Mehr als 45.000 Neuinfektionen – Inzidenz steuert auf 300er-Marke zu

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI am Samstag 45.081 Neuinfektionen gemeldet. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erreichte mit 277,4 den sechsten Höchstwert in Folge. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona vom 13. November

  • Live-Karte zum Coronavirus und Radar mit Zahlen und Fakten.
  • News, Service und Ideen zur Pandemie finden Sie in unserem Überblick.
  • Offizielle Statistik – Übersterblichkeit in Deutschland 2021?  

35 Mediziner und Experten veröffentlichen Brandbrief an die Regierungen

07.57 Uhr: 35 führende Mediziner und andere Fachleute aus ganz Deutschland haben die Regierungen von Bund und Ländern zu einem Umsteuern in der Corona-Politik aufgefordert. Statt mit "passivem Abwarten" die Verantwortung für ein Brechen der vierten Welle zunehmend "in den Ermessensspielraum jedes einzelnen Menschen zu verlagern", müsse die Politik endlich "ihrer Verantwortung umfassend gerecht werden", schreiben die Forscher und Forscherinnen in einem dreiseitigen Aufruf, den der "Kölner Stadt-Anzeiger" und das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben) veröffentlichten.

"Jeder Tag des Abwartens kostet Menschenleben", heißt es in dem Text unter Federführung des Kölner Internisten Michael Hallek und der Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann. "Wir empfinden eine tiefe Enttäuschung über die Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und über den wiederholt nachlässigen Umgang mit dem Wohlergehen der Menschen, die auf den Schutz des Staates angewiesen sind." Die Forscher fordern die Einrichtung eines nationalen Krisenstabs mit Fachleuten aus Virologie, Medizin und Öffentlicher Gesundheit, aber auch Praktikern mit Leitungserfahrung, etwa aus Kliniken oder Unternehmen.

Mehr als 45.000 Neuinfektionen am Samstag – Inzidenz rast weiter hoch

Samstag, 13. November, 07.04 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut auf einen Höchstwert gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 277,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 263,7 gelegen, vor einer Woche bei 183,7 (Vormonat: 65,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 45.081 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.21 Uhr wiedergeben. Am Donnerstag hatte die Zahl der Neuinfektionen mit 50.196 einen Rekordwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Vor genau einer Woche hatte der Wert bei 34.002 Ansteckungen gelegen.

imago images/CHROMORANGE  

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 228 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 142 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.987.971 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 4,70 an (Donnerstag: 4,65). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.466.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 97.617.

Neuer Regel-Hammer! Sachsen will Ungeimpfte nicht mehr in Geschäfte lassen

21.37 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen und aus Sorge vor einer Verschlimmerung der vierten Welle will Sachsen seine Regeln verschärfen. Nach Informationen der "Bild" berät Sachsens Landesregierung bereits über eine Verschärfung der Corona-Schutzverordnung. Ungeimpfte könnte es besonders hart treffen.

Laut Bericht plant die Regierung um Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) etwa eine 2G-Regel für sämtliche Geschäfte, mit Ausnahme von Lebensmittel-, Bau- und Gartenmärkten. Für Großveranstaltung sei zudem die 2GPlus-Regel geplant. Heißt: Es werden nur noch Geimpfte und Genesene zu Konzerten und Fußballspielen zugelassen – und die benötigen zusätzlich ein negatives Testergebnis. Laut "Bild" berät die Landesregierung auch über ein Verbot von landestypischen Veranstaltungen, etwa Weihnachtsmärkte, sowie über eine Schließung von Kultureinrichtungen.

Niederlande gehen ab morgen in Teil-Lockdown

19.32 Uhr: Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen haben die Niederlände einen Teil-Lockdown verhängt. Die verschärften Maßnahmen sollten zunächst für drei Wochen gelten, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Freitagabend in Den Haag an.

Ab Samstag müssen Gaststätten und Supermärkte um 20 Uhr schließen, andere Geschäfte bereits um 18 Uhr. Die 1,5 Meter-Abstandsregel wird wieder eingeführt, Bürger sollen wieder zu Hause arbeiten und maximal vier Besucher zu Hause empfangen. Sportwettkämpfe müssen ohne Publikum stattfinden, das gilt auch für Fußballspiele.

