US-Arzneimittelbehörde warnt: Johnson & Johnson kann wohl seltene Nervenkrankheit auslösen

News zur Coronavirus-Impfung vom 13. Juli 2021

Auf dem schnellsten Weg zum Pieks:

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  • Biontech, Moderna, Astrazeneca (Vaxzevria), Curevac – Die wichtigsten Coronavirus-Impfstoffe im Check

Lambrecht spricht sich klar gegen Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen aus

20.00 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich klar gegen eine Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen ausgesprochen. "Die Zusage der Bundesregierung gilt: Eine Impfpflicht wird es nicht geben. Das gilt auch für einzelne Berufsgruppen", sagte Lambrecht der "Bild"-Zeitung (Dienstag). Wichtiger sei es, "für Vertrauen in die Impfung zu werben und die großen Vorteile einer Impfung aufzuzeigen". Lambrecht: "Wer sich impfen lässt, handelt verantwortungsvoll – sich und seiner Umgebung gegenüber. Jeder und jede sollte sich deshalb so schnell wie möglich impfen lassen, bevor der Herbst kommt." Michael Kappeler/dpa Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, spricht im Plenum im Bundestag.

Alltours kündigt an: Erste Hotels ab Herbst nur noch für Geimpfte und Genesene

17.23 Uhr: In den eigenen Hotels des Reiseveranstalters Alltours ("Allsun-Hotels") dürfen ab 31. Oktober nur noch Gäste bewirtet werden, die vollständig geimpft oder genesen sind. Das berichtet "RP-Online". Für Kinder von zwei bis 17 Jahren reicht ein negativer Corona-Test.

Man habe auf die erhöhte Nachfrage der Kunden reagiert, erklärte Pressesprecher Thomas Daubenbüchel dem Portal. Die Regelung gelte nur für die firmeneigenen 32 Allsun-Hotels, die sich auf den Kanaren, auf Mallorca und in Griechenland befinden. Für die insgesamt rund 12.000 weiteren Hotels, die über Alltours gebucht werden können, gelte das nicht. Hier bestehe weiterhin die sogenannte 3-G-Regel (Geimpft, Genesen oder Getestet).

Bei den Konkurrenzportalen TUI, DER Touristik (mit Dertour und ITS), FTI Touristik und Schauinslandreisen sei zunächst keine Änderung geplant, wie diese "RP-Online" auf Nachfrage bestätigten.

US-Arzneimittelbehörde warnt: Johnson & Johnson kann wohl seltene Nervenkrankheit auslösen

15.28 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat in ihre Warnhinweise zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson das Guillain-Barré-Syndrom aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit, die seltene entzündliche Nervenerkrankung zu bekommen, sei jedoch insgesamt sehr gering, hieß es in entsprechenden Hinweisen, die am Montag (Ortszeit) auf der Seite der Behörde veröffentlicht wurden.

Berichte deuteten auf ein erhöhtes Risiko innerhalb von 42 Tagen nach Verabreichung des Vakzins hin. Da Nebenwirkungen freiwillig gemeldet würden, sei es jedoch nicht immer möglich, "ihre Häufigkeit zuverlässig abzuschätzen oder einen kausalen Zusammenhang (mit der Impfung) herzustellen", hieß es weiter. Federico Gambarini/dpa

Es habe rund 100 vorläufige Meldungen über das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) bei Menschen gegeben, die das Mittel von Johnson & Johnson erhalten hätten, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf FDA und die Gesundheitsbehörde CDC. Bislang wurden mehr als 12,8 Millionen Dosen des Mittels landesweit gespritzt. Die Erkrankung trat demnach größtenteils innerhalb von zwei Wochen nach der Impfung auf und betraf meist ältere Männer. Die meisten Betroffenen seien vollständig genesen. 95 der rund 100 Fälle seien schwerwiegend gewesen und erforderten eine Einweisung in ein Krankenhaus. Es habe einen Todesfall gegeben, zu dem keine weiteren Details bekannt waren.

Bei den vorliegenden Daten gebe es keine Hinweise auf ein ähnlich erhöhtes Risiko bei den Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna, schrieb die US-Zeitung weiter. Alle drei Mittel sind derzeit mit einer FDA-Notfallzulassung zur Verwendung in den USA freigegeben. In anderen Regionen der Welt werde man die Informationen entsprechend der örtlichen Bestimmungen anpassen, teilte Johnson & Johnson mit. Alle Meldungen über Nebenwirkungen gebe das Unternehmen an Behörden wie FDA und die Europäische Arzneimittelagentur EMA weiter.

Beim GBS werden durch eine überschießende Autoimmunreaktion Nerven geschädigt, so dass sie keine Reize mehr übertragen können. GBS tritt sowohl nach bakteriellen als auch nach viralen Infekten auf. Vergleichsweise häufig wird es als Folge einer Infektion mit dem Zika-Virus beobachtet. Es gibt auch Berichte von Corona-Patienten, die nach lange einer Infektion am GBS leiden.

Neuregelung in Sachsen: "Sie können einfach ins Impfzentrum gehen und werden geimpft"

14.52 Uhr: Die Corona-Impfzentren in Sachsen arbeiten von diesem Mittwoch an komplett ohne Terminvergabe. "Sie können einfach ins Impfzentrum gehen und werden geimpft", sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag nach der Kabinettssitzung. Bislang galt die Regelung, dass man sich ab 14 Uhr in den Impfzentren ohne Termin impfen lassen konnte.

