RKI: 400 Neuinfektionen mehr als in der Vorwoche – Inzidenz steigt auf 19,4

Alle Neuigkeiten zur Corona-Pandemie: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt immer weiter – am Donnerstagmorgen lag sie bei 19,4. Auch die Zahl der Neuinfektionen steigt im Vergleich zur Vorwoche. Alle aktuellen News zur Corona-Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona in Deutschland vom 5. August

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RKI-Plan: Bei Corona-Fall soll direkt die ganze Klasse in Quarantäne

06.50 Uhr: In einer Konferenz hat das RKI den Bundesländern einen möglichen Plan für die Schulen im Herbst vorgestellt. Demnach sollen gesamte Schulklassen in Quarantäne geschickt werden, wenn es einen Corona-Fall in der Klasse gibt. Das berichtet die "Bild". Als Begründung habe RKI-Vize Lars Schaade die mangelnde Erfahrung im Umgang mit der Delta-Variante genannt. Gegenüber der "Bild" wollte das RKI den Plan nicht kommentieren.

Weltweit bereits mehr als 200 Millionen bestätigte Corona-Infektionen

06.34 Uhr: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist die Zahl der weltweit nachgewiesenen Infektionen auf mehr als 200 Millionen angestiegen. Das ging am Mittwoch aus Daten der US-Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg damit in einem guten halben Jahr, seit dem 26. Januar, um 100 Millionen an.

Die Zahl der weltweit bestätigten Todesfälle nach einer Corona-Infektion liegt inzwischen bei 4,25 Millionen – doppelt so viele wie noch Ende Januar. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen weltweit von höheren Dunkelziffern aus.

Zuletzt stieg die Zahl der bestätigten Neuinfektionen in vielen Teilen der Welt erneut rasch an, was Experten vor allem auf die Verbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante zurückführten. Dem jüngsten Wochenbericht der WHO zufolge etwa gab es zuletzt weltweit täglich mehr als eine halbe Million Neuinfektionen.

RKI: 400 Neuinfektionen mehr als in der Vorwoche – Inzidenz steigt auf 19,4

Donnerstag, 5. August, 06.09 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über vier Wochen an. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Donnerstagmorgen lag sie bei 19,4 – am Vortag hatte der Wert 18,5 betragen, am Donnerstag der Vorwoche 16,0. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI zuletzt binnen eines Tages 3539 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04:20 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3142 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 26 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 21 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.780.985 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.661.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91 730.

Staatsanwaltschaft klagt Arzt wegen falscher Maskenatteste an

22.21 Uhr: Die Bochumer Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen Arzt erhoben, der zu Unrecht Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben soll. Ein Behördensprecher bestätigte eine Meldung der "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Dem Bochumer Arzt wird vorgeworfen, Patienten ohne medizinische Notwendigkeit per Attest vom Tragen einer Schutzmaske befreit zu haben. Insgesamt soll es um 19 Fälle gehen. Die Anklage lautet auf "Ausstellen unrichtiger Gesundheitszeugnisse". Der Strafrahmen reicht von einer Geldstrafe bis zu zwei Jahren Haft.

Baden-Württemberg will Inzidenz aus Corona-Verordnung streichen

20.09 Uhr: Das baden-württembergische Gesundheitsministerium plant eine Abkehr von der Zahl der Neuinfektionen als Grenzwert im Kampf gegen die Pandemie. "Als Richtwert für die Auslösung von Beschränkungen wird die Inzidenz nach unserer Ansicht ab Mitte September in den Corona-Verordnungen nicht mehr auftauchen", sagte Minister Manne Lucha der "Stuttgarter Zeitung". Es brauche einen Paradigmenwechsel, wenn vom 15. September an alle im Land ein Impfangebot erhalten hätten. Dann könne es keine Beschränkung der Freiheitsrechte von Doppeltgeimpften mehr geben. Ungeimpfte müssten sich hingegen auf Beschränkungen – etwa die Verpflichtung zum Schnelltest bei Restaurantbesuchen – einstellen. Selbstverständlich würde man die Entscheidung der Ministerpräsidentenkonferenz am 10. August abwarten und einbeziehen, sagte der Grünen-Politiker.