Von dem Shutdown ausgenommen sind Kinos und Theater. Besucher müssen nur – wie bisher – nachweisen, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. Erst Ende September hatte das Land die meisten Regeln stark gelockert.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen liegt nun weit über 16 000 täglich und die Inzidenz mit weit über 500 doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Lage vor allem auf Intensivstationen ist so prekär, dass Krankenhäuser vor dem Notzustand warnen.

Bericht: "Ampel" will Testpflicht auch für geimpftes Klinik- und Pflegepersonal

19.07 Uhr: Angesichts rasant steigender Infektionszahlen wollen die Ampel-Parteien einem Bericht zufolge Unternehmen und Beschäftigte im Kampf gegen Corona deutlich stärker in die Pflicht nehmen. In bestimmten, besonders gefährdeten Einrichtungen wie Pflegeheimen oder Krankenhäusern sollen auch Geimpfte und Genesene Corona-Tests machen müssen, berichtete die "Süddeutschen Zeitung" aus einer sogenannten Formulierungshilfe für strengere Regeln am Arbeitsplatz, die zu der von den Ampel-Parteien geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes gehört.

Aus Regierungskreisen hieß es dem Bericht zufolge, die Formulierungshilfe befinde sich derzeit noch in der Ressortabstimmung – die Details können sich also noch ändern. Der Bundestag soll kommende Woche über das Gesetzespaket abstimmen. Äußerungen von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom Freitag allerdings wiesen in die gleiche Richtung, in die der Entwurf laut "SZ" geht.

Jeder, der vor Ort im Unternehmen arbeitet und bei dem Kontakte zu anderen Personen "nicht ausgeschlossen werden können", soll künftig eines der drei G – geimpft, genesen oder getestet – nachweisen müssen. Ausnahmen gelten für kurze Kontakte im Freien. Wer seinen Impf- oder Genesenenstatus nicht offenlegen will oder kann, muss sich daher täglich im Testzentrum oder vor Ort im Betrieb testen lassen.

Neben der 3G-Regel am Arbeitsplatz sind für einige Einrichtungen und Unternehmen dem Bericht zufolge noch strengere Regelungen geplant – nämlich dort, wo Beschäftigte mit besonders gefährdeten Menschen in Kontakt kommen, wie etwa in Pflegeheimen oder Kliniken. Dort sollen sich dem Entwurf zufolge auch geimpfte und genesene Beschäftigte und Besucher Corona-Tests unterziehen müssen.

Bei geimpften und genesenen Arbeitnehmern sollen allerdings zwei Tests in der Woche genügen, auch Selbsttests ohne Überwachung wären möglich, berichtete die Zeitung weiter.

In Bayern gilt ab 16. November flächendeckend 2G

18.12 Uhr: Als Reaktion auf die außer Kontrolle geratene Corona-Pandemie will Bayern eine flächendeckende 2G-Regelung einführen. Sie soll ab dem 16. November bayernweit gelten, wie das Gesundheitsministerium am Freitag in München mitteilte. "Nur mit konsequenten Zutrittsbeschränkungen wie 2G kann es uns gelingen, unser Gesundheitssystem vor einer noch dramatischeren Belastung zu schützen", sagte Minister Klaus Holetschek (CSU). "Daher haben wir uns heute in der Koalition darauf verständigt, strengere Zugangsregelungen für Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe in Bayern einzuführen und fordern den Bund auf, eine Rechtsgrundlage für ein verpflichtendes 2Gplus in Clubs und Discotheken zu schaffen."

Ab Samstag wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle

16.37 Uhr: Von diesem Samstag an sind wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle möglich. Das legt eine Verordnung des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) fest, die am Freitag verkündet wurde. Der Bund führt damit das vor rund einem Monat stark eingeschränkte Angebot der "Bürgertests" wieder auf breiter Front ein. Damit haben alle mindestens einmal pro Woche Anspruch auf einen Schnelltest durch geschultes Personal – auch unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Bescheinigungen können auch als Nachweis bei Zugangsregeln dienen.

Nach einem Beschluss von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten war das vom Bund seit März finanzierte Angebot der "Bürgertests" zum 11. Oktober weitgehend ausgelaufen. Damals hieß es zur Begründung, dass eine dauerhafte Übernahme der Kosten durch die Steuerzahler wegen verfügbarer Impfungen enden solle. Nun können angesichts stark steigender Infektionszahlen bestehende Teststellen die Arbeit fortsetzen. Die Länder können zudem weitere Testzentren beauftragen, wie das Ministerium erklärte.

