Inzidenz von 16: Emden hat die 50er-Marke längst geknackt – nicht als einzige Stadt

Der Wert sinkt, aber gemächlich. Noch liegt in Deutschland die Inzidenz bei 90, das ist zwar schon besser als noch vor ein paar Wochen, als der bundesweite 7-Tage-Wert deutlich über Hundert lag. Gut genug ist das aber noch nicht. Unter 50 – das ist das Ziel. Was mancherorts wie ferne Zukunftsmusik klingt, ist in einigen Gebieten bereits Tatsache. So in der kleinen Stadt Emden in Ostfriesland. Lediglich 8 Neuinfektionen wurden dort in den vergangenen sieben Tagen gemeldet (RKI, Stand 2.2.), das macht eine Inzidenz von 16. So niedrig ist sie nirgendwo anders in der Bundesrepublik. Noch im November war die Pandemielage in der kreisfreien Stadt eine ganz andere. Damals lag die Inzidenz bei fast 150.

Emden ist eine kleine Stadt. Schon wenige Neuinfektionen können die Inzidenz schnell nach oben treiben. Insgesamt müssten sich nur 17 weitere Menschen infizieren und Emden würde die 50er-Marke wieder reißen. Zum Vergleich: Für Hamburg hat das Robert-Koch-Institut in den vergangenen Tagen 1401 Neuinfektionen notiert, sie müssten auf rund 930 fallen, dann wäre die Hansestadt im angestrebten Soll. Derzeit liegt die Inzidenz bei 75,8. Für den 7-Tage-Inzidenzwert werden in den Städten alle gemeldeten Neuinfektionen zunächst addiert, durch die Einwohnerzahl geteilt und dann mit 100.000 multipliziert. (Die aktuellen RKI-Fallzahlen können Sie hier nachlesen)

Geringe Auslastung


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Sinkende Zahlen im Norden

Der Blick auf die Deutschlandkarte zeigt, dass inzwischen etliche Gegenden den Sprung unter die magische Marke von 50 geschafft haben, bei acht liegt die Inzidenz sogar unter 30. Neben Emden kann auch der Landkreis Aurich (17,4) in der direkten Nachbarschaft mit guten Werten auftrumpfen sowie Dithmarschen (25,5), Ammerland (25,6), Emmendingen (25,8), Plön (26,4), Heidekreis (27) und Northeim (29,5). Auffällig ist: Sieben der am besten aufgestellten Städte und Landkreise liegen in den Nordländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Mithalten kann nur das baden-württembergische Emmendingen.

Andernorts hingegen wütet das Virus weiter. Die Negativliste führt Tirschenreuth an. In dem bayerischen Landkreis leben rund 72.000 Einwohner, 4743 haben sich in den vergangenen sieben Tagen mit Covid-19 infiziert. Das macht eine Inzidenz von 322. Aber auch im Burgenlandkreis (290,7) und im Landkreis Hof (283,8) sieht es weiterhin düster aus. Wie erklären sich die großen Unterschiede? 

"Es wird vieles sicherlich auch mit der Bevölkerungsstruktur in den einzelnen Kreisen zusammenhängen, Verteilung Ältere, Jüngere. Wie ist die Mobilität in den Kreisen, wie ist insgesamt die Bevölkerungsdichte", erläuterte Virologe Martin Stürmer im ARD-"Morgenmagazin". So steht beispielsweise auch Münster gut in der Statistik da. Die Inzidenz dort aktuell: 32,7. Münster ist eine Studentenstadt, in welcher viele Einwohner in Single-Haushalten leben. Außerdem wurde in der Stadt in Nordrhein-Westfalen früh die Maskenpflicht im öffentlichen Raum eingeführt. Auch das kann ein entscheidender Hebel bei der Pandemieeindämmung gewesen sein. Stürmer: "Die Städte haben individuelle Möglichkeiten durch unterschiedliche Angebote. Sei es FFP2-Masken im größeren Maßstab zur Verfügung zu stellen über ein ausgeweitetes Testangebot und ähnliche Maßnahmen".

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