Thüringer AfD fordert Rx-Versandverbot und Sicherstellungszuschläge für Apotheken

Die sinkende Apothekenzahl beschäftigt immer mehr auch die Politik. Im Thüringer Landtag hat nun die AfD-Fraktion einen Antrag gestellt. Darin fordert die Fraktion vom umstrittenen Rechtsaußen-Politiker Björn Höcke von der Landesregierung mehr Daten zur Apothekenzahl in Thüringen. Außerdem fordert die AfD unter anderem das Rx-Versandverbot und Sicherstellungszuschläge für Landapotheken.

Erst am gestrigen Dienstag meldete die ABDA einen neuen Negativ-Rekord bei der Apothekenzahl: Ende 2019 gab es in Deutschland noch 19.075 Apotheken. Um 348 hat sich die Zahl der Betriebsstätten verringert, das ist der schnellste Rückgang innerhalb eines Jahres. In der Bundespolitik ist die Apothekenzahl noch kein großes Politikum – hier geht es derzeit eher um Themen wie das E-Rezept, das Rx-Boni-Verbot oder Arzneimittel-Lieferengpässe. Auf landespolitischer Ebene scheinen die Politiker das Thema aber stärker zu fokussieren.

Ein Beispiel dafür ist ein aktueller Antrag der AfD-Fraktion im neu gewählten Thüringer Landtag. Im Oktober 2019 war die AfD bei den Landtagswahlen auf 23,4 Prozent gekommen und ist hinter der Linksfraktion derzeit zweitstärkste Kraft. In ihrem Papier fordert die AfD-Fraktion von der amtierenden Landesregierung zunächst einmal Daten und Fakten zur Versorgungssituation in Thüringen. Zur Erinnerung: In Thüringen regiert derzeit noch ein Bündnis aus Linken und SPD, weil sich aufgrund schwieriger Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl noch keine neue Regierung gebildet hat.

So will die AfD wissen, wie sich die Apothekenzahl im Freistaat seit 1990 entwickelt hat und wie die Stadt-Land-Verteilung der Apotheken ist. Ebenso interessiert die AfD der Einfluss des Versandhandels auf die Apothekenzahl – die Landesregierung wird daher nach der Entwicklung der Apothekenzahl nach 2004 (Einführung des Rx-Versandes) gefragt. In den weiteren Fragen geht es unter anderem um die Orte der Apothekenschließungen, um das Nachwuchsproblem im Apothekenmarkt, eingewanderte Apotheker und die Rezeptsammelstellen im Land. Schließlich fordern die Rechtspopulisten, dass der Landtag feststellen möge, dass immer mehr Apotheken schließen, während der Versandhandel immer mehr an Bedeutung gewinnt.

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