EU verklagt Astrazeneca – Johnson & Johnson kürzt Lieferungen für Deutschland

Bei den Corona-Impfungen in Deutschland könnte aus Sicht von Jens Spahn wohl ab Juni keine festgelegte Reihenfolge mehr nötig sein. Markus Söder sprach sich vor dem Impfgipfel dafür aus, noch im Mai alle Impfstoffe für alle freizugeben. Alle Meldungen rund um das Impfen in Deutschland lesen Sie im Ticker von FOCUS Online.

Informationen zur Coronavirus-Impfung vom 27. April 2021

  • Auf dem schnellsten Weg zum Pieks Hausarzt, Impfzentrum, Drive-In, Newsletter: So kommen Sie jetzt an Ihren Impf-Termin
  • Biontech, Moderna, Astrazeneca (Vaxzevria), Curevac – Die wichtigsten Coronavirus-Impfstoffe im Check  

Wegen "inhärenter Risiken": Brasilien lässt Sputnik V nicht zu

06.18 Uhr: Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa versagt dem russischen Impfstoff Sputnik V die Zulassung. Der fünfköpfige Vorstand stimmt einstimmig dafür, das Vakzin wegen "inhärenter Risiken" und "schwerwiegenden Mängeln" nicht zuzulassen. Es würden nicht ausreichend Informationen zu dem Impfstoff vorliegen, um die Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit zu gewährleisten, heißt es.

US-Staat bietet Jüngeren 100 US-Dollar als Impfanreiz

03.25 Uhr: Der US-Bundesstaat West Virgina bietet Bürgern im Alter von 16 bis 35 Jahren als Belohnung für eine Corona-Impfung ein Wertpapier in Höhe von 100 US-Dollar (83 Euro) an. Es gehe darum, diese Bevölkerungsgruppe "wirklich zu motivieren", um die Pandemie gemeinsam zu besiegen, erklärte Gouverneur Jim Justice. "Sie nehmen die Impfung nicht so schnell an wie wir uns das wünschen", sagte Justice.

In dem Bundesstaat mit rund 1,8 Millionen Einwohnern haben bislang rund 52 Prozent der Menschen, die älter als 16 Jahre sind, mindestens die erste Impfung erhalten. Aber die Nachfrage habe in den vergangenen Wochen abgenommen, erklärte der Gouverneur. Wenn es gelingen sollte, 80 Prozent der jüngeren Bürger zu impfen, könnte der Staat eine Impfquote von rund 70 Prozent erreichen "und dem Virus ein Ende bereiten", sagte er. Paul Hennessy/SOPA Images via ZUMA Wire/dpa Das Corona-Impfprogramm der USA kommt weiter gut voran. Sorgenkind ist das Vakzin von Johnson & Johnson: Wegen Gesundheitsbedenken wird es derzeit nicht verabreicht.

Die Impfkampagne in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, schreitet zügig voran. Der Gesundheitsbehörde CDC zufolge erhielten bislang rund 141 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis, 96 Millionen Menschen sind bereits vollständig geimpft. Rund 37 Prozent der Erwachsenen sind damit vollständig geschützt. 

Amnesty: EU muss Patente für Corona-Impfstoffe freigeben

03.10 Uhr: Amnesty International hat die EU aufgefordert, den Patentschutz für Corona-Impfstoffe vorübergehend auszusetzen. Die Europäische Kommission und ihre Mitgliedstaaten ignorierten bislang die zunehmenden Forderungen nach einem Patentverzicht, der die weltweite Produktion und Verfügbarkeit von Corona-Impfstoffen und Zubehör erhöhen würde, kritisierte die Menschenrechtsorganisation am Dienstag.

Rund 400 Abgeordnete des EU-Parlaments und nationaler Parlamente hätten sich kürzlich der Forderung von Nobelpreisträgerinnen und -trägern sowie ehemaliger Staats- und Regierungschefs angeschlossen, den Patentschutz zeitweilig auszusetzen, erklärte Amnesty. Zwar wachse die Unterstützung für diese Initiative, "doch die Diskussionen gehen bislang nicht über den Austausch von Klarstellungen und zusätzlichen Erklärungen hinaus", beklagte Amnesty. Der Grund dafür sei "der Widerstand einiger Länder, darunter die EU und ihre Mitgliedsstaaten, die USA und Japan".

