Schwere Corona-Fälle weisen auch Monate später noch Lungenschäden auf

Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem: Mehr als 17 Millionen Menschen haben sich bisher weltweit mit dem Coronavirus infiziert, 214.577 davon in Deutschland. Aktuelle Nachrichten zur Corona-Krise aus Deutschland, Europa und der Welt lesen Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

Corona-News aus Deutschland und der Welt – die Topmeldungen: Hausärzteverband kritisiert Testpflicht als "wahnwitzig" (7.17 Uhr) +++ Mehr als 1200 Neuinfektionen – Zahl der aktiven Fälle und R-Wert steigen deutlich (21.48 Uhr) +++ Für viele Rückkehrer sind Corona-Tests praktisch nutzlos (20.12 Uhr) +++ Deutschland lässt Partner ohne Trauschein einreisen (17.17 Uhr)

  • Live-Karte zum Virus-Ausbruch und Coronavirus-Radar mit Zahlen und Fakten
  • Mehr News, Service und Ideen zur Corona-Pandemie finden Sie auf unserem Überblicksportal

Besucheransturm in der Lübecker Bucht: Corona-Ampeln springen reihenweise auf Rot

dpa 19.07.2020, Schleswig-Holstein, Timmendorfer Strand: Badegäste geniessen bei schwülen 26 Grad Lufttemperatur und diesigem Himmel den Nachmittag am Ostseestrand.

10.47 Uhr: Touristen oder Einheimische, die sich auf einen Tagesausflug an die Strände der Lübecker Bucht gefreut haben, müssen wohl umplanen. Die Strandampeln sind in vielen Bereichen bereits auf Rot gesprungen – die Strände sind voll. Wegen der Corona-Vorsichtsmaßnahmen können dort keine weiteren Gäste zugelassen werden.

Derzeit stehen die Ampeln an folgenden Stränden auf Rot:

  • Timmendorfer Strand, Abschnitt 15-30
  • Scharbeutz, Abschnitt 9-13, 14-20, 21-24, 25-29, 30-46

Lediglich die Ampel am Strand Niendorf im Abschnitt 55-52 steht noch auf Grün, die restlichen Ampeln stehen auf gelb (wenige Plätze oder einzelne Abschnitte gesperrt). Wer noch an die Strände möchte, kann sich hier über die aktuellen Zustände informieren.

"Wir setzen auf Vernunft": Badeorte fürchten Gäste-Ansturm

10.39 Uhr: Das Ostseebad Boltenhagen rechnet zum Wochenende mit bis zu 20.000 Badegästen. "Die tollen Wetteraussichten lassen einen Ansturm auf unsere Strände erwarten", sagte Bürgermeister Raphael Wardecki (Grüne) am Freitag. Schon bei den deutlich kühleren Temperaturen eine Woche zuvor seien die Parkplätze vollständig ausgelastet gewesen. Deshalb sei nun auf einem Feld am Ortseingang ein Behelfsparkplatz eingerichtet worden.

Was in normalen Jahren große Freude in der vom Tourismus lebenden Gemeinde auslöse, stelle unter den aktuellen Pandemiebedingungen eine große Herausforderung dar. "Wir setzen auf die Vernunft unserer Gäste, dass sie Abstand halten, und werden gegebenenfalls auch regulierend eingreifen, wenn dies erforderlich sein sollte", sagte Wardecki. Ob Schließungen von Strandabschnitten – wie im benachbarten Schleswig-Holstein schon häufiger geschehen – nötig werden, könne noch nicht gesagt werden. Dies sei aber das letzte Mittel. dpa/Jens Büttner/dpabild Viele Urlauber nutzen das sonnige und warme Sommerwetter zu einem Strandbesuch.

Auf der Insel Poel sieht man dem Wochenende mit Gelassenheit entgegen. "Wir haben elf Kilometer Außenküste. Da findet jeder einen Platz", sagte Kurdirektor Markus Frick. Anders als auf Rügen oder Usedom gibt es auf Poel keine großen Hotels. Die Bettenkapazität der Insel liegt laut Frick bei etwa 6000, den beliebten Campingplatz in Timmendorf eingeschlossen.

