Knapp die Hälfte der Apotheken will das Testen aufgeben

Weniger Geld und keine pauschale Beauftragung mehr: Nach Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung der Bürgertests zieht das BMG die Daumenschrauben an. Die Apotheken wiederum ziehen daraus ihre Konsequenzen: Etwa die Hälfte will das Testen ganz aufgeben, die meisten andere reduzieren ihr Corona-Testangebot. Das zeigen die Ergebnisse einer nicht repräsentative DAZ.online-Umfrage.

Die Pläne aus dem Bundesgesundheitsministerium für eine abgesenkte Bürgertest-Vergütung in Verbindung mit einer Pflicht individuellen Beauftragung der Betriebe durch die Länder zeigen Wirkung: Nur 10 Prozent der Apotheken wollen weiterhin im selben Umfang wie bisher Corona-Tests durchführen. Das ist eines der Ergebnisse einer nicht repräsentativen DAZ.online-Umfrage. Fast die Hälfte (48 Prozent) wollen sich demnach komplett aus dem Testgeschäft zurückziehen. Die verbleibenden 42 Prozent der mehr als 400 Umfrageteilnehmer kündigten an, ihr Testangebot reduzieren zu wollen.

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Finanziell hat sich das Testen für die absolute Mehrheit der Betriebe (53 Prozent) zwar bezahlt gemacht, eine goldene Nase scheinen sie sich damit aber nicht verdient zu haben. Nur etwa halb so viele DAZ.online-Leser (27 Prozent) gaben an, das Angebot habe sich für sie sehr gelohnt. Jeder Fünfte (20 Prozent) konnte keinen wirtschaftlichen Nutzen daraus ziehen.

Gewinn für das Apotheken-Image

Dennoch konnten viele Apotheken offenbar von den Bürgertests profitieren: Mehr als drei von vier Teilnehmern (77 Prozent) glauben, dass dieses Angebot einen Gewinn für ihr Image gebracht hat. 21 Prozent sehen keine Veränderung, was ihr Ansehen in der Bevölkerung betrifft, und 2 Prozent hat das Testen nach eigener Einschätzung eher geschadet.

Und wie steht es bei den testenden Apotheken um den Stressfaktor, den diese zusätzliche Aufgabe möglicherweise mit sich bringt? Den Umfrageergebnissen zufolge konnten viele Betriebe (38 Prozent) diese meistern, doch brachte die Umsetzung viel Unruhe ins Team. 27 Prozent berichten von einem holprigen Start, gefolgt von einem weitgehend reibungslosen Verlauf. Immerhin bei 30 Prozent der DAZ.online-Leser hat alles gut geklappt. 5 Prozent gaben an, der Aufwand sei kaum zu bewältigen gewesen.

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