Denkanstöße versagen häufiger als gedacht

Ob es um das Weglassen von Zigaretten und Alkohol geht, die Bereitschaft zur Organspende oder die pünktliche Abgabe der Steuererklärung: Maßnahmen, die häufig eingesetzt werden, um Verhaltensänderungen in der Bevölkerung herbeizuführen, versagen überraschend häufig. Dies schildern Forscher in der Fachzeitschrift "Trends in Cognitive Sciences".

Für das Projekt analysierten die Forscher 65 Artikel, die zwischen 2008 und 2019 veröffentlicht wurden und von fehlgeschlagenen Verhaltensinterventionen berichteten. Sie identifizierten insgesamt acht typische Fehler, bei denen solche Maßnahmen ins Auge gingen und Verhaltensprobleme eher verschlimmerten als verbesserten. Dazu zählte beispielsweise die Schaffung von Anreizen.

Die häufigste Art von fehlgeschlagenen Maßnahmen waren sozialen Vergleiche, bei denen Personen Informationen über das (erwünschte) Verhalten Gleichgesinnter erhielten, um eine entsprechende Verhaltensänderung zu fördern. Besonders ungünstig war es, wenn die Informationen schriftlich in Form von Briefen oder Textnachrichten übermittelt wurden: Davon waren fast ein Viertel erfolglos.

"Das Verständnis, warum Verhaltensänderungen fehlschlagen, und die Möglichkeit, Fehler bei der Gestaltung solcher Interventionen zu erkennen, könnten dazu beitragen, Zeit und öffentliche Mittel zu sparen, die in diese Techniken investiert werden", sagt die Psychologin Prof. Dr. Magda Osman von der Queen Mary University in London.

Die Verwendung psychologischer Erkenntnisse, um bei Menschen bestimmte Meinungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zu erzeugen, reicht etwa bis in die 1950er Jahre zurück. Viele öffentliche und private Einrichtungen verwenden solche Techniken, um positive Veränderungen zu erwirken – beispielsweise zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten oder um Menschen dazu zu bringen, mehr für ihren Ruhestand zu sparen.

ZOU

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