Notzulassung oder auf EU warten? So diskutieren unsere User über den Einsatz des Covid-Impfstoffs

Wir fragten unsere User-Community, ob Deutschland, wie die USA oder Großbritannien, den Einsatz des  Covid-Impfstoffs durch eine Notzulassung beschleunigen oder gemeinsam mit den EU-Partnern das Verfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur abwarten sollte. So kontrovers antworteten Sie:

 

Userin Sylvia Szamborski erklärt die Unterschiede der Zulassungsverfahren:

„Bei einer EU- Zulassung muss der Hersteller für evtl. auftretende „Impfschäden“ (eventuelle Erkrankungen oder Gesundheitsschäden, die im Zusammenhang mit der Impfung stehen) finanziell haften. Bei einer Notzulassung durch die Länder ist dagegen der Hersteller des Impfstoffes nicht haftbar. Das ist der feine Unterschied!“

User Heinz-Werner Raderschatt hat kein Verständnis für das Regierungshandeln:

„Wenn uns die Hochrisikogruppe der alten Menschen, die aktuell 86% der Corona-Toten repräsentieren, tatsächlich wichtiger erscheint, versteht man das Zögern der Regierung nicht, warum der Impfstoff nicht sofort per Notlage verfügbar gestellt wird, auch nachdem die FDA und UK das zum Schutz für notwendig hielten. Wieso die EMA bis Ende Dezember braucht, ist sachlich kaum zu verstehen. Hier hätte Spahn die Chance, seinen eigenen Worten Taten folgen zu lassen.“

User Karsten Struck ist für das schnelle Impfen:

„Wenn selbst Kalle Lauterbach nach dieser Impfung schreit, dann ist es völlig unverständlich, dass noch nicht geimpft wurde. Ich wäre einer der Ersten, die sich die Spritze abholen würde. Die Wahrscheinlichkeit an Corona zu erkranken und auf Intensiv zu landen liegt bei 1%! Durch die Impfung geschädigt zu werden, liegt bei 0,05 %. Welches Risiko ist größer?“

„Gelassen bleiben!“

Dagegen spricht sich User Axel Bürger für Gelassenheit aus:

„Gelassen bleiben! Der Begriff "Notzulassung" bedeutet, dass nach Auftreten von langfristigen gesundheitlichen Schäden der Hersteller des Impfserums nicht schadensersatzpflichtig gemacht werden kann. Man bleibt also mit seinen gesundheitlichen Problemen allein und ohne Hilfe zurück. Das muss jedem klar sein, wenn eine Entscheidung zu einer Impfung getroffen werden muss. Ob freiwillig oder durch Zwang, das ist an dieser Stelle völlig gleich. Warten wir also gelassen ab, was an gesundheitlichen Folgen bekannt wird. Danach kann man sich entspannter für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden.“

Userin Ela Arndt gibt mögliche Konsequenzen einer Notzulassung zu bedenken:

„Gesunde Menschen werden mit einem nicht hinreichend getesteten Impfstoff versehen. Keiner kennt die gesundheitlichen Folgen tatsächlich zu diesem Zeitpunkt. Bei einer Notfallzulassung muss jedem klar sein, dass der Staat haftet, also der Steuerzahler. …“

Darauf antwortet User Ralph O. Michels mit eigenen fachlichen Erfahrungen:

„Frau Arndt! Ich habe 30 Jahre in der Pharmabranche gearbeitet. Bei diesem neuen Impfstoff wurden erstmals 3 Stadien der klinischen Prüfung parallel durchgeführt und das mit wesentlich größeren Probandenzahlen als allgemein üblich. Dadurch konnten die sonst üblichen Zeiten verkürzt werden. Wir werden wahrscheinlich genau wie bei der Grippe gegen Corona immer wieder geimpft werden müssen.“

„Diese Notfallzulassungen sind rein politisch motiviert“

User Lutz Hesse stellt die Motive für Notzulassungen, das Impfen und das Verhalten der Bürger in Frage:

„Diese Notfallzulassungen sind rein politisch motiviert. Es kann dieses Jahr nur ein Bruchteil der Menschen geimpft werden, weil gar nicht ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Es macht als keinen Unterschied 3 Wochen früher zu starten, da es noch bis mind. Ende 2021 dauern wird. Kontaktbeschränkung ist der einzig wirksame Schutz. Andere Länder haben nicht ansatzweise solche Probleme wie Deutschland, weil die Menschen sich einschränken zum Wohl aller, siehe Australien, Neuseeland, Vietnam usw. Aber so etwas kann man von den Deutschen scheinbar nicht erwarten. Hier gehen eigene Interessen vor, bloß keine Feier, kein Treffen und keinen Shopping Tag verpassen.“

Dem hält User Max Stultz entgegen:

„Dieser "Bruchteil" rettet aber trotzdem Menschenleben. Jeder Tag ist wichtig. Aber wirklich jeder. Das ist schon sehr zynisch was Sie hier schreiben. Gerade wenn sich einige nicht an die Regeln halten ist es umso wichtiger die Schwachen zu schützen. Hätten wir drei Wochen früher einen harten Lockdown gemacht, wären wir jetzt nicht in dieser Lage. Zeit, die gut genutzt wird, ist in einer Pandemie mitentscheidend.“

Userin Sally Bauer legt in ihrem Kommentar Wert auf die Sicherheit des regulären Verfahrens:

„Die jetzige Vorgehensweise finde ich richtig. Es ist wichtig, nicht wild drauf los zu impfen, sondern auch zu schauen, wie die Nebenwirkungen sind, welche Gruppen nicht geimpft werden sollten, ob der Stoff in allen Altersgruppen gut wirkt usw. Stellt Euch das Geschrei vor, wenn es sich herausstellt, dass etwas wegen zu lascher Prüfung unter den Tisch fiel. Da gebe es Klagen ohne Ende. dafür gibt es ja schon genügend Beispiele.“

Sofortiger Impfbeginn

User Hans-Jürgen Stellbrink ist für einen möglichst schnellen Impfbeginn, auch aus politischen Gründen:

„Der Schutzeffekt beginnt bereits ab Tag 12 nach der ersten Impfung. Wenige Tage später mit der Impfung zu beginnen wird also Leben kosten, ähnlich wie aktuell eine Verschiebung des Lockdowns. Wenn wirklich der Schutz des Lebens vorgeht, kann eine Verschiebung des Beginns aus außenpolitischer Rücksichtnahme oder bürokratischen Bedenken nicht gerechtfertigt werden. Man würde eine bedenkliche Doppelmoral zeigen: Die Bürger ziemlich pauschal für Tote für schuldig zu erklären, wenn der Lockdown nicht früh und hart durchgehalten wird, und gleichzeitig bei der bisher einzigen an der Ursache ansetzenden Behandlungsmöglichkeit zu verzögern. Das wird auch Leben kosten, die in dem Fall auf das Konto der Politik gehen. Der sofortige Impfbeginn ist also alternativlos.“

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FOCUS Online/Wochit Bringt Impfstoff schnelles Lockdown-Ende? Lauterbach raubt alle Illusionen  

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