Cholesterin-senkende Darmbakterien entdeckt

Unter den tausenden von Bakterienarten, die im Darm leben, haben Forscher eine Gruppe entdeckt, die so viel Cholesterin abbauen, dass sie den Stoffwechsel der Menschen beeinflussen und vor Herzerkrankungen schützen könnten.

Laut einer aktuellen Studie könnten gewisse Darmbakterien der Grund dafür sein, warum manche Menschen Cholesterin mit der Ernährung aufnehmen können, ohne dass ihr Cholesterinspiegel im Blut wesentlich steigt. Dies berichten Forscher der Harvard Universität in den USA im Fachblatt "Cell Host and Microbe".

Schon seit den frühen 1900er Jahren kennt man Bakterien, die Cholesterin in eine Verbindung namens Coprostanol umwandeln. "Wir wussten aber nicht, welche Bakterienarten dies taten oder wie sie es taten", sagte Douglas Kenny, Doktorand an der Harvard-Universität. Das Forscherteam hatte deshalb Daten von Mikrobiomanalysen nach bakteriellen Genen durchforstet, die nur bei Coprostanol ausscheidenden Menschen vorhanden waren. Das führte die Wissenschaftler zu vier Genen.

Menschen, die eines davon in ihrem Mikrobiom aufwiesen, schieden 55 bis 75 Prozent weniger Cholesterin mit ihrem Kot aus und hatten einen deutlich niedrigeren Cholesterinspiegel im Blut als Menschen, die dieses Bakteriengen nicht trugen. "Zu sehen, wie gut die Gene und Organismen, die wir gefunden haben, mit dem Stoffwechsel und dem Cholesterinspiegel bei Menschen korrelieren, war wirklich spannend und erfreulich", sagte Emily Balskus, Professorin für Chemie und chemische Biologie in Harvard.

Die Steigerung der Populationen dieser Bakterien im Darm, etwa durch Ernährung, Probiotika oder eine andere Behandlungen, könnte eines Tages eine Möglichkeit sein, um den Cholesterinspiegel zu senken, so die Hoffnung der Forscher.

ZOU

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