Das Ministerium erläuterte, dass seit dem Bund-Länder-Beschluss zur Abschaffung der "Bürgertests" am 10. August knapp sechs Millionen Menschen eine erste Impfung bekommen haben.

Mecklenburg-Vorpommern führt 2G ab Warnstufe "Orange" ein

15.13 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern führt die 2G-Regel für Städte und Landkreise ein, die auf der landeseigenen Corona-Warnampel die Stufe "Orange" erreichen. Bisher sind alle Regionen noch gelb, allerdings sollen Werte, ab denen eine Region in die nächsthöhere Warnstufe kommt, verschärft werden. Genaue Werte nannte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach einer Kabinettssitzung am Freitag zunächst nicht.

2G bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Freizeitstätten bekommene. Dazu gehören laut Schwesig die Innenbereiche von Restaurants, Theatern, Kinos, Museen oder auch Schwimmbäder und Fitness-Center. Mitarbeiter in 2G-Bereichen, die nicht geimpft sind, müssten dann täglich einen Corona-Test machen.

Ausgenommen von 2G sind nach den Worten der Ministerpräsidentin Kinder unter zwölf Jahren. 12- bis 17-Jährige seien bis Jahresende ausgenommen. 7- bis 17-Jährige müssten aber einen tagesaktuellen Test vorlegen.

Immer mehr Bundesländer erlassen 2G-Regeln, um die rasant steigenden Corona-Infektionszahlen und auch die zunehmende Belastung der Kliniken mit Covid-Patienten in den Griff zu bekommen. Politiker versprechen sich davon auch eine höhere Impfbereitschaft.

Island verschärft Corona-Maßnahmen nach kurzer Zeit weiter

14.22 Uhr: Infektionszahlen in Rekordhöhe sorgen auf Island dafür, dass die erst vor wenigen Tagen ergriffenen Corona-Maßnahmen weiter verschärft werden. Das teilte die isländische Regierung am Freitag mit.

Die Teilnehmerobergrenze für Veranstaltungen und Versammlungen wird von 500 auf 50 gesenkt. Bis zu 500 Menschen dürfen künftig nur noch dabei sein, wenn sie einen negativen Schnelltest vorlegen. Restaurants und Kneipen müssen abends eine Stunde früher als bislang schließen. Gelten sollen die neuen Regeln ab Samstag und vorläufig bis zum 8. Dezember. Wolfgang Kumm/dpa Katrín Jakobsdóttir, Premierministerin von Island, sieht sich derzeit mit stark steigenden Corona-Infektionszahlen konfrontiert.

Erst vor wenigen Tagen waren auf der Nordatlantik-Insel mehrere Maßnahmen verschärft oder wiedereingeführt worden, darunter die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, wenn kein Mindestabend von einem Meter eingehalten werden kann.

Die Isländer unterscheiden zwischen einer Inzidenz im Inland und einem Inzidenzwert an der Grenze. Die inländische 14-Tage-Inzidenz ist mittlerweile auf knapp 470 angestiegen. Der Wert an der Grenze liegt derzeit für die vergangenen 14 Tage bei 27,5. Mit Auffrischungsimpfungen erhofft sich das kleine Land der Vulkane, Gletscher und Geysire, die Corona-Welle wieder unter Kontrolle bringen zu können.

Kreise: Bayern will kommende Woche flächendeckend 2G einführen

13.26 Uhr: Wegen der völlig außer Kontrolle geratenen Corona-Pandemie soll in Bayern in der kommenden Woche flächendeckend die 2G-Regel in Kraft treten. Für Ungeimpfte gelten dann Zugangsbeschränkungen für die Gastronomie und die Hotellerie, wie die Deutsche Presse-Agentur in München am Freitag aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. Frühestmöglicher Termin wäre die Einführung wäre demnach der Dienstag, die genauen Details sollen aber erst auf der Klausur der Staatsregierung am Wochenende beschlossen werden. Sven Hoppe/dpa Markus Söder (CSU) kommt zu einer Pressekonferenz.

Körpernahe Dienstleistungen – also etwa Friseure und Fußpflege – sollen von der strengeren Auflage ausgenommen bleiben. Ungeimpfte könnten hier weiterhin mit einem negativen Testergebnis Termine vereinbaren. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zudem bereits angekündigt, für Clubs und Diskotheken sogar den Standard 2G plus – also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, die aber zusätzlich noch einen Schnelltest machen müssen, zulassen zu wollen.