Es sei "nachvollziehbar", dass alle Staaten sich genug Impfstoff für ihre Bevölkerung sichern wollten, erklärte Maria Scharlau von Amnesty International in Deutschland. Gleichzeitig müssten die Staaten jedoch durch das zeitweise Aussetzen bestimmter Rechte des geistigen Eigentums "den Weg freimachen, damit mehr Impfstoff an viel mehr Standorten produziert werden kann".

Durch die vorübergehende Ausnahmeregelung soll die weltweite Impfstoff-Produktion angekurbelt werden. Der Vorstoß wird von dutzenden ärmeren Ländern unterstützt, während die Industrienationen, in denen die großen Pharmakonzerne ansässig sind, dies bislang ablehnen.

Göring-Eckardt: Impfgipfel "hinkt der Realität hinterher"

Dienstag, 27. April 2021, 01.00 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sieht nach dem Impfgipfel weiteren Klärungsbedarf. "Damit die Impfkampagne in den nächsten Wochen bei besserer Impfstoffverfügbarkeit mehr Tempo entfalten kann, hätte es heute klare Absprachen und Vorbereitungen für die baldige Einbeziehung der über 10.000 Betriebsärzte geben müssen", sagte Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es müsse zudem zügig geprüft werden, ob bei bestimmten Impfstoffen die Zulassung für Kinder und Jugendliche erweitert werden könne oder wie Kinder anders schneller einen Impfschutz erhalten könnten. Der Impfgipfel habe viele Fragen offen gelassen "und hinkt der Realität hinterher".

Erfreut äußerte sich die Grünen-Politikerin über mögliche Erleichterungen für Geimpfte, die nach dem 28. Mai in Kraft treten könnten. "Dass für bereits Geimpfte und Genesene Beschränkungen bald verlässlich und in verantwortlichem Ausmaß zurückgenommen werden können, ist gut und überfällig." Es müsse schnell geklärt werden, wie der Nachweis über Impfungen oder eine überstandene Corona-Erkrankung in der Praxis erbracht werden soll.

WHO warnt: Millionen Kinder verpassen wegen Corona wichtige Impfungen

17.11 Uhr: In 50 Ländern können zurzeit wichtige Impfkampagnen etwa gegen Masern, Polio oder Gelbfieber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. 228 Millionen Menschen – die meisten davon Kinder – laufen dadurch Gefahr, vermeidbare, teils lebensgefährliche Krankheiten zu bekommen, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Impfinitiative GAVI und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Montag in Genf berichteten.

Gerade bei Masern zeichnete sich schon vor der Corona-Pandemie ein Besorgnis erregender Trend ab. Millionen von Kindern wurden nicht gegen Masern geimpft. "Die Pandemie hat eine schwierige Situation noch schlimmer gemacht", sagte Unicef-Chefin Henrietta Fore. Im Kongo, in Pakistan und im Jemen gab es in letzter Zeit größere Masern-Ausbrüche. Eines der Probleme war auch die Unterbrechung von Lieferketten.

Impfstoff-Hersteller Johnson & Johnson kürzt Lieferungen für Deutschland

16.01 Uhr: Die für diese Woche angedachte zweite Impfstoff-Lieferung von Johnson & Johnson soll deutlich kleiner ausfallen als zuvor angekündigt. Das berichtet der „Spiegel“. Ursprünglich sei geplant gewesen, dass in den kommenden Tagen 444.000 Dosen des US-Herstellers Deutschland erreichen.

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) von Jens Spahn bestätigte gegenüber dem „Spiegel“ die verkürzte Impfstoffmenge: „Die zweite Lieferung wird nicht den ursprünglich prognostizierten Umfang haben.“ Wieviel Dosen Deutschland tatsächlich erreichen würden, könne man hingegen nicht sagen. Seitens Johnson & Johnson hieß es: „Wir kommunizieren Liefermengen nicht öffentlich.“

In der EU war die Auslieferung des Präparats erst in der vergangenen Woche angelaufen und soll so die Impfungen beschleunigen. Im Unterschied zu anderen Impfstoffen ist nur eine einzige Dosis nötig. ./Johnson & Johnson/AP/dpa

Astrazeneca reagiert auf EU-Klage: "Rechtsstreit ist unbegründet"

14.53 Uhr: Der Impfstoffhersteller Astrazeneca hat sich nach dem von der EU-Kommission eingeleiteten Verfahren gegen den Konzern für sein Vorgehen gerechtfertigt. Astrazeneca habe sich an seinen Vertrag mit der EU-Kommission gehalten und werde sich vor Gericht verteidigen, hieß es am Montag in einer Reaktion des Unternehmens auf die Ankündigung aus Brüssel.

