RKI: 7-Tage-Inzidenz in Deutschland erreicht Wert von 110,1

RKI: 7-Tage-Inzidenz in Deutschland erreicht Wert von 110,1

Montag, 25. Oktober, 06.03 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland hat den Wert von 110 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 110,1 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 106,3 gelegen, vor einer Woche bei 74,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 6573 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 4056 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 17 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 10 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.472.730 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Am Wochenende werden keine Zahlen dazu bekannt gegeben.

Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.215.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.117. imago images/Viennareport Corona-Tests in Gurgelboxen in Wien

Sollte die Auslastung über diesen Wert steigen, wird Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein zufolge Ungeimpften das Verlassen des eigenen privaten Wohnbereichs nur noch in wenigen Ausnahmegründen gestattet, etwa zum Einkaufen oder Arbeiten. Ausgenommen davon sind den Angaben zufolge alle, die nicht geimpft werden können, etwa Kinder unter zwölf Jahren.

Die neuen Regelungen sehen außerdem Restriktionen für Ungeimpfte bereits für den Fall vor, dass mehr als 500 Corona-Patienten auf den Intensivstationen behandelt werden. Dann tritt in vielen Bereichen wie Gastronomie oder Kultureinrichtungen eine 2G-Regel in Kraft. Die Details werden laut APA noch ausgearbeitet.

„Die neuen Schritte betreffen vor allem Menschen ohne Impfschutz“, sagte Mückstein. „Wir werden Geschützte und Getestete unterscheiden.“ Wie Schallenberg appellierte er laut APA an alle, sich impfen zu lassen. „Es gibt eine Alternative zu den eben beschriebenen Stufen und Einschränkungen: die Impfung.“

Derzeit sind in Österreich laut APA mehr als 220 Intensiv-Betten mit Corona-Patienten belegt. Das entspricht demnach einer Auslastung von elf Prozent der Gesamtkapazität. Mückstein rechnete damit, dass die Marke von 15 Prozent bald überschritten wird. Für die Nachtgastronomie sowie Großveranstaltungen hätte dies eine 2G-Regel zur Folge. Außerdem wären selbst abgenommene Antigentests dann nicht mehr als Nachweis für 3G-Bereiche gültig.

Als „kritisch“ gilt in Österreich eine Auslastung von 33 Prozent. Anders als in Deutschland will die österreichische Regierung „für die nächste Zeit“ auch gratis Coronatests beibehalten. In Deutschland waren die kostenlosen Bürgertests kürzlich abgeschafft worden, um die Menschen zum Impfen zu bewegen.

Bereits am Mittwoch hatte Mückstein angekündigt, dass ab November die 3G-Regel an jedem Arbeitsplatz mit direktem Kontakt zu Kunden oder Kollegen gilt.

Steigende Corona-Zahlen – Spahn warnt: "Normalzustand frühestens im Frühjahr möglich"

08.58 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen ruft Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Menschen zur Vorsicht auf. "Wir müssen auch weiterhin im Alltag Vorsicht walten lassen", sagte Spahn am Rande des Parteitags der NRW-CDU in Bielefeld. Und weiter: "Normalzustand wird erst im Frühjahr frühestens möglich sein, wenn keine neue Variante kommt."

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen steigt weiter an. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen mitteilte, erhöhte sich der Wert auf 106,3. Binnen eines Tages wurden demnach 13.732 Neuinfektionen registriert.

Besonders hoch sind die Infektionszahlen derzeit in Bayern. In mehreren Landkreisen liegt die Inzidenz im hohen dreistelligen Bereich. Im Landkreis Mühldorf am Inn etwa ist der Wert über die Marke von 500 gestiegen.

Österreich droht Ungeimpften mit Lockdown

22.48 Uhr: Bei einer weiteren dramatischen Verschärfung der Corona-Situation droht ungeschützten Menschen in Österreich ein Lockdown. Dieser Schritt komme bei einer besonders starken Auslastung der Intensivbetten, wie Österreichs Bundeskanzler Alexander Schallenberg am Freitagabend nach einer Krisensitzung mit den Ministerpräsidenten erklärte. "Wir sind drauf und dran, in eine Pandemie der ungeschützten Ungeimpften hineinzustolpern", so der Regierungschef.

Wer weder geimpft noch genesen sei, müsse sich bei der letzten Stufe des neuen Stufenplans auf massive Ausgangsbeschränkungen einstellen, sagte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein. Dann sei gegebenenfalls das Verlassen der Wohnung nur noch aus triftigen Gründen möglich. Einen Lockdown für Geimpfte oder Genesene schloss Schallenberg aus. Er hoffe auf eine starke Signalwirkung dieser Pläne. picture-alliance/dpa/H. Fohringer Österreich verschärft wieder Corona-Restriktionen

In der heutigen Sitzung wurden für den österreichischen Stufenplan zwei neue Stufen beschlossen, diese sollen bei 25-prozentiger Auslastung (Stufe 4) und bei 30-prozentiger Auslastung der Intensivbetten (Stufe 5) greifen. In Stufe 4 sei geplant, die 2G-Regel für Gastronomie, Veranstaltungen oder Krankenhausbesuche einzuführen, in Stufe 5 soll dann in einem weiteren Schritt einen Lockdown für Ungeimpfte geben. Wie der dann genau aussieht, ist bislang aber nicht klar.