Hintergrund für die Verschärfung der Maßnahmen sind die seit Tagen extrem steigenden Infektions- und Todeszahlen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen 13.197 neue Covid-19-Fälle im Freistaat – das ist mehr als ein Viertel der insgesamt 48.640 Neuinfektionen in Deutschland. Außerdem wurden 63 neue Pandemieopfer in Bayern gemeldet. Fast jeder Dritte der bundesweit 191 Corona-Toten kam somit aus dem Freistaat.

Österreichs Kanzler kündigt bundesweiten Lockdown für Ungeimpfte an

12.43 Uhr: In Österreich soll im Kampf gegen die Corona-Pandemie ein Lockdown für Ungeimpfte eingeführt werden. Die entsprechenden Entscheidungen würden am Sonntag gefällt, kündigte Kanzler Alexander Schallenberg am Freitag angesichts stark steigender Infektionszahlen an.

Mehrheit der Deutschen vertraut Ampel-Parteien bei Corona-Bekämpfung kaum

11.31 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen hat bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie nur geringes Vertrauen in die Ampel-Parteien SPD, Grüne und SPD. Der SPD wurde in der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-"Politbarometer" lediglich von 13 Prozent der Befragten als in diesem Punkt kompetent genannt, die FDP nur von sechs Prozent und die Grünen von fünf Prozent.

Etwas besser schnitt die CDU/CSU ab, die von 25 Prozent als kompetent eingestuft wurde. 19 Prozent sagten, dass derzeit keine Partei eine Corona-Politik betreibt, die in ihrem Sinne ist. Weitere 26 Prozent wollten hierzu keine Aussage treffen. Die AfD wurde von vier Prozent als kompetent eingestuft, die Linke von einem Prozent. Nur noch 32 Prozent sind demnach mit den aktuell geltenden Corona-Regeln zufrieden. 49 Prozent sprachen sich für strengere Schutzmaßnahmen aus. 16 Prozent halten die derzeitigen Regeln für übertrieben. Zudem fordern 77 Prozent, dass es strengere Kontrollen zur Einhaltung der Vorschriften geben solle. 21 Prozent lehnten dies ab. Kay Nietfeld/dpa

Die Forderung, bundesweit 2G in Restaurants, Hotels und im Freizeit- und Kulturbereich einzuführen – also dann dort nur noch Geimpfte und Genesene zuzulassen -, finden 67 Prozent gut und 32 Prozent nicht gut. Mehrheitlich negativ äußerten sich lediglich Anhängerinnen und Anhänger der AfD. Eine klare Mehrheit von 71 Prozent unterstützte das Vorhaben, am Arbeitsplatz eine 3G-Regelung einzuführen, bei der Beschäftigte, die weder gegen Corona geimpft noch genesen sind, täglich einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Dagegen wandten sich 26 Prozent.

Für eine Impfpflicht für das Personal im Gesundheitswesen und in der Pflege sprachen sich 71 Prozent aus. 27 Prozent lehnten dies ab. Eine Impfpflicht auch für die Beschäftigten in Schulen und Kitas unterstützen 65 Prozent. Hier äußerten sich 32 Prozent ablehnend. 62 Prozent sagten in der Befragung, dass in Deutschland die Politik zu wenig für den Klimaschutz tue. Knapp ein Viertel äußerte sich bei diesem Themenfeld zufrieden. Zwölf Prozent sagten, die Politik tue für den Klimaschutz zu viel.

In der sogenannten Sonntagsfrage blieb die SPD mit 28 Prozent (plus eins) klar vorn. Es folgte die CDU/CSU mit 20 Prozent vor den Grünen mit 16 Prozent (beide unverändert). Für die FDP sprachen sich 13 Prozent aus (minus eins), für die AfD elf und für die Linke fünf Prozent (beide unverändert).Für die Umfrage befragte die Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag repräsentativ 1257 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich wurde mit je nach Anteilswert zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

Deutsche laut Umfrage mit Rolle von Olaf Scholz bei der Corona-Bekämpfung unzufrieden

09.47 Uhr: Die Mehrheit der Deutschen hätte sich gewünscht, dass sich der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) stärker in die Debatte um die Bekämpfung der Corona-Pandemie einbringt. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für FOCUS (1.006 Befragte am 9. und 10. November 2021).

