Verlag schürt Angst vor der Apotheke vor Ort

Der FID-Verlag befasst sich mit Gesundheitsthemen. Beispielsweise gibt er die Zeitschrift „Der Patientenschützer“ heraus. Unlängst warb er mit einem Brief für Abos dieser Publikation, in dem er die Angst vor Apotheken am Wohnort der Angeschriebenen schürte. „Hier lauern Gefahren, von denen Sie bisher nichts ahnen“, war darin zu lesen. Nun hat der Verlag gegenüber der Wettbewerbszentrale eine Unterlassungserklärung abgegeben, solche Werbeschreiben künftig nicht mehr zu versenden.

Auf seiner Webseite „Gesundheitswissen“ bewirbt der Bonner FID-Verlag seinen Gesundheitsdienst „Der Patientenschützer“ mit den Schlagworten „Insider-Informationen für Sie als mündiger Patient: Vorsorge. Aufklärung. Patientenrecht“. Versprochen wird „pharmafreier und unabhängiger Insider-Rat von Dr. Kowertz“.  Nun hat der Verlag eine mehrseitige Werbesendung für ein Abonnement dieser Publikation an Verbraucher verschickt. Die Aufmachung lässt die Leser erschauern – zumal sie bewusst personalisiert ist.

Gleich auf der ersten Seite ist groß zu lesen: „Angst vor dem Krankenhaus – wer kennt die nicht?  Aber Angst vor Ihrer Apotheke in Hartha (Anm. der Red.: hier wird personalisiert der konkrete Name des Wohnorts der angeschriebenen Person genannt) – hier lauern Gefahren, von denen sie bisher nichts ahnen.“

In dem mehrseitigen Anschreiben will Chefredakteur Dr. Dietmar Kowertz dann aufklären. Nicht nur in Kliniken lauerten Gefahren, die „fast jeder kennt“. Doch: „Was die wenigsten wissen: Die Realität ist noch viel schlimmer. Nicht nur das Krankenhaus oder die Arztpraxis können zu einer echten Todesfalle werden – auch der nächste Gang zu Ihrer Apotheke in „Musterstadt“ kann lebensbedrohlich sein!  Derzeit jagt ein Apothekenskandal den nächsten – aber kaum jemand berichtet darüber.“

Dann werden drei Fälle aufgezählt, in denen Apotheken tatsächlich für Skandal-Schlagzeilen gesorgt hatten – dass „kaum jemand darüber berichtet“ habe, ist sicherlich keine haltbare Aussage: Es geht um die bedenklichen Rezepturen aus dem Landkreis Günzburg, den Fall des mittlerweile verurteilen Zyto-Apothekers aus Bottrop und um die Apotheken aus Köln, aus denen toxisch verunreinigte Glucosemischungen zum Tod einer jungen Frau und ihren ungeborenen Babys führten.

Im Brief zur Abonnenten-Gewinnung heißt es weiter: „Nun sagen Sie vielleicht, Sie kennen Ihren Apotheker schon seit 20 Jahren. Aber wie gut kennen Sie ihn wirklich? Wissen Sie, wie oft er sich fortbildet? Wie sehr er seinen Job auch nach 20 Jahren noch liebt? Wie es ihm privat geht und ob sein Kopf immer 100 Prozent bei der Sache ist?“. Es gehe ihm nicht darum, eine bestimmte Berufsgruppe herauszunehmen, schreibt der „Redakteur“ weiter. Es gehe ihm um die Sicherheit als Patient – und verbreitet weiter Angst und Schrecken: „Sogar ein bewährtes Pflanzenheilmittel gegen Sodbrennen kann Sie umbringen!“. 

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