Sachsen war zuletzt das einzige Bundesland, das die 50-Prozent-Quote bei den Erstgeimpften noch nicht erreicht hatte. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag (Stand: 10.05 Uhr) haben 49,9 der Bürger mindestens die erste Impfung erhalten, 40 Prozent sind vollständig geimpft. 

13.30 Uhr: Die bayerische Staatsregierung will ab Herbst wieder Nachtclubs für Genesene und Geimpfte öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München an. Zuvor soll eine groß angelegte Impfkampagne für 16-30-Jährige starten, sagte Söder. Die Öffnung der Nachtclubs könnte "einer der Anreize" sein.

In der seit Tagen leicht steigenden Zahl von Corona-Neuinfektionen sieht Söder eine Trendumkehr. "Die Tendenz ist zum Steigen", sagte Söder am Dienstag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München.

Die gefährlichere und ansteckendere Delta-Variante sei in Bayern bereits dominant. "Es geht rasant voran", sagte Söder. Niemand dürfe glauben, dass die Steigerung der Zahl der Neuinfektionen weiterhin so langsam verlaufe wie in den vergangenen Tagen. Der Kampf gegen die Delta-Variante gleiche einem "Wettlauf gegen die Zeit". Er glaube jedoch nicht an einen neuen Lockdown im Herbst.

Deshalb müsse weiterhin des Prinzip der Vorsicht gelten. Groß angelegten Lockerungen wie in Großbritannien erteilte Söder eine Absage. Die Öffnungen auf der Insel nannte Söder "ein Experiment, gerade an der jüngeren Generation".

Söder erteilte einer völligen Abkehr von der Sieben-Tage-Inzidenz als Messlatte für Corona-Entscheidungen in der Politik eine Absage. Es müssten andere Faktoren einbezogen werden, die Zahl der Neuinfektionen aber ad acta zu legen, sei verfrüht.

Bericht: Regierung will Auflagen bei der Einreise vereinfachen – keine Quarantäne mehr für Geimpfte

13.10 Uhr: Die Bundesregierung will einem Bericht zufolge die Reiseauflagen vereinfachen und die bisherige Ausweisung von einfachen Risikogebieten aufgeben. Ein Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums sieht nur noch zwei Kategorien von Risikogebieten vor, wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag berichteten. Diese seien die bisher schon bestehenden Hochrisiko- und Virusvariantengebiete. In der vergangenen Woche war Spanien als einfaches Risikogebiet eingestuft worden, eine solche Klassifizierung würde demnach künftig entfallen. 

Nach der Rückkehr aus Hochrisikogebieten sollen Geimpfte künftig nicht mehr in Quarantäne gehen müssen, berichteten die Funke-Zeitungen aus dem Entwurf. Für Ungeimpfte gelte bei Rückkehr aus einem Hochrisikogebiet aber weiter eine Quarantänepflicht. 

Es bleibe dabei, dass sie die zehntägige Quarantäne nach dem fünften Tag mit einem negativen Test abkürzen können, berichteten die Zeitungen weiter. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, ende die Quarantäne nach Aufenthalt im Hochrisikogebiet nach dem fünften Tag nach Einreise. 

Eine 14-tägige, nicht verkürzbare Einreisequarantäne bleibt dem Bericht zufolge wie bisher dann erforderlich, wenn Hinweise bestehen, "dass Virusvarianten mit besonders gefährlichen Eigenschaften vorliegen, insbesondere wenn Impfstoffe keinen oder nur einen eingeschränkten Schutz bieten". Solche Regionen werden als Virusvariantengebiete definiert.

Dem Bericht zufolge soll die Verordnung, die noch in der Abstimmung  mit den Bundesländern sei, am 28. Juli in Kraft treten. Als Hochrisikogebiete werden Staaten mit besonders hohen Inzidenzen oder bei Vorhandensein "sonstiger quantitativer sowie qualitativer Faktoren" definiert. Eine konkrete Inzidenz gehe aus dem Entwurf allerdings nicht hervor, so die Funke-Zeitungen. Bisher werden Staaten und Regionen als Hochrisikogebiete eingestuft, in denen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 200 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gab.

09.34 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hält eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen in Deutschland für unnötig. Im ZDF-"Morgenmagazin" wies Buyx am Dienstag darauf hin, dass der Ethikrat zwar ganz vorsichtig erklärt habe, unter bestimmten Umständen könnte man über solche berufsbezogenen, sehr eng begrenzten Impfpflichten nachdenken. "Allerdings würde ich sagen, dass diese Umstände gar nicht zutreffen", betonte sie.

Erstens gebe es für die meisten vulnerablen – also besonders gefährdeten – Gruppen andere Möglichkeiten zum Schutz. "Und: Wir haben viel bessere Impfraten bei den unterschiedlichen Berufsgruppen als beispielsweise in Frankreich. Beim Gesundheitspersonal und bei den Lehrerinnen und Lehrern haben wir wirklich super Impfraten. Deswegen glaube ich, brauchen wir das gar nicht."

 

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