Berlins Schüler kündigen Streik an

9.46 Uhr: Kurz vor dem Ferienende in Berlin hat der Landesschülerausschuss am Freitag mit knapper Mehrheit für einen Schulstreik gestimmt. Das berichtet der "Tagesspiegel". Demonstriert werden solle für mehr Sicherheit. "Wir wollen stärkere Hygienemaßnahmen erreichen und mehr Geld für die Schulreinigung", zitiert die Zeitung Lena Werner, Sprecherin des Landesschülerausschusses. Das weitere Vorgehen solle jedoch noch mit den Bezirksschülerausschüssen abgestimmt werden.

Ärzteverband: Masken im Unterricht machen "überhaupt keinen Sinn"

9.21 Uhr: Der Ärzteverband Marburger Bund hat eine Maskenpflicht im Schulunterricht – wie von Nordrhein-Westfalen vorgesehen – als sinnlos kritisiert. "Wenn alle auf ihren Plätzen sitzen und Abstand sichergestellt ist, macht das Tragen von Masken während der Unterrichtsstunden überhaupt keinen Sinn und wäre eine überflüssige Behinderung", sagte die Bundesvorsitzende Susanne Johna im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ). "Sinnvoll ist die Maske dann, wenn es eng wird, etwa beim Verlassen der Klasse, vor dem Schulkiosk oder auf dem Pausenhof, wenn mehrere Klassen gleichzeitig Pause haben."

Mehrere Länder haben eine Maskenpflicht an Schulen angekündigt – mit einer zumindest vorübergehenden Tragepflicht für weiterführende und berufsbildende Schulen steht NRW aber bislang alleine da. Der Vorstoß hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst.

"Nicht akzeptabel": Kritik aus der CDU an kostenloses Corona-Tests für Rückkehrer

09.02 Uhr: In der CDU regt sich Kritik an den kostenlosen Pflichttests für Reisende, die aus Corona-Risikogebieten nach Deutschland zurückkehren. "Der Aufwand für selbst gewählte Risiken kann nicht ständig auf die Gesellschaft abgewälzt werden", sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff dem "Spiegel". Vorübergehend sei die Regelung richtig, "um die sofortige Inanspruchnahme durch die Reisenden zu sichern." Für eine dauerhafte Lösung müsse aber über Alternativen nachgedacht werden, "zum Beispiel, ob die Kosten für die Tests auf die entsprechenden Flugtickets umgelegt werden".

Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, muss sich seit diesem Samstag bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Der Test ist für die Betroffenen bis zu drei Tage nach der Ankunft kostenlos. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte die Kostenfreiheit zuletzt noch einmal verteidigt. dpa/Moritz Frankenberg/dpa Ein Corona-Test wird bei einem ankommenden Passagier durchgeführt.

Noch deutlicher als Haseloff wurde der designierte Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß. "Es ist nicht akzeptabel, dass die Kosten für die Tests allen Deutschen gleichermaßen aufgedrückt werden", sagte Ploß dem "Spiegel". Auch er begrüßte die Testpflicht, forderte aber: "Wer einen Test benötigt, sollte auch für ihn bezahlen."

Kritik gab es es auch an der Forderung des CDU-Wirtschaftsrats, Reisen in Risikogebiete grundsätzlich zu verbieten. "Ich halte pauschale Reiseverbote für einen zu großen Eingriff in die persönlichen Freiheitsrechte der Bürger. Das gleiche Ziel erreichen wir auch durch eine strikte Testpflicht und konsequente Quarantäneregeln", sagte der Vorsitzende der CDU/CSU-Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT), Carsten Linnemann, dem "Spiegel".

Für die Akzeptanz in der Bevölkerung sei es "auch weiterhin sehr wichtig, dass wir gut abwägen zwischen Infektionsschutz auf der einen Seite und der individuellen Freiheit auf der anderen Seite", sagte der Unionsfraktionsvize.