Demnach sind 59 Prozent mit seiner Rolle bei der Pandemiebekämpfung unzufrieden, unter den Anhängern der SPD hätten sich sogar 62 Prozent einen deutlichen Beitrag des künftigen Regierungschefs gewünscht. 35 Prozent sind der Auffassung, er hätte sich nicht stärker einbringen müssen. Kay Nietfeld/dpa

In den Tagen vor der Bundestagssitzung am Donnerstag hatte sich vor allem die geschäftsführende Bundesregierung zum Infektionsgeschehen geäußert, von Olaf Scholz war nichts zu hören.

Die von den Ampelkoalitionären am Donnerstag in den Bundestag eingebrachten Maßnahmen gegen das Coronavirus gehen der Mehrheit der Deutschen nicht weit genug. Laut Kantar fordern 55 Prozent der Deutschen  eine bundesweit geltende 2G-Regelung, die es künftig lediglich vollständig Geimpften und Genesenen erlaubt, Restaurants, Kinos und Theater zu besuchen. 42 Prozent sprechen sich gegen 2G bundesweit aus.

Virologe Stöhr kritisiert Drosten: "Ich kann Drostens Warnung nicht nachvollziehen"

09.32 Uhr: Der Virologe Klaus Stöhr hat Christian Drostens Warnung vor einer "gesellschaftlichen Notsituation" und "erneut bis zu 100.000 Corona-Toten" kritisiert: "Ich kann Drostens Warnung nicht nachvollziehen. Es gibt keine Zahlen und Fakten, die das auch nur annähernd belegen", sagte Stöhr im Podcast "Die Wochentester" von "Kölner Stadt-Anzeiger" und "RedaktionsNetzwerk Deutschland" im Gespräch mit Wolfgang Bosbach und Gast-Moderator Hans-Ulrich Jörges.

Er fügte hinzu: "In meiner Wahrnehmung geht das sehr weit an der Realität vorbei. Und man verunsichert Menschen." Allerdings geht auch Stöhr von einer gewaltigen Herausforderung aus: "Der Winter wird hart, was die Zahl der Fälle betrifft. Aber: Es ist immer noch nicht angekommen, dass die Pandemie erst dann vorbei ist, wenn sich alle infiziert haben."

Eine Impfpflicht für alle hält Stöhr in Deutschland gegenwärtig für "nicht vernünftig". Auch sei es ein Fehler, Ungeimpfte zu stigmatisieren. "Aber wir müssen das Boostern zu den Menschen bringen."

Stöhr war von 1991 bis 2006 in führenden Positionen bei der Weltgesundheitsorganisation WHO tätig, unter anderem als Leiter des globalen Influenza-Überwachungsprogramms.

Niederlande gehen ab morgen in den Teil-Lockdown

08.03 Uhr: Die Niederlande steuern angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen auf einen neuen Teil-Lockdown zu. Das berichten niederländische Medien am Freitag unter Berufung auf Regierungskreise. So solle ab Samstag ein eingeschränkter Shutdown von drei Wochen beginnen, Gaststätten und die meisten Geschäfte müssten dann um 19 Uhr schließen.

Die geschäftsführende Regierung will im Laufe des Freitags über die neuen Maßnahmen entscheiden. Für den Abend ist eine Pressekonferenz angekündigt. Seit dem Vortag berät die Regierung im Catshuis, dem Amtssitz von Premier Mark Rutte. Auch über die Einführung der 2G-Regel für Gaststätten und Kultur und Sport soll entschieden werden

Nach Medieninformationen sollen Bürger nur noch höchstens vier Besucher zu Hause empfangen. Sportwettkämpfe sollen ohne Publikum stattfinden. Kinos und Theater sollten aber mit einem Impfnachweis oder einem negativen Corona-Test weiter genutzt werden dürfen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen war am Donnerstag auf über 16.000 gestiegen und hat somit einen Höchstwert erreicht. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf mehr als 500 – etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Die Lage vor allem auf Intensivstationen ist so prekär, dass Krankenhäuser bereits vor dem Notzustand warnen.

Ältere Corona-News finden Sie auf den nächsten Seiten. 

Geben Sie uns Feedback!

Enthielt dieser Beitrag für Sie relevante Informationen?

Vielen Dank für Ihr Feedback!

 

Als Lauterbach über seine Talkshow-Auftritte spricht, gibt es Gelächter im Plenum

FOCUS Online/Wochit Als Lauterbach über seine Talkshow-Auftritte spricht, gibt es Gelächter im Plenum

Quelle: Den ganzen Artikel lesen