Baden-Württemberg ist damit das erste Bundesland, dass die Abkehr von der Inzidenz als Richtwert für Corona-Beschränkungen plant.

Getty Images/avdeev007 Bei hohen Inzidenzen könnten künftig nur noch Geimpfte und Genesene ins Restaurant dürfen.  

Resistente Mutante? Experten wegen Lambda-Variante nicht beunruhigt

17.04 Uhr: Die Lambda-Variante des Coronavirus breitet sich derzeit nach Angaben Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht besonders stark aus. Die WHO betrachte unter anderem immer, wie stark sich eine Variante nach der Entdeckung verbreite, sagte Covid-Expertin Maria van Kerkhove am Mittwoch auf eine dpa-Frage. "Es geht nicht wirklich hoch, selbst in Peru nicht, wo die Variante zuerst entdeckt wurde", sagte van Kerkhove. Nach Angaben aus Peru werde die Lambda-Variante derzeit dort von der Gamma-Variante verdrängt.

Van Kerkhove räumte ein, dass Mutationen in einem Spike-Protein der Lambda-Variante besorgniserregend seien. Alle Virusveränderungen könnten die Effektivität von Impfstoffen beeinträchtigen. Lambda wurde nach Angaben der WHO in 40 Ländern nachgewiesen. Die WHO listet sie zur Zeit als eine von vier "Varianten von Interesse", nicht, wie Delta, als "besorgniserregende Variante". Davon gibt es ebenfalls vier. "Das heißt absolut nicht, dass sie weniger wichtig ist", so van Kerkhove.

Pilotprojekt zu Lolli-Tests an Schulen startet nach Ferienende

15.01 Uhr: Nach dem Ende der Sommerferien soll das Berliner Pilotprojekt zum Einsatz sogenannter Lolli-Tests in der Corona-Pandemie auf Schulen ausgeweitet werden. Ob der Start gleich am Montag sein wird, wenn in der Hauptstadt das neue Schuljahr beginnt, sei aber noch nicht sicher, sagte ein Sprecher der Bildungsverwaltung am Mittwoch.

Lolli-PCR-Tests gelten als verlässlicher und als einfacher zu handhaben im Vergleich zu den Corona-Schnelltests, die bisher in Schulen benutzt werden und bei denen in der Regel mit einem Stäbchen Proben aus Nase oder Rachenraum genommen werden. Das könnte es gerade für Kinder leichter machen. Schon seit Juli läuft das auf sechs Wochen angelegte Berliner Pilotprojekt in 30 Kitas; nun sollen 24 Schulen dazu kommen, zwei in jedem Berliner Bezirk.

Bei den Lolli-Tests lutschen Kinder und Erwachsene in einer Schulklasse oder Kindergartengruppe etwa 30 Sekunden lang an jeweils einem Tupfer wie bei einem Lolli. Sämtliche Tupfer kommen anschließend als sogenannter Pool in ein Proberöhrchen, das dann im Labor mit der zuverlässigen PCR-Methode auf Bestandteile des Coronavirus untersucht wird. Ist der Pool positiv, müssen die Beteiligten einen weiteren Lolli-Test machen, bei dem die Proben einzeln analysiert werden, um herauszufinden, wer infiziert ist.

Bild: (c) dpa Lolli-Tests wie hier in Nordrhein-Westfalen sollen auch in Hamburg erprobt werden.  