TOP-NEWS: Hausärzteverband kritisiert Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer als "wahnwitzig"

7.17 Uhr: Der Deutsche Hausärzteverband übt Kritik an der Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. "Viel zu testen ist an sich vernünftig, die Testpflicht ist aber Aktionismus, von dem ich wenig halte", sagte der Verbandsvorsitzende Ulrich Weigeldt der "Welt" (Samstagsausgabe). Die Risikogebiete seien "viel zu pauschal" eingeteilt worden und viele Hausärzte nicht für einen riesigen "Ansturm von Testwilligen" ausgestattet.

Weigeldt bezeichnete es zudem als "absurd", dass Reiserückkehrer dem Arzt glaubhaft machen müssten, tatsächlich im Ausland gewesen zu sein – etwa durch einen Boarding-Pass oder eine Hotelrechnung. "Wir sind Ärzte, die dafür da sind, Menschen zu behandeln und nicht die Außenstelle des Bundesgesundheitsministeriums. Wie soll ich denn auch überhaupt eine Hotelrechnung überprüfen? Wer da wann genau wo gewesen ist?", sagte Weigeldt. "Das ist doch wahnwitzig."

Wer aus Risikogebieten nach Deutschland kommen, muss sich seit diesem Samstag bei der Einreise auf das Coronavirus testen lassen. Alternativ kann ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, das nicht mehr als zwei Tage alt ist.

Als Risikogebiete eingestuft sind die meisten Staaten der Erde, auch die USA oder Brasilien. In der EU hat das Robert-Koch-Institut Luxemburg, die belgische Region Antwerpen und einige Regionen Nordspaniens als Risikogebiet ausgewiesen, ebenso mehrere europäische Staaten außerhalb der EU. Auch die vier türkischen Küstenprovinzen, für die keine Reisewarnung des Auswärtigen Amts mehr gilt, sind weiterhin als Risikogebiete eingestuft.

Trotz Corona: Trump verteidigt bei Pressekonferenz Maskenverweigerer

Samstag, 8. August, 7.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat Gäste seines Golfclubs verteidigt, die bei seiner Pressekonferenz in einem geschlossenen Raum trotz der anhaltenden Corona-Pandemie keine Maske trugen. Es gebe Ausnahmen von der Maskenpflicht für "politische Aktivitäten", sagte Trump am Freitagabend (Ortszeit) in seinem Golfclub in Bedminster im Bundesstaat New Jersey. Seine offizielle Pressekonferenz als US-Präsident sei auch ein "friedlicher Protest", behauptete Trump unter dem Jubel der Gäste weiter.

Mitglieder des Golfclubs waren eingeladen worden, der Pressekonferenz des US-Präsidenten beizuwohnen. Die Gäste wüssten, dass die Medien nur Falschinformationen ("fake news") verbreiteten, ihre Anwesenheit stelle daher einen politischen Protest dar, sagte Trump weiter – unter großem Jubel. Nach Berichten anwesender Journalisten und auf Fotos trugen die meisten Gäste keine Maske.

Die bei Trumps Pressekonferenzen anwesenden Journalisten werden routinemäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet. Bei den Gästen des Golfclubs wurde nach Angaben mitreisender Journalisten vor der Pressekonferenz gemessen, ob sie Fieber haben.

Der Republikaner Trump wurde lange dafür kritisiert, dass er trotz einer entsprechenden Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC bei öffentlichen Auftritten keine Maske über Mund und Nase trug. Das Tragen von Masken wurde dadurch in den USA auch ein Politikum. Inzwischen ist Trump aber einige Male auch mit Maske aufgetreten. Trump ist für das Wochenende in den exklusiven Golfclub gereist. dpa/Alex Brandon/AP/dpa Donald Trump

TOP-NEWS: Corona-Fall in Berliner Bar – Behörden suchen nach Kontaktpersonen

22.55 Uhr: In Berlin werden erneut öffentlich Bar-Besucher gesucht, die sich möglicherweise mit dem Corona-Virus infiziert haben. In einer Bar in Mitte habe sich in der Nacht auf den 30. Juli eine Person aufgehalten, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, teilte das Bezirksamt Mitte am Freitagabend mit. "Wir bitten deshalb alle Gäste, die sich (in jener Nacht) zwischen 23 Uhr und 3 Uhr morgens in der Neuen Odessa Bar in Berlin Mitte aufgehalten haben, sich mit dem Gesundheitsamt Berlin Mitte oder dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen", teilte Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel mit.