Noch ist die Lage auf den Intensivstationen Österreichs trotz des jüngsten deutlichen Anstiegs bei der Zahl der Neuinfektionen weitgehend stabil. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei knapp 230. In Deutschland beträgt sie aktuell etwa 95.

Fragwürdiges Mittel: Türkisches Gesundheitsamt lässt Namen von Ungeimpften über Moschee ausrufen

15.57 Uhr: Um mehr Menschen zur Impfung gegen das Coronavirus zu bewegen, haben Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde in der Türkei zu fragwürdigen Mitteln gegriffen. In einem Dorf in der östlichen Provinz Mus seien die Namen der nicht oder nicht vollständig Geimpften über die Lautsprecher der dortigen Moschee ausgerufen und zur Impfung aufgefordert worden. Das berichtete das türkische Nachrichtenportal Ntv am Freitag. In der gesamten Provinz seien zudem Gesundheitsteams unterwegs, die von Tür zu Tür gingen und für eine Impfung werben.

Auch in der Türkei gilt keine generelle Impfpflicht. Derzeit meldet das Gesundheitsministerium täglich rund 30.000 Neuinfektionen landesweit. In der Provinz Mus sind offiziellen Angaben zufolge bisher etwa 57 Prozent der über 18-Jährigen geimpft. Zuletzt waren auf 100.000 Einwohner 180 Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb einer Woche registriert worden. Betrachtet man die restlichen türkischen Provinzen, liegt Mus damit im Mittelfeld.

Kroatien und Bulgarien ab Sonntag Corona-Hochrisikogebiete

12.10 Uhr: Mit Kroatien und Bulgarien stuft die Bundesregierung ab Sonntag zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer nicht vollständig geimpft oder genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher sind Rumänien, Litauen und Slowenien die einzigen Mitgliedstaaten der Europäischen Union, für die das gilt.

Weltweit stehen rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Neben Kroatien und Bulgarien kommen am Sonntag auch Kamerun, Singapur und die Republik Kongo hinzu. Gestrichen werden Kenia, Kosovo, Irak und Honduras.

Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Erneut sprunghafter Anstieg! Fast 20.000 Neuinfektionen in Deutschland

Freitag, 22. Oktober, 05.54 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt derzeit rasch an. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 95,1 an. Er hat damit erstmals seit Mitte Mai die 90 überschritten.

Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 85,6 gelegen, vor einer Woche bei 68,7 (Vormonat: 65,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 19.572 Corona-Neuinfektionen (Vortag: 16.077). Vor einer Woche hatte der Wert bei 11.518 Ansteckungen gelegen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.23 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 116 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 65 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 437 280 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Donnerstag mit 2,45 an (Mittwoch 2,34). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.192.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94 991.

Intensivmediziner Janssens: "Glaube nicht, dass wir einen Lockdown benötigen"

07.43 Uhr: Trotz aktuell wieder steigender Inzidenzwerte glaubt Prof. Uwe Janssens, ehemaliger Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), dass Deutschland ohne eine neuen Lockdown durch Herbst und Winter kommen kann:. Im Interview mit der Mediengruppe RTL Deutschland sagte Janssens: "Ich persönlich glaube nicht, dass wir einen Lockdown benötigen. Ich glaube, dass wir mit den Maßnahmen, die wir monatelang praktiziert haben, sehr gut zurechtkommen."

Dafür müssten sich alle aber an altbekannte Regeln halten. Janssens sieht „im Moment keine Notwendigkeit“ für einen neuen Lockdown, wenn sich alle weiter an das Maskentragen, Abstandhalten und andere Hygienemaßnahmen halten und wenn die Covid-19-Impfungen weiter vorangetrieben würden. "Wenn es uns gelingt, das zu beachten, und wenn die Politik nochmal nachsteuert und verbindliche allgemeine Regeln für alle Bundesländer schafft, wie das gerade auch die Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen gefordert haben, dann werden wir ohne Lockdown auskommen.“

Corona-Inzidenz jetzt deutlich über 100 – mehr als 13.000 Neuinfektionen

Sonntag, 24. Oktober, 06.55 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit exakt 106,3 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei exakt 100 gelegen, vor einer Woche bei 72,7. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 13.732 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.26 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 8682 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 23 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 17 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.466.157 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.206.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.100.

