Schlechter Schlaf erhöht Risiko für Herzinsuffizienz um 42 Prozent – Heilpraxis

Verbindung zwischen Schlaf und Herzgesundheit

Gesunde Schlafmuster sind bei Erwachsenen unabhängig von anderen Risikofaktoren mit einem erheblich geringeren Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz verbunden, während schlechter Schlaf das Risiko deutlich erhöht. Hier zeigt sich, wie wichtig Schlaf für die Gesundheit des Herzens ist.

Erwachsene mit den gesündesten Schlafmustern haben unabhängig von anderen Risikofaktoren ein um 42 Prozent geringeres Risiko für eine Herzinsuffizienz im Vergleich zu Erwachsenen mit ungesunden Schlafmustern, berichten Forschende der Tulane University von ihren aktuellen Studienergebnissen. Veröffentlicht wurden diese in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Circulation“.

Führen Schlafprobleme zu Herzinsuffizienz?

Mehr als 26 Millionen Menschen sind von einer Herzinsuffizienz betroffen. Und neuste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Schlafprobleme bei der Entstehung der Herzinsuffizienz eine wichtige Rolle spielen könnten, berichten die Fachleute.

Was zeichnet gesunde Schlafmuster aus?

Zunächst stellt sich die Frage, wie gesunder Schlaf definiert wird und was gesunde Schlafmuster sind? Gesunde Schlafmuster umfassten in der aktuellen Studie morgens früh aufzustehen, sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht zu schalfen und keine Anzeichen von Schlaflosigkeit, Schnarchen und übermäßiger Schläfrigkeit am Tage aufzuweisen, erläutern die Forschenden.

Die aktuelle Beobachtungsstudie untersuchte den Zusammenhang zwischen gesundem Schlafverhalten und Herzinsuffizienz und umfasste die Daten von 408.802 Teilnehmenden. Diese waren zum Zeitpunkt der Rekrutierung im Alter von 37 bis 73 Jahren. Das Team registrierte 5.221 Fälle von Herzinsuffizienz während einer medianen Nachbeobachtungszeit von zehn Jahren.

Wie wurde die Qualität des Schlafs festgestellt?

Die Forschenden analysierten sowohl die Schlafqualität als auch die allgemeinen Schlafmuster. Die Messungen der Schlafqualität umfassten die Schlafdauer, Schlaflosigkeit und Schnarchen sowie andere auf den Schlaf bezogene Merkmale wie beispielsweise, ob Teilnehmende Morgenmenschen oder Nachtmenschen waren. Außerdem wurde berücksichtigt, ob die Teilnehmenden tagsüber schläfrig waren, was sich zum Beispiel dadurch ausdrückte, dass betroffene Personen tagsüber unbeabsichtigt eindösten.

Teilnehmende wurden in drei Gruppen eingeteilt

Das Schlafverhalten wurde für die Studie mit der Hilfe von Touchscreen-Fragebögen ermittelt. Die Schlafdauer der Teilnehmenden wurde zudem in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe mit kurzem Schlaf (weniger als sieben Stunden Schlaf pro Nacht), eine Gruppe mit empfohlener Schlafdauer (sieben bis acht Stunden Schlaf pro Nacht) und schließlich einer Gruppe mit Personen, die neun Stunden oder länger pro Nacht schliefen.

Stark reduziertes Risiko für Herzinsuffizienz durch Schlaf

Nach der Bereinigung um Diabetes, Bluthochdruck, Medikamenteneinnahme, genetische Risikofaktoren und andere Kovariablen zeigten die Teilnehmenden mit dem gesündesten Schlafmuster im Vergleich zu Personen mit einem ungesunden Schlafmuster eine Reduzierung des Risikos einer Herzinsuffizienz um 42 Prozent, fassen die Forschenden zusammen.

Diese Faktoren reduzieren Risiko für Herzinsuffizienz

Das Team stellte zusätzlich fest, dass das Risiko einer Herzinsuffizienz in der Gruppe der früh aufstehenden Teilnehmenden um acht Prozent geringer war als bei den Nachtmenschen. Auch war das Risiko im Vergleich zu den anderen Gruppen bei den Menschen, die täglich sieben bis acht Stunden schliefen, um bis zu zwölf Prozent reduziert. Und Personen, die nicht unter Schlaflosigkeit oder Tagesschläfrigkeit litten, zeigten in der getrennten Betrachtung ebenfalls ein maßgeblich geringeres Risiko der Herzinsuffizienz.

„Unsere Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer Verbesserung des allgemeinen Schlafverhaltens, um einer Herzinsuffizienz vorzubeugen“, resümiert Studienautor Dr. Professor Dr. Lu Qi von der Tulane University in New Orleans in einer Pressemitteilung. (as)

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