Es ist der dritte Fall dieser Art in Berlin: Auch Besucher einer Neuköllner Bar sowie einer weiteren Bar in Mitte waren wegen Corona-Fällen öffentlich gesucht worden. Insgesamt waren im Zusammenhang mit der anderen Bar in Mitte mehr als 70 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. In der Kneipe in Neukölln hatten sich zahlreiche Gäste infiziert.

Lambrecht will Pflicht zum Insolvenzantrag bis Ende März aussetzen

22.51 Uhr:  Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) will überschuldete Unternehmen noch länger von der Pflicht zum Insolvenzantrag befreien. "Um pandemiebedingt überschuldeten Unternehmen Zeit zu geben, sich durch das in vielen Branchen wieder anziehende Wirtschaftsgeschehen oder staatliche Hilfsangebote zu sanieren, werde ich vorschlagen, die Insolvenzantragspflicht für diese Unternehmen weiterhin bis Ende März 2021 auszusetzen", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung (Samstag). Die Regelung solle aber nur für Unternehmen gelten, die pandemiebedingt überschuldet, aber nicht zahlungsunfähig sind. dpa/Kay Nietfeld/dpa Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz, spricht auf einer Pressekonferenz.

Bis Ende September ist die Pflicht über einen Insolvenzantrag ausgesetzt – damit aufgrund der Pandemie angeschlagene Firmen Luft bekommen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben.

Russische Statitikbehörde korrigiert Zahl der Corona-Todesfälle deutlich nach oben

22.38 Uhr: Die russische Statistikbehörde Rosstat hat im Juni knapp 1000 Corona-Todesfälle mehr gezählt, als nach bisherigen offiziellen Angaben verzeichnet wurden. Mindestens 5448 Menschen seien zwischen dem 2. Juni und dem 1. Juli an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben, teilten die Moskauer Statistiker am Freitag mit. Die täglich veröffentlichten Zahlen der Behörden für diesen Zeitraum summierten sich bislang auf lediglich 4499 Corona-Tote.

Kritik an den offiziellen Zahlen Russlands gibt es seit Monaten. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl fallen die russischen Pandemie-Daten deutlich weniger dramatisch aus als in anderen Ländern Europas. Die Behörden weisen Manipulationsvorwürfe zurück und argumentieren mit intensivem Testen und effektiven Schutzmaßnahmen schon von Beginn der Pandemie an.

TOP-NEWS: Mehr als 1200 Neuinfektionen – Zahl der aktiven Fälle und R-Wert steigen deutlich

21.48 Uhr: In Deutschland haben sich bislang 214.577 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie aus den Daten der Landesgesundheits- und Sozialministerien hervorgeht. Am Freitag lag die Zahl der Neuinfektionen bei 1229. Am stärksten war der Anstieg in NRW mit 498 neuen Fällen. dpa/Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild Ein Mitarbeiter hält in einem Abstrichzentrum einen Coronatest-Abstrich in der Hand.

9161 Menschen sind bislang an den Folgen des Coronavirus gestorben. Das Robert Koch-Institut beziffert die Zahl der Genesenen auf 195.900. Somit sind rund 9500 Menschen akut infiziert (aktive Fälle). Auch das ist ein deutlicher Anstieg. Am Donnerstag lag die Zahl der aktiven Fälle noch bei rund 9000. Der R-Wert stieg laut RKI wieder deutlich, von 0,99 auf 1,16. Er gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt.

