Charité-Forscher: Paracetamol in der Schwangerschaft sicher

Nehmen werdende Mütter im letzten Schwangerschaftsdrittel Paracetamol ein, hatte das anders als bei vielen anderen Schmerzmitteln keinen nachteiligen Effekt auf den Kreislauf ihres ungeborenen Kindes. Das ergab eine Untersuchung des Embryotox-Instituts an der Charité Berlin.

Bei ungeborenen Kindern nimmt der Blutkreislauf eine "Abkürzung", da die Lunge vor der Geburt noch nicht arbeitet: den sogenannten Ductus arteriosus Botalli. Dieser Verbindungsgang leitet das Blut unter Umgehung der Lunge direkt von der Lungenarterie in die Hauptschlagader. Er verschließt sich innerhalb der ersten Lebenstage nach der Geburt. Wenn das nicht der Fall ist, kann der Arzt mit bestimmten Schmerzmitteln nachhelfen. Genau aus diesem Grund dürfen Schwangere diese Schmerzmittel im letzten Schwangerschaftsdrittel nicht einnehmen. Es besteht die Gefahr, dass sich diese Blutgefäßverbindung beim Ungeborenen bereits vorzeitig verschließt. Das würde beim Kind zu einem Lungenhochdruck führen.

Die Auswertung von 1800 Untersuchungen zu Arzneimittelnebenwirkungen in der Schwangerschaft zeigte jedoch, dass das für Paracetamol offenbar nicht gilt. Es gab keinen Unterschied zwischen Schwangeren, die im letzten Drittel der Schwangerschaft Paracetamol eingenommen hatten, und Frauen, die das Medikament nur in den ersten beiden Dritteln angewendet hatten. Es kam weder häufiger zu vorzeitigen Verschlüssen des Ductus arteriosus Botalli noch zu mehr Nierenschäden oder Totgeburten.

Die Wissenschaftler halten die Einnahme von Paracetamol gegen Schmerzen in der Schwangerschaft deshalb für sicher, raten aber trotzdem vor allem nach wiederholter Einnahme zu einer Ultraschall-Untersuchung des Kreislaufsystems des Kindes.

ZOU

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