"Wir glauben, dass dieser Rechtsstreit unbegründet ist und begrüßen die Möglichkeit, diese Auseinandersetzung so schnell wie möglich beizulegen", hieß es von Astrazeneca. Man werde den EU-Staaten bis Ende April gemäß der Vorhersage fast 50 Millionen Impfdosen liefern. Außerdem arbeite man daran, die Produktion weiter schnellstmöglich hochzufahren. Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa Einmal mehr in den Schlagzeilen: Immer wieder gibt es Probleme mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca – diesmal geht es um ausbleibenden Nachschub.

EU leitet rechtliche Schritte gegen Astrazeneca ein

13.42 Uhr: Im Streit über ausbleibende Impfstofflieferungen hat die EU-Kommission rechtliche Schritte gegen den Hersteller Astrazeneca eingeleitet. Man habe das Verfahren vor einem belgischen Gericht auch im Namen der 27 Mitgliedsstaaten gestartet, teilte ein Kommissionssprecher am Montag mit. Der britisch-schwedische Hersteller hatte die Lieferungen von Corona-Impfstoff an die Europäische Union in den vergangenen Monaten immer wieder einseitig drastisch gekürzt. Im ersten Quartal gingen nur 30 Millionen statt 120 Millionen Impfdosen an die 27 Staaten. Für das zweite Quartal werden nach jüngsten Angaben 70 Millionen Dosen erwartet. Ursprünglich waren 180 Millionen vereinbart.

Aus Sicht der EU-Kommission verstößt der Hersteller damit gegen einen EU-Rahmenvertrag vom August 2020. Insgesamt hat die EU-Kommission 300 Millionen Dosen von Astrazeneca bestellt. Eine Option auf weitere 100 Millionen Dosen ließ sie ungenutzt verstreichen.

Das Verhältnis zwischen der EU-Kommission und dem Unternehmen ist schon lange angespannt – auch, weil Großbritannien von den Lieferproblemen kaum betroffen war. Die EU hatte deshalb einen Export-Kontrollmechanismus eingeführt. Eine Lieferung über 250.000 Astrazeneca-Dosen aus Italien nach Australien wurde blockiert. Die EU-Kommission hatte bereits ein Schlichtungsverfahren mit dem Unternehmen eingeleitet. Die Klage ist nun der nächste Schritt. An den Lieferrückständen dürfte sich dadurch allerdings nichts ändern.

Ein Großteil des Impfstoffs, der in den EU-Staaten gespritzt wird, stammt derzeit vom deutsch-amerikanischen Hersteller Biontech/Pfizer. Neben Astrazeneca haben außerdem die Präparate von Moderna sowie Johnson & Johnson eine europäische Zulassung.

Inzwischen wird der Impfstoff von Astrazeneca in vielen EU-Staaten nur noch eingeschränkt verwendet, weil er in Verbindung mit sehr seltenen Fällen von Hirnvenenthrombosen gebracht wird. Er ist von der EU-Arzneimittelbehörde EMA aber weiter uneingeschränkt freigegeben. Nicolas Armer/dpa

Merkel äußert schlimme Befürchtung für Montag: "Das wird ein Anklagegipfel"

12.45 Uhr:  Bundeskanzlerin Angela Merkel fürchtet schlimme Diskussionen beim Impf-Gipfel am Montag. Laut "Bild" soll sie in der CDU-Präsidiumsschalte Folgendes gesagt haben: "Das wird ein Anklagegipfel, wenn ich mir die Wortbeiträge der A-Seite anschaue."

Damit sind die SPD-geführten Länder gemeint. Insbesondere diese hatten Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in der Vergangenheit für dessen Agieren in Sachen Impfung immer wieder attackiert. Der plädierte unterdessen dafür, dass "die Erfolgsgeschichten" der Impfung öffentlich erzählt werden sollen.

Zudem sagt die Kanzlerin, dass für Getestete nicht das gelten könne, was für Geimpfte gelten soll. "Sicherheit der Impfung ist viel robuster als die Sicherheit der Tests", soll sie gesagt haben. Damit widerspricht Merkel den Auszügen eines Entwurfspapiers für den heutigen Impfgipfel.