Betriebsärzteverband: 1,5 Millionen Corona-Impfungen vermutlich nicht gemeldet

12.02 Uhr: Der Verband deutscher Betriebs- und Werksärzte geht davon aus, dass rund 1,5 Millionen Corona-Impfungen in Deutschland vorerst nicht gemeldet wurden. Die meisten Impfungen seien über das kassenärztliche System eingegangen – wie viele nicht gemeldet wurden, sei aber unklar, sagte Verbandsvizepräsidentin Anette Wahl-Wachendorf dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben). Wie das RND unter Berufung auf eine Schätzung des Betriebsärzteverbandes berichtete, könnte sich die Zahl auf 1,5 Millionen belaufen.

"Wir haben in alle Richtungen erklärt und sensibilisiert", sagte Wahl-Wachendorf den Zeitungen. Sie erwarte klärende Gespräche mit dem Robert-Koch-Institut (RKI). Auch bei den Kassenärzten seien vereinzelt Meldungen ausgeblieben, sagte der Sprecher der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Roland Stahl. Matthias Balk/dpa Eine Impf-Ampulle

"Wir haben keine echte Impfquote, das ist ein riesiges Problem, ein strukturelles Problem", sagte der Kölner Infektiologe Gerd Fätkenheuer dem RND. "Ich fürchte, dass es am Ende erst über die Abrechnungen sichtbar wird." 

Aufgrund der Ungewissheiten bei der Impfquote und stark steigenden Infektionszahlen halte er das angekündigte Ende der pandemischen Lage für "sehr unklug": "Wir kommen gerade in die kritischen Wintermonate und wir sehen, was in anderen Ländern passiert. Es hätte keinen schlechteren Zeitpunkt für diese Ankündigung geben können."

Erster Landkreis reißt wieder 500er-Inzidenz

09.34 Uhr: Bundesweit ziehen die Corona-Infektionszahlen wieder an. Am Samstag meldete das RKI 15.145 Neuinfektionen. Die bundesweite Inzidenz ist erstmals seit Mai wieder dreistellig – und beträgt derzeit 100,0. Vor allem in Bayern sind die Inzidenzen derzeit besonders hoch. Nun hat der erste Landkreis sogar die Marke von 500 überschritten. Im Landkreis Mühldorf am Inn beträgt die Inzidenz jetzt 501,4. Im Schnitt der vergangenen sieben Tage haben sich somit mehr als 500 Menschen je 100.000 Einwohner mit dem Virus infiziert. Besonders hoch ist die Inzidenz auch in den Landkreisen Berchtesgadener Land (462,7) und Traunstein (438,3).

Kassenarzt-Chef Gassen befürwortet Ende der epidemischen Lage

07.44 Uhr: Kassenärzte-Chef Andreas Gassen unterstützt die Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach einem baldigen Ende der epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Spahns Vorstoß sei "letztlich folgerichtig", sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der "Rheinischen Post" (Samstagsausgabe). "Das bedeutet auch nicht das sofortige Ende aller Maßnahmen", fügte Gassen hinzu. Annegret Hilse/Reuters-Pool/dpa

"Wir werden aber erleben, dass es regional unterschiedliche Herangehensweisen geben wird, die natürlich auch von regionalen Faktoren wie Impfquote, Infektionszahlen, Altersverteilung und Krankenhausbelegungen abhängig sind." Ab einem bestimmten Punkt und mit ausreichender Vorlaufzeit sei es dann möglich, dazu überzugehen, "die notwendigen Schutz- und Abwehrmaßnahmen in die Hände der Bürger zu legen", sagte Gassen.

Bundesgesundheitsminister Spahn hatte zuletzt erklärt, die derzeit geltende epidemische Notlage von nationaler Tragweite Ende November auslaufen lassen zu wollen. Die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder forderte am Freitag aber vom Bund weiterhin bundeseinheitliche Regeln für die Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Auch der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnte davor, die epidemische Lage "ohne Ersatzregelung" zu beenden. Es müsste sichergestellt werden, dass die 2G- oder 3G-Regeln in Innenräumen weiter praktiziert werden könnten und Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr bestehe, sagte Lauterbach der "Passauer Neuen Presse". "Solche Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung müssen rechtssicher möglich bleiben."

Mehr als 15.000 Neuinfektionen – bundesweite Inzidenz erreicht erstmals seit Mai wieder 100

Samstag, 23. Oktober, 06.57 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland hat erstmals seit Mitte Mai den Wert von 100 erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit exakt 100,0 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 95,1 gelegen, vor einer Woche bei 70,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 15.145 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.31 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 10.949 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 86 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 75 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 452 425 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Bild: picture alliance/dpa/Fabian Strauch Eine Krankenpflegerin kümmert sich um einen Corona-Patienten auf der Intensivstation (Symbolbild).

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Freitag mit 2,68 an (Donnerstag 2,45). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.200.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 95.077.

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