Die Schnelltests lieferten sofort ein Ergebnis. Bei den Lolli-Tests dauere es deutlich länger, bis klar sei, wer sich infiziert hat. "Die Schülerinnen und Schüler sitzen dann im Klassenraum, möglicherweise ist ein positiver Fall dabei und kann dann mehrere andere anstecken", gab Heise zu bedenken. Andererseits sei das Risiko falsch positiver Ergebnise bei den Antigen-Schnelltests gerade bei einer niedrigen Inzidenz höher. Die PCR-Methode, die Erbmaterial des Erregers nachweist, gilt als sicherer. Der Elternausschuss-Vorsitzende wies darauf hin, dass das Robert Koch-Institut den Einsatz von Lolli-Tests ausdrücklich empfohlen habe.

Der Sprecher der Bildungsverwaltung sagte, die Lolli-PCR-Tests seien  deutlich aufwendiger als die Schnelltests. Bei steigenden Fallzahlen könnten die Berliner Labore an ihre Kapazitätsgrenzen geraten, denn bei den Lolli-Tests wären vergleichsweise viele Nachtestungen von Einzelproben nötig. Auch die Bildungsverwaltung sieht den Vorteil, der den Schnelltests ihren Namen gegeben hat.

Kubicki über neue Corona-Vorgaben: "Der dreisteste Wortbruch dieser Bundesregierung"

08.38 Uhr: Von der FDP kommt scharfe Kritik an Plänen des Bundesgesundheitsministeriums für weitere Corona-Vorgaben in den nächsten Monaten und ein Ende kostenloser Corona-Tests. Parteivize Wolfgang Kubicki warf der Bundesregierung in der "Bild"-Zeitung (Mittwoch) Wortbruch vor. In Zielsetzung und Wirkung komme es einer direkten Impfpflicht gleich, wenn die Regierung ungeimpfte Personen vom sozialen Leben ausschließe.

In einem der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Bericht des Ministeriums, der an Länder und Bundestag ging, heißt es, zur Eindämmung einer neuen großen Infektionswelle seien weitere Corona-Vorgaben nötig. Schutzmaßnahmen könnten aufgrund der fortgeschrittenen Impfkampagne aber moderater ausfallen als im vergangenen Herbst und Winter. Wochit Feed Kubicki kritisiert Beschränkungen für Nicht-Geimpfte als „klar verfassungswidrig“

Am 10. August berät Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Pandemie. In dem Ministeriumsbericht werden die weitere Einhaltung von Hygienemaßnahmen und die Notwendigkeit zum verpflichtenden Tragen einer medizinischen Schutzmaske "bis ins Frühjahr 2022" insbesondere im öffentlichen Nah- und Fernverkehr sowie im Einzelhandel genannt – "für alle, auch für Geimpfte und Genesene".

Mit Blick auf Schutzmaßnahmen erläutert das Ministerium, Impfen und Testen verhinderten mit hoher Wahrscheinlichkeit, dass Personen mit hoher und damit infektiöser Viruslast einen Raum betreten. "Daher sollte unabhängig von der Inzidenz ab Anfang/Mitte September 2021 die Teilnahme an bestimmten Veranstaltungen in ganz Deutschland generell nur unter Einhaltung der 3G-Regel (3G: geimpft, genesen oder getestet) möglich sein." Genannt werden Innengastronomie, Hotelübernachtungen, körpernahe Dienstleistungen, Sport und Veranstaltungen drinnen sowie Großveranstaltungen drinnen und draußen.

Kubicki sagte dazu: "Die Ankündigung, in Zukunft Ungeimpfte vom Gastronomiebesuch ausschließen zu wollen, ist der dreisteste und verheerendste Wortbruch dieser Bundesregierung, die wiederholt Stein und Bein geschworen hat, es werde keine Impfpflicht in Deutschland geben. Dieser Wortbruch wiegt noch schwerer als die Unverhältnismäßigkeit dieser angedrohten Impfpflicht." Der FDP-Politiker warf auch die Frage auf, warum der Plan der Bundesregierung für Gastronomiebetriebe gelte, "aber nicht auch für Talkshows, CDU-Parteitage oder Betriebsversammlungen".

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