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 37.752 (1858 Todesfälle)
  • Bayern: 51.705 (2624 Todesfälle)
  • Berlin: 9639 (224 Todesfälle)
  • Brandenburg: 3638 (173 Todesfälle)
  • Bremen: 1803 (56 Todesfälle)
  • Hamburg: 5609 (231 Todesfälle)
  • Hessen: 12.468 (524 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 931 (20 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 14.821 (654 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 50.937 (1755 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 7713 (239 Todesfälle)
  • Saarland: 2888 (174 Todesfälle)
  • Sachsen: 5624 (224 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 2059 (64 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 3578 (158 Todesfälle)
  • Thüringen: 3412 (182 Todesfälle)

Gesamt (Stand 07.08.2020, 21.46 Uhr): 214.577 (9161 Todesfälle)

Vortag (Stand 06.08.2020, 20.38 Uhr): 213.348 (9148 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 195.900

Die Zahl der aktiven Fälle liegt damit bei rund 9500

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 1,16

TOP-NEWS: Eine unangenehme Wahrheit: Für viele Rückkehrer sind Corona-Tests praktisch nutzlos

20.12 Uhr: Täglich lassen sich Tausende Reiserückkehrer an den Teststationen auf das Coronavirus testen. Eigentlich soll das Testergebnis nach spätestens 24 Stunden vorliegen. Häufig dauert es jedoch deutlich länger. Viele Rückkehrer haben ihr Testergebnis gar nie erhalten.

Das ist etwa in Bayern der Fall, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. "Personen die sich haben freiwillig testen lassen, mussten leider länger auf ihre Befunde warten", so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gegenüber der Zeitung.

Weiter heißt es vonseiten der LGL: "Da ist viel schiefgelaufen. Viele Befunde sind nicht verschickt worden, weil die Zuordnung der Tests zu den Patienten nicht funktioniert hat."

Personen, die noch kein Testergebnis haben, könnten sich über eine Hotline des LGL informieren, heißt es in dem "FAZ"-Bericht weiter. Jedoch gibt es auch hier offenbar immer wieder Probleme. So seien einige Tests schlichtweg nicht auffindbar. Axel Heimken/dpa Ein Helfer nimmt bei einem Autofahrer einen Abstrich.

Je länger das Testergebnis jedoch auf sich warten lässt, desto nutzloser wird es auch. Schließlich kann etwa eine Person, die sieben Tage auf ihr Testergebnis wartet, sich in dieser Zeit bereits infiziert haben und dennoch ein negatives Ergebnis erhalten. Zugleich kann sie in diesen sieben Tagen weitere Menschen infiziert haben, vor allem dann, wenn sie die Infektion selbst gar nicht bemerkt, sprich keine Symptome zeigt, und sich somit auch nicht in Selbstisolation begibt.

In Bayern haben sich bislang rund 50.000 Reiserückkehrer freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Vergangenen Sonntag waren es noch 18.000. Das ist ein deutlicher Anstieg. Allein am Münchner Flughafen seien bislang 13.771 Abstriche genommen worden, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) bei einem Besuch des dortigen Testzentrums am Freitag. Auch an den Raststätten sei die Nachfrage groß. Demnach ließen sich allein am Testzentrum an der Autobahn 3 zuletzt täglich rund 2000 Menschen testen.

Das Problem: Ab kommenden Samstag sind Corona-Tests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten bundesweit verpflichtend. Dann dürfte die Nachfrage noch einmal deutlich anziehen. Ob das LGL Schritt halten kann, bleibt abzuwarten.

Britische Regierung führt Quarantänepflicht für Reisende aus Belgien wieder ein

17.45 Uhr: Die britische Regierung hat für Reisende aus Belgien wieder eine Pflicht zur zweiwöchigen Selbstisolation verhängt. Das teilte das britische Außenministerium am Freitag mit. Die Regelung gilt von Samstag an in allen Teilen Großbritanniens. Grund dafür ist eine gestiegene Zahl von Infektionen in dem Benelux-Staat. Für Luxemburg und Spanien war die Quarantänepflicht bereits Ende Juli wieder eingeführt worden. Spekuliert wurde, dass sie auch demnächst für Reisende aus Frankreich wieder gelten könnte. Das dürfte britische Urlauber besonders hart treffen, die Schätzungen zufolge zu Hunderttausenden in das Nachbarland gereist sind.