Die Bundesregierung will Erleichterungen für Geimpfte nach eigenen Angaben schon bald auf den Weg bringen. Einen genauen Zeitplan für die Verabschiedung einer entsprechenden Verordnung im Kabinett gibt es aber laut Regierungssprecher Steffen Seibert noch nicht. Seibert sagte am Montag in Berlin: "Wir streben an, zügig einen Verordnungsentwurf zu bearbeiten." Dessen Ausgestaltung hänge vom Ergebnis der Ministerpräsidentenkonferenz ab.

Über 23 Prozent Erstimpfungen in Deutschland –  jede dritte Dose liefert Biontech

10.58 Uhr: In Deutschland sind 23,4 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montag hervor (Stand: 26. April, 9.15 Uhr).

So verabreichten alle Stellen bislang insgesamt über 25,4 Millionen Impfungen, wovon knapp 19,5 Millionen Erstimpfungen und weitere knapp sechs Millionen Zweitimpfungen waren. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften leicht auf 7,2 Prozent. Am Sonntag wurden 266 784 Impfungen gespritzt.

Die ersten Bundesländer sind bei den Erstimpfungen mittlerweile über 25 Prozent gekommen. Die höchsten Quoten haben das Saarland (25,9 Prozent) und Bremen (25,6 Prozent). Hessen liegt mit 21,5 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Bis zum Sonntag wurden demnach etwa 29,9 Millionen Dosen Impfstoff geliefert. 85,1 Prozent dieser Dosen wurden bis dahin verimpft. Den größten Anteil macht das Präparat "Comirnaty" von Biontech/Pfizer mit rund 20,1 Millionen Dosen aus. Von "Vaxzevria" – dem Präparat von Astrazeneca – wurden fast 6,8 Millionen Dosen geliefert und weitere etwa 2,7 Millionen Dosen von Modernas "Covid-19 Vaccine".

Berlins Bürgermeister zu Impfkampagne: "Kriegen jetzt richtig Dampf da rein"

09.16 Uhr:  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ist zuversichtlich, dass es mit den Impfungen gegen Corona in Deutschland bald noch schneller vorangeht. "Wir kriegen jetzt richtig Dampf da rein", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz kurz vor dem Corona-Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Jörg Carstensen/dpa Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin.

Im Mai gebe es voraussichtlich so viele Impfstofflieferungen und Entlastungen, dass mehr Dynamik ins Impfen komme. Müller sprach sich für eine möglichst schnelle Aufhebung der Impfpriorisierung aus. Ob dies noch im Mai möglich sei, könne er aber noch nicht sagen. "Wichtig ist, dass es schnell geht."

Müller betonte, dass es wichtig sei, viel Impfstoff für die Hausärzte bereitzustellen, um das Impftempo zu erhöhen. Dennoch brauche man die Impfzentren auch weiterhin. Zwischen Zentren und Praxen sehe er beim Impfen "keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung".

Für bereits geimpfte Menschen forderte der SPD-Politiker wieder mehr Freiheiten im Alltag. "Es sollte wirklich keine Privilegien geben im Sinne von Dingen, die für diejenigen nur geöffnet werden, die dann geimpft sind. Aber alle, die geimpft sind, müssen sich deutlich freier und selbstverständlicher wieder bewegen können, ohne ein ständig neues negatives Testergebnis", sagte Müller. Sie seien mit der Impfung weder für andere, noch für sich selbst eine Gefahr.

Israel untersucht Myokarditis-Fälle nach Impfungen mit Biontech-Vakzin

Montag, 26. April, 6.20 Uhr: Eine vorläufige Studie hat offenbar "Dutzende von Fällen" von Myokarditis bei Geimpften gezeigt, die mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer geimpft wurden. Nun untersucht das israelische Gesundheitsministerium diese Fälle.

Hauptsächlich seien diese Fälle nach der zweiten Dosis aufgetreten, sagte der israelische Koordinator für Pandemiebekämpfung, Nachman Ash. Ob die Anzahl der Personen mit Entzündung des Herzmuskelgewebes in Zusammenhang mit der Impfung stehe bzw. ungewöhnlich hoch sei, werde aktuell noch untersucht und sei im Moment unklar.

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