioides difficile sollen bei der Behandlung von über 65-jährigen Personen derzeit eine der größten krankenhaushygienischen Herausforderungen darstellen.

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Mit Dr. Carl-Philipp Jansen ging ein Preis außerdem an die Sportwissenschaft. Er erhielt stellvertretend als Koordinator der interdisziplinären Studie „LiFE-is-LiFE“, für seinen Beitrag „Stürze vermeiden, Aktivität steigern: Vergleich eines individualisierten und eines gruppenbasierten LiFE-Formats“ den mit 2.000 Euro dotierten DGG-Preis zur Förderung der interdisziplinären Altersforschung. „LiFE“ steht für „Lebensstil-integrierte Funktionelle ÜbungEn“.

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Außerdem wurde eine wissenschaftliche Arbeit ausgezeichnet, die nahelegt, dass durch die Aktivitätssteigerung bestimmter molekularer Schalter altersbedingten Gefäßerkrankungen wie Arteriosklerose vorgebeugt werden könnte. Dafür erhielt Dr. Björn Hegner (Chefarzt der Vitanas Klinik für Geriatrie Märkisches Viertel in Berlin) den Bethesda Forschungspreis des Wissenschaftsforums Geriatrie, dotiert mit 1.000 Euro.

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