TOP-NEWS: Deutschland lässt Partner ohne Trauschein einreisen

17.17 Uhr: Die Bundesregierung hebt die Reisebeschränkungen für Paare ohne Trauschein auf. Ab kommender Woche können auch unverheiratete Partner aus Nicht-EU-Staaten wieder nach Deutschland einreisen. Das teilte das Innenministerium am Freitag in Berlin mit. Ressortchef Horst Seehofer (CSU) war zuletzt zunehmend unter Druck geraten, weil betroffene Paare bereits wochenlang eine Aufhebung der Reisebeschränkungen gefordert hatten. Viele von ihnen konnten sich aufgrund der Corona-Maßnahmen seit Monaten nicht mehr persönlich treffen. dpa Innenminister Horst Seehofer

Corona-Infektionen in Schlachtbetrieb – Spätschicht in Quarantäne

14.55 Uhr: Voraussetzung für die jetzt beschlossenen Einreiseerleichterungen ist nach Angaben des Ministeriums allerdings eine auf Dauer angelegte Partnerschaft. Diese soll etwa durch einen vorherigen gemeinsamen Wohnsitz im Ausland oder durch ein vorheriges persönliches Treffen in Deutschland nachgewiesen werden.

Nach weiteren Infektionen mit dem Corona-Virus in einem Schlachtbetrieb in Großenkneten (Kreis Oldenburg) haben die Gesundheitsbehörden eine komplette Spätschicht von 270 Mitarbeitern in eine 14-tägige Quarantäne geschickt. Wie der Landkreis Oldenburg am Freitag mitteilte, wurden in den vergangenen beiden Tagen bei 2300 Tests acht Personen positiv getestet. Von ihnen wohnen vier im Landkreis Oldenburg und vier im Landkreis Cloppenburg. Die betroffenen Mitarbeiter gehörten alle der Spätschicht an.

"Es deutet alles darauf hin, dass die Ursache der Ansteckung im privaten Bereich liegt und in den Betrieb getragen wird. Andernfalls wäre die Anzahl der Infektionen noch höher", sagte der Erste Kreisrat Christian Wolf. "Das engmaschige Testkonzept bewährt sich, wir können das Geschehen lokalisieren. Jetzt ist es wichtig, die Infektionskette zu durchbrechen." Insgesamt wurden damit in den vergangenen zehn Tagen 28 Mitarbeiter des Betriebes positiv auf das Corona-Virus Sars-Cov-2 getestet.

Baden-Württemberg: Zehn Corona-Fälle nach Abi-Fahrt nach Kroatien

13.57 Uhr: Nach einer Abifahrt nach Kroatien sind inzwischen zehn Corona-Infektionen bei einer Gruppe aus Baden-Württemberg bestätigt worden. Nach Angaben einer Sprecherin des Göppinger Landratsamtes vom Freitag kam nach zunächst neun Fällen nun ein weiterer Befund dazu. Die meisten Infizierten hätten grippeähnliche Symptome, respiratorische Symptome wie Atemnot und Geschmacksstörungen. "Alle befinden sich aktuell in häuslicher Isolation", teilte die Behördensprecherin mit. Auch in anderen Landkreisen und Bundesländern soll es infizierte Teilnehmer geben.

Bei den erkrankten Abiturienten aus dem Raum Donzdorf östlich von Stuttgart waren bereits während der Heimreise vom Urlaub erste Symptome aufgetreten. Alle 18 Teilnehmer und 50 Kontaktpersonen wurden daraufhin für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt. Die Reise auf die kroatische Insel Pag war bundesweit von einem in Hamburg ansässigen Party-Reiseveranstalter organisiert worden.

Studie aus Wuhan zur Pandemie: Schwere Corona-Fälle weisen auch Monate später noch Lungenschäden auf

13.28 Uhr: Patienten, die wegen einer Covid-19-Erkrankung auf der Intensivstation waren, weisen in etwa 90 Prozent der Fälle auch rund drei Monate nach der Infektion noch Lungenschäden auf. Das geht aus einer Studie hervor, über die die "New York Times" berichtet.

Die Studie sei von Peng Zhiyong, einem Direktor am Zhongnan-Krankenhaus in Wuhan durchgeführt worden. Die Patienten würden über Atembeschwerden klagen und hätten Probleme, längere Distanzen zu Fuß zurückzulegen. Einige der genesenen Patienten müssten sich auch drei Monate nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus auf Sauerstoffgeräte verlassen.

