Fast jeder Dritte unzufrieden über unbezahlte Arbeitszeit außerhalb der Öffnungszeiten

Morgens früher zu kommen und abends auch nach Ladenschluss noch etwas bleiben, ist für alle, die im Handel arbeiten, ganz normal – so auch für Apothekenpersonal. Schließlich ist auch außerhalb der Öffnungszeiten einiges zu tun. Fast ebenso normal scheint es aber den Ergebnissen unserer Umfrage zufolge in Apotheken zu sein, dass diese Arbeitszeit außerhalb der Öffnungszeiten nicht erfasst und somit auch nicht vergütet wird.

Dass das Apothekenpersonal nach Schließung der Apotheke noch ein wenig länger bleibt, ist eher die Regel als die Ausnahme. Denn wenn die Apotheke abends ihre Türen schließt, mag es für Außenstehende so scheinen, als ob die Arbeit getan wäre. Hinter den Kulissen ist aber noch einiges zu tun: Kasse machen, Aufsteller wegräumen, Lichter ausmachen, vielleicht sogar noch Liegengebliebenes abarbeiten. Und dann gibt es auch noch immer diesen einen komplizierten Patienten, der immer kurz vor Toresschluss kommt und den man natürlich auch nicht vor die Tür setzt. Auch morgens ist es für Angestellte erforderlich zu kommen, bevor die Apotheke öffnet, wenn es nicht die Chefin oder der Chef selbst tut. Auch wenn es im Einzelfall keine langen Zeiten sind: Ist regelmäßige Anwesenheit über die Öffnungszeiten hinaus erforderlich, kommt in der Summe doch einiges zusammen.

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Personalnot in Apotheken – wie lässt sie sich lösen?

Wie mit dieser Arbeitszeit außerhalb der Öffnungszeiten umgegangen wird, ist sehr unterschiedlich. Das hat unsere nicht repräsentative Umfrage ergeben, an der sich fast 2.000 DAZ-Leser:innen beteiligt haben. Demnach wird nur bei knapp 17 Prozent der Befragten in den jeweiligen Apotheken die gesamte Arbeitszeit außerhalb der Öffnungszeit erfasst. Immerhin 38 Prozent der Teilnehmenden gaben an, dass ab einer bestimmten Grenze die Extra-Zeit aufgeschrieben wird. Etwas über 45 Prozent antworteten, dass bei ihnen in den Apotheken der Grundsatz gilt: Arbeitszeit ist gleich Öffnungszeit. Und ein Großteil der Betroffenen (fast 32 Prozent aller Befragten) findet das nicht fair. Lediglich 13 Prozent der Umfrage-Teilnehmer:innen sind mit dieser Regelung zufrieden, weil bei ihnen das Gesamtpaket stimmt.

Ein lösbares Problem

Dass das ein Thema ist, was so manchem auf der Seele brennt, war schon aus den Reaktionen auf die Ankündigung unserer Personalnot-Serie abzulesen. So schrieb beispielsweise ein Leser, der die Apotheke offenbar hinter sich gelassen hat: „Glücklich im Büro […], mit Gleitzeit (d. h. ab der ersten Minute bezahlt, nicht erst 30 Minuten später! Zur Öffnungszeit und abends später wegen Kasse erledigen)“. Ein anderer schrieb: „Ich selbst arbeite wirklich gerne als Angestellter in einer Apotheke. Aber diese Nummer, dass man da in vielen Apotheken stets jeden Tag 20 bis 30 Minuten umsonst arbeiten soll, geht mir auch gewaltig auf den Senkel (ich meine die Vor- und Nacharbeit bei Apothekenöffnung und -schließung).“ Die gute Nachricht ist: Im Gegensatz zu vielen anderen Problemen, die Unmut in den Apotheken schaffen, haben es in diesem Fall die Inhaber:innen selbst in der Hand, dieses zu lösen.

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