Halten wir ethisch nicht für vertretbar – Merkel schließt unterschiedliche Regelungen für Junge und Alte aus

Das Coronavirus breitet sich aus! In Deutschland sind bereits 3218 Menschen an den Folgen von Covid-19 gestorben, 128.514 sind oder waren mit dem Virus infiziert. Am Mittwoch wird Merkel sich zu den Beschränkungen äußern. Alle Informationen zur Corona-Krise finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

18.49 Uhr: "Das ist stärker als das, was wir vor ein paar Wochen gemacht haben", sagt Merkel zur Frage, warum Masken nicht zur Pflicht erhoben werden, sondern nur empfohlen. Auf die Frage, ob die mögliche unterschiedliche Auslegung der Lockerungen durch die Bundesländer nicht problematisch sei, antwortet die Kanzlerin: "Ich hab jetzt nicht gehört, dass es zu Verwerfungen geführt hat, weil ein Land den Baumarkt offen hat und das andere nicht. Aber das können die Ministerpräsidenten besser sagen als ich." In einem föderalen Staat werde man nie Gleichheit "auf den Tag genau" herstellen können. Söder fügt hinzu, dass unterschiedliche Länder nun mal in unterschiedlichen Situationen stecken. Und Hamburgs Bürgermeister Tschentscher sagt zum föderalen System: "Der Erfolg gibt uns recht."

18.47 Uhr: "Wir machen nicht das, was manchmal diskutiert wird: Die Jungen kriegen alle Freiheiten und die Alten werden ins Abseits geschoben", sagt Merkel. Das halte man "für ethisch nicht vertretbar". Man müsse vulnerable Gruppen besonders schützen, aber man dürfe sie nicht "sozial ausschließen".

18.44 Uhr: Die Ankündigung aus Nordrhein-Westfalen, die Schulen ab nächstem Montag wieder schrittweise zu öffnen, ist mit der heutigen Vereinbarung vom Tisch, stellt Merkel klar.

18.41 Uhr: Ist "Flatten The Curve" immer noch die Strategie der Wahl? Oder ist ein Strategiewechsel erfolgt? "Die Kurve ist flacher geworden", sagt Merkel. "Wir sind in einem Bereich der Neu-Infektionen – 3000 oder sogar drunter – die kann man in den Gesundheitsämtern nachvollziehen. Das muss unser Ziel sein. Alles andere wird uns in große Schwierigkeiten bringen. Wir müssen uns das ganz genau anschauen."

Modellbeobachtungen hätten ergeben, dass der Reproduktionsfaktor ungefähr bei eins sei, also ein Mensch steckt im Durchschnitt einen anderen Menschen an. Es sei extrem wichtig, dass es bei dieser niedrigen Zahl bleibe, denn bei einem Wert von 1,2 komme man "schon im Juli an die Belastungsgrenze unseres Gesundheitssystems". Daran lasse sich ablesen, wie klein der Spielraum sei.

18.39 Uhr: "Es gab da unterschiedliche Überlegungen", sagt auch Söder zu der 800er-Zahl. Sie habe ihre Wurzel im Baurecht. Er sorgt sich vor "wahnsinnig großen Ansammlungen" in großen Möbelhäusern und ähnlichen Geschäften. Er persönlich halte 800 Quadratmeter "für fast zu viel", sagt der bayerische Ministerpräsident. Das Kabinett im Freistaat werde nochmal darüber sprechen – die Bundesländer können für sich persönlich auch eine niedrigere Zahl vereinbaren.

18.37 Uhr: Wie kam diese 800-Quadratmeter-Vorgabe zustande? Merkel sagt, es sei wichtig, nicht zunächst alle Geschäfte zu öffnen, und kleinere Läden könnten besser die Hygiene-Standards anwenden und umsetzen. Die Zahl 800 sei schließlich ein Kompromiss gewesen, der sich in den Gesprächen gefunden habe, sagt die Kanzlerin.

18.35 Uhr: Jetzt dürfen die anwesenden Journalisten Fragen stellen. Zur Frage, wann die Gastronomie wieder öffnen darf, "können wir jetzt noch nichts sagen", antwortet Merkel. Ein gastronomischer Betrieb sei mit den Ausgangsbeschränkungen nicht vereinbar, weil keiner kontrollieren könne, "wer um so einen Tisch herumsitzt". Erst gehe es darum, herauszufinden, "wie viel Spielraum wir haben". Die Frage nach der Gastronomie habe gar nicht auf der Tagesordnung gestanden, verrät die Kanzlerin. "Und deshalb wäre es spekulativ, sich dazu zu äußern."

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