Laut "Global Times" führte Pengs Team mit den Patienten einen sechsminütigen Gehtest durch. Sie hätten herausgefunden, dass sie in sechs Minuten nur 400 Meter laufen konnten, während ihre gesunden Kollegen im gleichen Zeitraum 500 Meter laufen konnten. Shen Bohan/Xinhua/dpa

Rund die Hälfte der Patienten leide auch unter Depressionen und Stigmatisierung. Die meisten der geborgenen Patienten hätten dem Team mitgeteilt, dass ihre Familien nicht bereit seien, mit ihnen am selben Tisch zu Abend zu essen. Weniger als die Hälfte der 100 genesenen Patienten sei wieder zur Arbeit zurückgekehrt.

Ob und an welchen Organen das Coronavirus langfristige Schäden anrichtet, ist bislang noch nicht ausreichend erforscht. Erste Obduktionen und Erfahrungsberichte von Covid-19-Patienten lassen aber neben schweren Lungenschäden auch auf Folgen am Gehirn, Herzen und den Nieren schließen. Auch, ob Patienten langfristig unter einem Geruchs- und Geschmacksverlust leiden, wollen Mediziner weiter beobachten.

  • Mehr zum Thema: Haarausfall, Erschöpfung, Lungenschäden: Was bleibt, wenn der Coronavirus geht

Auch Wuppertal muss Kita nach Infektionsfall schließen

12.14 Uhr: Die Stadt Wuppertal hat nach dem Auftreten eines Corona-Infektionsfalls eine Kindertagesstätte geschlossen. Zuvor war eine Beschäftigte der Kita positiv auf das Coronavirus getestet worden, wie Stadtsprecherin Martina Eckermann am Freitag mitteilte. Die Kita bleibe bis auf Weiteres geschlossen.

Corona-Fälle in Mecklenburg-Vorpommern: Landkreise machen zwei Schulen dicht

10.53 Uhr: Zwei Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sind wegen Corona geschlossen worden. Betroffen sind das Goethe-Gymnasium in Ludwigslust (Landkreis Ludwigslust-Parchim), wo eine Lehrerin positiv getestet worden ist und die Ostsee-Grundschule in Graal Müritz (Landkreis Rostock), wie aus Mitteilungen der beiden Landkreise vom Freitag hervorgeht. An der Grundschule ist demnach ein Schüler infiziert.


  • Biergarten: Diese Corona-Regeln gelten


  • Coronavirus vermeiden: 14 Regeln fürs Einkaufen im Supermarkt


  • Corona-Warn-App: Installation nicht möglich – daran liegt es


  • Coronavirus: Diese Regeln gelten beim Reisen mit dem Flugzeug


  • Was Sie tun können, um Ihr Immunsystem zu stärken


  • Mundschutz wiederverwenden: So sterilisieren sie ihn


  • Woher stammt das Coronavirus? Drei Theorien kursieren


  • Coronavirus: Gehöre ich zur Risikogruppe? der große Check


  • Was sinnvoller ist als ein Mundschutz


  • Praxistipps zum Thema Corona-Pandemie auf FOCUS Online


  • Germanys Corona-Warn-App: That’s how it works

  • Weitere Meldungen zum Coronavirus aus diesem News-Ticker finden Sie auf der nächsten Seite.

    • Überblick: Aktuelle Corona-Regeln in Ihrem Bundesland  

      FOCUS Online versorgt Sie täglich mit den wichtigsten Nachrichten direkt aus der Redaktion. Hier können Sie den Newsletter ganz einfach und kostenlos abonnieren.

       
       

    Angler freut sich über Riesenfang, bis der Hai aus dem Wasser schießt

    FOCUS Online Angler freut sich über Riesenfang, bis der Hai aus dem Wasser schießt

    Hund lernt in Pool Lektion fürs Leben – sein Frauchen ist begeistert

    FOCUS Online/Wochit Hund lernt in Pool Lektion fürs Leben – sein Frauchen ist begeistert

    Quelle: Den ganzen Artikel lesen