Johnson & Johnson: Zweite Impfung gilt nicht mehr als Booster

Wer als Grundimmunisierung gegen COVID-19 lediglich einmal den Impfstoff von Johnson & Johnson (in Deutschland: COVID-19-Impfstoff Janssen) erhalten hat und sich danach ein zweites Mal gegen die Erkrankung impfen lässt, gilt nicht länger als geboostert. Das regelt eine am Samstag in Kraft getretene Änderung der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung.

Die digitalen Impfnachweise sollen in Deutschland bis Anfang kommenden Monats an jüngste EU-Vorgaben sowie an Erkenntnisse zur Wirksamkeit des Impfstoffs von Johnson & Johnson angepasst werden. Umgesetzt werden soll damit die Vorgabe der Europäischen Union, nach der Impfzertifikate in der EU künftig nur noch neun Monate nach der Grundimmunisierung gültig sind, wie ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) sagte.

Im Zuge dessen soll in Deutschland demnach auch eine Änderung beim Vakzin von Johnson & Johnson umgesetzt werden. Als geimpft mit vollständigem Grundschutz gilt man in Deutschland nun erst dann, wenn auf die Johnson & Johnson-Erstimpfung eine zweite Impfung erfolgt. Dies solle möglichst mit einem mRNA-Vakzin wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna erfolgen, wie der BMG-Sprecher bekräftigte. Der vollständige Grundschutz ist etwa im Zuge der 2G-Zugangsregeln wichtig. Mit diesem Schritt soll einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission nachgekommen werden.

Diese Änderung gelte seit dem Wochenende und solle nun technisch umgesetzt werden, sagte der Sprecher. In der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung wird nun direkt auf das Paul-Ehrlich-Institut verwiesen, das auch beim COVID-19-Impfstoff Janssen zwei Impfdosen für die Grundimmunisierung fordert. 

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Schon seit Anfang Oktober 2021 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO), dass eine Grundimmunisierung mit der Vakzine von Johnson & Johnson – „aufgrund des ungenügenden Impfschutzes“ – mit einem mRNA-Impfstoff als zweite Dosis optimiert werden soll. Erst die dritte Dosis gilt demnach als Auffrischimpfung.

Zweite Impfung nach Janssen verliert nun auch formal Booster-Status

Formal sah das bisher anders aus: Offiziell wurde die zweite Impfdosis nach Grundimmunisierung mit dem COVID-19-Impfstoff Janssen als Booster anerkannt, es entfiel vielerorts die zusätzliche Testpflicht im Sinne der 2G plus-Regel. Damit ist nun vielerorts Schluss, wie zum Beispiel auch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung in einer aktuellen Pressemitteilung bekräftigt. „Nach den neuen Maßgaben gelten Personen, die lediglich einmal mit dem Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson geimpft wurden, im Sinne der Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung des Bundes und damit auch der Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen ab sofort nicht mehr als vollständig geimpft“, betont das Ministerium. „Allen Betroffenen wird zur Vervollständigung der Grundimmunisierung dringend eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff vier Wochen nach der Impfung mit Janssen empfohlen.“

Somit sei nun auch beim Impfstoff von Johnson & Johnson erst die dritte Impfung als Auffrischimpfung im Sinne der Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung des Bundes und der Corona-Verordnung des Landes zu betrachten. „Diese Neuregelung des Bundes bedeutet, dass Personen, die nach der ersten Impfung mit Janssen eine zweite Impfung erhalten haben, rechtlich nicht länger als ‚geboostert‘ betrachtet werden können und nicht mehr von der Befreiung von der Testpflicht im Rahmen der 2G+-Regelungen nach der Niedersächsischen Corona-Verordnung umfasst sind.“

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